JuniperPress Summit 2011

Die Zukunft des Netzwerks

Der JuniperPress Summit 2011 in Barcelona skizziert die Zukunft der Netzwerke: An die Stelle althergebrachter hierarchischer Strukturen werden einfache, flache Netzwerke treten, die sich flexibel erweitern und mit Software programmieren lassen.

Sagrada Familia

Auf einer Konferenz in Barcelona (Foto: Sagrada Familia) beleuchtete Juniper Networks im Mai unter anderem die Zukunft der Unternehmensnetze.

Auf dem JuniperPress Summit 2011 in Barcelona sagte Alexander Gray von der Campus & Branch Business Unit des Netzwerkspezialisten kürzlich voraus, dass die „Barriere, die das Tempo der Innovation im übrigen Rechenzentrum verlangsamt“ bald der Vergangenheit angehören werde. Noch dominiert laut Gray das Grundübel herkömmlicher Netzwerke, die „Tyrannei der Bäume“. Als Mittel zur Beschleunigung der Netze in der Zukunft hat Juniper die Produktidee „QFabric“ für ein Netzwerk entwickelt, in dem jedes Gerät mit jedem Gerät unmittelbar über einen Switch verbunden ist.

Doch wann wird das „neue Netzwerk“ überhaupt verfügbar sein? Die Juniper-Netzwerkserie QFabric wird derzeit in Beta-Tests bei Kunden auf Herz und Nieren geprüft, entsprechende Produkte werden in der zweiten Hälfte dieses Jahres in einer Version mit mehr als 6.000 Ports verfügbar sein. Zu den ersten Kunden werden Service-Provider und Supercomputing-Institute zählen. Wie Alexander Gray betonte, kommt überdies 2012 „Microfabric“ mit 768 Ports heraus. Doch auch diese abgespeckte Version wird noch für etliche Großunternehmen deutlich überdimensioniert sein, und eine noch weiter miniaturisierte Version wird es erst nach einem „Megafabric“ (mehr als 10.000 Ports) geben – Zeitpunkt unbekannt.

Die Empfehlung von Alexander Gray zur Optimierung von Firmennetzwerken enthält daher auch Vorgehensweisen, die in der Vergangenheit möglich waren: An erster Stelle nennt er „Zentralisierung, Konsolidierung und Virtualisierung“, gefolgt von der Reduzierung der Baumstrukturen von drei auf zwei Ebenen („2-tier“) sowie – im letzten Schritt – die große Neuerung, die Einführung eines „Data Center Fabric“.

Bessere Kontrolle der Netze

Unabhängig von dem Stoff für die flachen Netzwerke der Zukunft ist eine ganz andere Innovationswelle in der Netzwerktechnologie absehbar. Unter maßgeblicher Beteiligung von Facebook, Google, Microsoft und der Deutschen Telekom hat sich eine „Open Networking Foundation“ gegründet. Der Ansatz, den diese Non-Profit-Organisation verfolgt, heißt „Software-Defined Networking“, kurz SDN. Die Gründer versprechen für das Rechenzentrum deutliche Fortschritte „durch relativ einfache Software-Änderungen“, so der Prexssetext zur Gründung des ONF. Das Software-Defined Networking gebe den Rechenzentrumsbetreibern eine bessere Kontrolle über ihre Netzwerke. „Software-Defined Networking wird es ermöglichen, Netzwerke schneller als heute zu entwickeln und zu verbessern“, betonte Urs Hoelzle, der Präsident des ONF, der für Google arbeitet, anlässlich der ONF-Gründung.

Basiskomponenten des SDN sind „OpenFlow“, ein Software-Interface zur Kontrolle von Paketen beim Durchlaufen von Network-Switches, und ein Set von Management-Interfaces als Basis für neue hochwertige Management-Tools. Schon engagieren sich zahlreiche kleine und große Firmen, aber auch Stiftungen und Universitäten, um das Networking mit neuer Software zu neuen ungekannten Höhen voranzubringen. Doch was wird da alles entwickelt und programmiert? Etliche Firmen beschäftigen sich mit dem Netzwerkmanagement im engeren Sinne. Das Unternehmen Rebasoft will beispielsweise mit dem Produkt „Auditor“ rasche Antwort auf vielfältige Fragen zum Zustand eines Netzwerks geben.

Energieeinsparung ist ein großes Ziel, dem sich nicht nur das Unternehmen Joulex verschrieben hat. Joulex-Software für Rechenzentren soll die Visualisierung, Analyse und Kontrolle des Energieverbrauchs ermöglichen. Unter dem Stichwort Sicherheit sind zahlreiche Initiativen zu verzeichnen. Die Firma Radware programmiert eine „appwall“, das Unternehmen Tufin hat sich der Modernisierung alternder Firewalls verschrieben.

Zahlreiche universitätsnahe Firmen nehmen sich der virtuellen Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg an. Damit beschäftigt sich nicht nur das Non-profit-Unternehmen i2cat aus Barcelona, sondern auch die belgische Firma Belnet, die sich auf Netzwerke für belgische Universitäten, Colleges, Schulen, Forschungseinrichtungen und Regierungsstellen konzentriert.

 

Bildquelle: © Konstantinos Dafalias/pixelio.de

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