Innovationstag der Software AG

Digital Business Platform im Fokus

Am 12. Mai 2015 lud die Software AG zahlreiche Kunden, Partner und Interessenten zu ihrem alljährlichen Innovationstag nach Bonn ein. Im Fokus der Vorträge und Diskussionen stand mit der „Digital Business Plattform“ der Darmstädter eine neue Generation von Software.

Innovationstag

Mehrere hundert Teilnehmer kamen zum diesjährigen Innovationstag nach Bonn.

Begrüßt wurden die mehreren hundert Teilnehmer von der Managementriege der Software AG. Im Fokus der Auftaktreden von CEO Karl-Heinz Streibich und Eric Duffaut, Chief Customer Officer der Darmstädter, standen dabei nicht nur aktuelle Produktneuheiten, sondern auch aktuelle Herausforderungen der Branche – etwa durch das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) oder die zunehmende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche.

Insbesondere Streibich betonte die steigende Bedeutung der Digitalisierung sowohl für den privaten Alltag als auch für die Entwicklung von Unternehmen. Seinen Worten nach werden Firmen, die ihre Prozesse nicht digitalisieren, sehr schnell weg vom Fenster sein. Dabei sollten sich die Verantwortlichen stets vor Augen führen, dass „die Digitalisierung selbst kein IT-Projekt, sondern vielmehr ein fortlaufender Prozess darstellt“, so Streibich. Eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie könnten die Verantwortlichen mit der „Digital Business Platform“ der Hessen umsetzen. Als offene Plattform lässt sie sich einfach in vorhandene IT-Landschaften einbetten und bietet den Anwendern ein breites Funktionsspektrum, etwa für Collaboration, Datenanalyse, In-Memory Computing oder Industrie 4.0.

Kein Produkt von der Stange

Hinsichtlich des Internets der Dinge erläutert CTO Dr. Wolfram Jost die eigene Produktstrategie wie folgt: Zum einen werden die Objekte der physischen Welt von Herstellern wie Bosch, BMW oder Daimler mit intelligenten Sensoren ausgestattet. Zum anderen können die gesammelten Daten dank entsprechender Software unmittelbar bzw. rückblickend analysiert werden. „Vor diesem Hintergrund sind die Anwender mit unserer Plattform dazu in der Lage, sämtliche Daten physischer Objekte zunächst zu sammeln und zu filtern. Im nächsten Schritt können sie die Daten dann entweder sofort analysieren oder sie in einer Datenbank abspeichern, um zu einem späteren Zeitpunkt beliebige Auswertungen vorzunehmen.“

Dabei handelt es sich bei der Plattform um alles andere als ein Produkt von der Stange. Vielmehr ergänzen sich hier individuelle Software- und Standardlösungen. „Dies entspricht den Anforderungen unserer Zeit“, betont Jost. Denn während man insbesondere im Finanz- oder im Beschaffungsbereich auch künftig auf Standardsysteme setze, gebe es im Vertrieb, beim E-Commerce oder Kundenservice hingegen sehr flexible Prozesse. „In diesen Bereichen wird daher Software vonnöten sein, die Kundeninteraktionen aktiv unterstützen kann und sich flexibel handhaben lässt“, so Jost.

Doch nicht nur die Flexibilität von Prozessen treibt die IT-Verantwortlichen derzeit um. „Aus Anwenderkreisen hören wir häufig, dass just zwei Welten aufeinanderprallen“, berichtet der CTO aus der Praxis. Zum einen gibt es die bestehende, über viele Jahre gewachsene Mitarbeiterkultur, Firmenorganisation sowie IT-Landschaft. Zum anderen ist jedoch absolute Agilität gefordert, um mit ehemaligen Start-ups wie Tesla oder Uber Schritt halten zu können. „Insbesondere die Forderung nach mehr Agilität kann einen Konzern mit tausenden von Mitarbeitern sehr schnell vor große Hürden stellen. Denn die Beweglichkeit in Konzernen verläuft eher in starren Bahnen, während die im digitalen Zeitalter bereits verwurzelten Start-ups gänzlich andere Voraussetzungen besitzen“, sagt Wolfram Jost. Allerdings sollten die traditionsreichen Großbanken, Versicherungen oder Industriebetriebe keinesfalls den Kopf in den Sand stecken, sondern Schritt für Schritt den Einstieg in die Digitalisierung ihrer Prozesse forcieren.

Katastrophenmanagement im Griff

Über die reine Produktthematik hinaus, kam auch der Praxisbezug im Verlauf des Innovationstags nicht zu kurz. So stand ein Innovation Lab mit vier Start-ups auf dem Programm, das den Besuchern einen Einblick in die IT von morgen vermitteln konnte. Darüber hinaus gab es 18 Vorträge, in denen konkrete Kundenbeispiele aufgezeigt wurden. So berichtete Dr. Simon Heinrichs von der Hermes Fullfilment GmbH über den Weg hin zum prozessorientierten Logistikunternehmen mithilfe der BPM-Plattform Aris. In einem weiteren Praxisvortrag warf Holger Wendt von Volkswagen Financial Services einen Blick zurück in die Vergangenheit und resümierte über zehn Jahre Enterprise Architecture Management (EAM) im eigenen Unternehmen.

Nicht zuletzt berichtete Dr. Marlene Willkomm, stellvertretende Leiterin der Hochwasserschutzzentrale der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, über die Erfahrungen mit Smart Data im Rahmen des Katastrophenmanagements. Eigenen Angaben zufolge kommt die Rheinmetropole als einzige Kommune Deutschlands in den Genuss einer permanenten Hochwasserschutzzentrale. Diese hat dabei nicht nur allein den Pegelstand des Rheins vor Ort im Auge, sondern schielt auch immer darauf, was entlang des Mittel- und Oberrheins passiert. Auf diese Weise lässt sich ableiten, mit welchen Hochständen man schließlich in der Karnevalshochburg rechnen muss.

Zu den Hauptaufgaben der Hochwasserschutzzentrale zählen unter anderem die Wasserstandvorhersage, die Koordination von Maßnahmen sowie das aktive Management im Katastrophenfall. Dabei werden die Verantwortlichen von verschiedenen IT-Systemen unterstützt, darunter dem Flutinformations- und -warnsystem (Fliwas) und dem Entscheidungsunterstützungssystem (EUS) von Geomer, in dem sämtliche statistischen Daten hinterlegt sind. Doch damit nicht genug setzt man seit Anfang April 2015 auf die spezielle Big-Data-Plattform „Smart Data Katastrophenmanagement, kurz sd-Kama“, die man gemeinsam mit der Software AG realisiert hat. Zum Einsatz kamen dabei die Software-Lösung Terracotta als Middleware, Apama als Analysewerkzeug sowie Presto für die Datenvisualisierung. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWI), wobei neben den Kölnern und Darmstädtern auch das Fraunhofer Institut, Geomer sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt waren.

Inzwischen werden die Mitarbeiter der Hochwasserschutzzentrale aktiv von der Smart-Data-Lösung unterstützt. Dabei fließen im Rahmen der Plattform nicht nur sämtliche Datenquellen wie Fernsensorendaten, Wetterberichte, Satellitenbilder oder von Privatpersonen im Internet veröffentlichte Bilder und Videos zusammen. Vielmehr lassen sich diese auch auf Knopfdruck auswerten – und zwar in Echtzeit, was letztlich zu besseren Erkenntnissen sowie zu deutlich schnelleren Reaktionszeiten im Ernstfall führt. Über den Hochwasserschutz hinaus lässt sich die Big-Data-Lösung laut Marlene Willkomm sicherlich auch im Rahmen eines internationalen Katastrophenmanagements einsetzen, etwa bei Erdbeben, Tsunamis und Wirbelstürmen oder bei der Koordination von Großveranstaltungen.

Bildquelle: Software AG

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