Modern Workspace

Digital in Führung gehen

Führung auf Distanz gilt längst nicht mehr als bemerkenswerte Ausnahme. Diese Art der Führung wird noch durch die Pläne des Bundesarbeitsministeriums für ein neues Gesetz zur Erleichterung der Fernarbeit unterstützt Angesichts der zunehmenden Mobilität und globalen Vernetzung wollen fast 40 Prozent der Deutschen Arbeitnehmer nicht mehr an einen einzigen Arbeitsplatz gebunden sein. Remote arbeitende Teams sind die Antwort auf moderne Bedürfnisse wie Selbstbestimmtheit und Flexibilität. Unternehmen müssen sich diesen Wünschen anpassen, um im „War for Talents“ bestehen zu können.

Digital in Führung gehen

Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt braucht neben passenden Tools vor allem eines: Führungskräfte mit einem modernen Selbstverständnis, die die Mitarbeiter mit ihren Visionen erreichen.

Im Hinblick auf diese und zukünftige Entwicklungen hat Digitalisierung längst Einzug in die moderne Arbeitswelt gehalten und die Zusammenarbeit in Organisationen grundlegend verändert. Teams befinden sich längst nicht mehr zwingend im selben Büro, Gebäude oder gar derselben Stadt und Zeitzone. Daraus ergeben sich völlig neue Herausforderungen, sowohl für die einzelnen Mitarbeiter, als auch für die Führungskräfte. Digital Leadership ist der Begriff, der für diese neu verstandene Führungsrolle genutzt wird. Doch was genau verbirgt sich dahinter und wie sieht digitale Führung in der Praxis aus?

Ein Digital Leader muss zum Wegbereiter werden

Vorbei sind die Zeiten als Führungskräfte rein durch fachliche Expertise oder definitorische Position im Unternehmen glänzen konnten. Einfach ausgedrückt: es reicht nicht mehr aus "zum Oberhaupt" ernannt zu werden oder "mehr zu wissen als jeder andere". Dieser traditionelle Führungsstil ist längst überholt, wenn nicht sogar verpönt. In Zeiten der Digitalisierung gehen mit dem Rollenbild einer idealen Führungskraft konkrete Erwartungen einher: Führungskraft als Coach, inspirierendes Vorbild und motivierender "Enabler". Ein Digital Leader wird zum Visionär, der zwar klare Ziele definiert, seinen Mitarbeitern aber trotzdem viel freien Handlungsspielraum lässt, um diese zu erreichen. So wird ein erfolgreicher Führungsstil heute daran gemessen, wie gut sich Teams unterstützt fühlen und ob jemand ein Vorbild für Zusammenarbeit, Innovation und Transparenz ist oder nicht.

Zutaten für erfolgreiche digitale Führung – Die drei großen Cs

In der Praxis wird schnell deutlich, dass Digital Leadership nicht rein auf technischer Expertise basiert. Vielmehr geht es um Offenheit, Partizipation, Vertrauen; um das Überwinden von örtlichen und zeitlichen Distanzen, der Förderung von Vernetzung sowie den  Umgang mit Komplexität. Wie sehen also konkrete Ansätze zur erfolgreichen Umsetzung aus?

Communication

Remote arbeiten bedeutet, dass Zusammenarbeit nicht mehr auf physischer Anwesenheit basiert und damit völlig neu gedacht werden muss. Es gilt digitale Treffpunkte zu definieren, an denen Teams jenseits aller physischen und zeitlichen Begrenzungen kollaborieren. Persönliche Kommunikation wird zweifelsohne im Geschäftsleben immer ein essentieller Bestandteil sein. Doch es gilt ein Bewusstsein für die Bedeutung von Kommunikation über Unternehmens-, Team- und örtliche Grenzen zu schaffen. Tools zur digitalen Kommunikation sollen den persönlichen Austausch keineswegs ersetzen, sondern vielmehr die Möglichkeiten dazu erweitern. Im Arbeitsalltag unterstützen Collaboration Hubs wie z.B.  das von Slack angebotene Tool, dabei, die face-to-face Kommunikation so gut es geht aufrecht zu erhalten – wenn auch digital, indem man Video- oder Audio-Call Funktionen nutzt, um die solche Collaboration Plattformen jederzeit erweitert werden können. Damit wird erhebliche Zeit gespart, um Meetings auch ad-hoc mit den betreffenden Personen zu organisieren. Erfolgreiche Zusammenarbeit bedeutet auch, dass jeder einzelne mal zur Ruhe kommt, für sich arbeiten kann und nicht abgelenkt wird. Was also bei Telefon und E-Mail geht, gilt auch für Collaboration Hubs. Über Tastaturkürzel oder eine manuelle Einstellung können Nachrichten pausiert werden – sei es ad hoc für eine bestimmte Zeit oder regelmäßig zum Feierabend oder Urlaub.   

Collaboration

Effiziente Zusammenarbeit basiert auf einem regen Wissens- und Informationsaustausch. Erfolgskritisches Fachwissen ist eine der elementarsten Ressourcen, die ein Unternehmen haben kann. Der einfache und schnelle Zugriff auf Informationen ist jedoch nicht nur Wettbewerbsvorteil, sondern verhindert, dass das Rad ständig neu erfunden werden muss und lässt damit Raum für wichtige Innovationsprozesse. Sogenannte Channels, die für ein Collaboration Hub ausschlaggebend sind, bündeln also die Kommunikation zu einem bestimmten Thema. Dadurch bieten sie die Möglichkeit Wissen zu teilen: Alles, was in einem Channel besprochen wird und Ideen und Erkenntnisse, die dort geteilt werden, stehen allen Teammitgliedern zur Verfügung. Jeder Mitarbeiter, der involviert ist, kann jederzeit und von überall aus daran teilnehmen. Projekte und neue Ideen können diskutiert und Innovation vorangetrieben werden. So können auch Teammitglieder im Laufe eines Projekts jederzeit aus einem Channel hinzugefügt oder entfernt werden.

Essentiell ist auch die Funktion, dass „externe“ Bürohelfer wie Google Drive, Trello oder Dropbox sowie Anwendungen wie Salesforce, Hubspot oder Github für IT, Sales und Marketing integriert werden können. So befindet sich alles an einem Ort, um nicht unnötig zwischen mehreren Systemen hin und her wechseln zu müssen.

Das Ergebnis: Teams entwickeln eine gewisse Eigendynamik, die sie befähigt, auf Basis des vorhandenen Wissens erfolgreich zu agieren. So entstehen neue, innovative Ideen, die mithilfe dieser digitalen Tools Transparenz sowie eine Zugänglichkeit für jeden ermöglicht. Für die Führungskraft bedeutet das vor allem eins: produktive Mitarbeiter, die als Team erfolgreich sind. Digital Leadership basiert also auf gelungener Collaboration, die nur dann funktionieren kann, wenn moderne Technologie als Basis das auch zulässt.  

Culture

Digital Leadership umfasst mehr als den Einsatz innovativer Technologien. Denn ganz gleich ob digital oder analog, erfolgreiche Zusammenarbeit basiert auf einer entsprechenden Kultur, in der Collaboration als fester Erfolgsbestandteil verankert ist. Weg von einem „top down”-Ansatz, hin zu einem kulturellen Wandel, der von allen unterstützt und vorangebracht wird. Der „Team first”-Gedanke spielt hier eine elementare Rolle, denn gemeinsam als Team erreicht man so viel mehr, als es der Einzelne jemals könnte. Um eine autonome Unternehmenskultur zu entwickeln, welche das Team in den Fokus stellt, muss jeder einfachen und transparenten Zugriff auf so viel Wissen wie nur möglich haben. Ein Collaboration Hub kann dabei als optimaler Wissensspeicher fungieren. Hier werden sämtliche Nachrichten, Unterhaltungen und auch Dokumente gespeichert und können später ganz leicht anhand von Schlagworten gefunden und damit nutzbar gemacht werden. Jede Art von Information - sei es ein neuer Business Report, ein Update vom CEO oder die Vorstellung neuer Kollegen - kann von jedem Teammitglied gefunden werden - sogar nach einem Urlaub oder nachdem man im Unternehmen neu angefangen hat. Dieser digitale Wissensspeicher ist entscheidend, da das Arbeiten vom Schreibtisch und einem bestimmten Ort aus nicht mehr selbstverständlich ist. Angesichts der Tatsache, dass beispielsweise in Deutschland das Bundesministerium das Home-Office - eine Form von flexiblem Arbeiten, die für Arbeitnehmer immer attraktiver wird - per Gesetz regeln will, wird deutlich, dass Organisationen viel agiler werden müssen. Dieses Gesetz spricht ihnen das Recht zu, von zu Hause aus zu arbeiten, ohne dass ihr Arbeitgeber dem zustimmen muss. Ein Collaboration Hub ist ein perfektes Mittel für Organisationen, um sich also nicht nur rechtlich an die Veränderungen anzupassen. Es geht vor allem auch um die Neuerungen, die die Kultur eines Unternehmens betreffen, um eine einfache und schnelle Zusammenarbeit zu fördern.

Digitalisierung bedeutet nicht, dass persönliche Treffen und face-to-face Kommunikation obsolet werden. Aber es bedeutet eindeutig, dass Führungskräfte die Macht innovativer Collaboration Hubs nutzen müssen, um ihre Teams in Zeiten des digitalen Wandels zu managen. Sein Führungsstil muss sich dahingehend ändern, Projekte und Aufgaben aus der Vogelperspektive zu betrachten. Mit dem richtigen Communication-Mix, der Nutzung eines digitalen Collaboration Hubs sowie einer gefestigten Culture werden Mitarbeiter befähigt, auch alleine und als Team erfolgreich zu sein.

(Bildquelle: Gettyimages/iStock)

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