API Trends

Digitale Strategie notwendig

Neue digitale Geschäftsmodelle bringen renommierte Branchen durcheinander und jagen ihnen sicher geglaubte Marktanteile ab. Unternehmen müssen mit einer entsprechenden Strategie auf die Digitalisierung reagieren.

Diagramme auf Tablet

Etablierte Unternehmen gehen derzeit viele Schritte in die digitale Richtung – dieses Vorgehen erscheint zunächst modern und zeitgemäß. Experten und Unternehmensvertreter postulieren die mobile Welt und diskutieren den digitalen Entwicklungsstand. Doch sie denken oft zu kurz und nicht strategisch genug.

Schon jetzt fällt es vielen Unternehmen schwerer, ihre neu entstehenden Inseln und Technologien zusammenzuhalten. An einer Stelle wird eine App für Kunden erschaffen, um auch mobil den vollen Service bieten zu können. Zeitgleich erweitert an anderer Stelle eine Fachabteilung die eigene Infrastruktur mit einer App aus der Cloud und löst ein kleines Problem mal eben schnell an der IT-Abteilung vorbei. Jede dieser digitalen Erweiterungen ist an der ihr zugedachten Stelle sinnvoll. Insgesamt gesehen erwachsen aber neue Baustellen, die nur unzureichend in das Gesamtkonzept integriert sind. Die Folge: Schon kleine Veränderungen ziehen einen großen Anpassungsaufwand nach sich und erzeugen ein Risiko, mit Compliance Vorgaben (Thema: Safe Harbour und BDSG & Co.) nicht mehr Konform zu sein. Dabei soll doch die Digitalisierung genau das Gegenteil erreichen: Einfachheit und Flexibilität in Zeiten schnellen Wandels.

Strategie: geplante Verhaltensweise zur Erreichung eines Ziels

Solche kleinen Schritte sind allenfalls kurzlebige Anpassungen an die sich digitalisierende Welt – mit einer Strategie hat das nicht viel zu tun. Die Anforderungen an die Unternehmen sind aber längst Geschäftsrealität. Wer nicht mithalten kann, bleibt zurück. Deshalb steht die Digitalisierung inzwischen auf der Agenda von vielen Unternehmen: Manche sind eher durch Kundenanforderungen getriebene Smart-Follower, andere greifen das Thema ganzheitlich auf und stellen sich den Herausforderungen auf technischer und organisatorischer Ebene gleichermaßen.

Doch was heißt es nun genau, eine „digitale Strategie“ zu haben? Das Wichtigste ist, dass das obere Management sich des Themas annimmt, denn digitale Inseln entstehen genau dann, wenn einzelne Abteilungen eigenständige Wege gehen. Begreift die Unternehmensführung die Digitalisierung als Chance und fühlt sich nicht nur von den Kunden in diese Richtung gedrängt, ist ein solider Grundstein gelegt. Nun sollten noch gezielt Ressourcen für die Entwicklung und Umsetzung der Strategie eingeräumt werden.

Leider genügt die vorhandene technische Basis in vielen Unternehmen nicht, um langfristig mit der Digitalisierung Schritt halten zu können. Statt kleiner Erweiterungen sollte auch technisch nachhaltig und zukunftssicher gedacht werden. Apps beispielweise können heute mehr als nur Daten anzeigen, die sie bei Bedarf aus einer starren Datenbank abrufen. Der Kunde kann ein Profil gestalten, Listen anlegen, Daten aus anderen Quellen übernehmen und gleich Daten an Produktionssysteme weiterreichen. Mit ihrer Intelligenz wollen Apps nicht nur auf immer mehr Systeme zur selben Zeit zugreifen, sie lösen sie gleichzeitig ab. Musste früher ein ERP-Client exakt zur Version des Backend-Systems passen, ist schon heute der Trend weg vom klassischen Desktop Realität. Die Konsequenz ist, dass die die App-Schicht komplett von der Daten-Schicht getrennt werden muss. Über Bring-Your-Own-Device redet auch niemand mehr, jeder tut es „fast“ ganz selbstverständlich.

APIs werden allgegenwärtig

Die Lösung kann eine Art Eingangstor sein, ein Dreh- und Angelpunkt, der sich als schützende Schicht vor die eigenen Systeme legt und gleichzeitig Anfragen aller Art von außen managt. Dabei heißt „von außen“ nicht zwingend „extern“. Es kann auch sinnvoll sein, innerhalb des Unternehmens einzelne Bereiche logisch voneinander zu trennen.

Wer sich mit Digitalisierung beschäftigt, wird um APIs (Application Programming Interface) nicht herum kommen. Diese Programmierschnittstellen stellen die Verbindung zwischen Apps, Programmen und Systemen her und sind heute so leistungsfähig, dass sie zugleich für die Sicherheitsmechanismen, das Load Balancing sowie das Monitoring verantwortlich gemacht werden können. Unschlagbarer Vorteil eines solchen Ansatzes ist jedoch seine Erweiterbarkeit. Längst sind Microservicearchitekturen in Unternehmensinfrastrukturen angekommen und die Vorteile erkannt.

Dennoch ist es auch hier Ratsam durch ein zentrales API Management, Kontrolle und Sichtbarkeit über alle Schnittstellen zu bekommen, denn Flexibilität und Schnelligkeit werden im digitalen Zeitalter den Unterschied ausmachen.
Schon heute stehen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich gar nicht schlecht da. Man mag zögern, sie als glänzende Vorreiter zu bezeichnen. Aber das Thema steht auf der Agenda und wird mit zunehmender Ernsthaftigkeit verfolgt. Manche Branchen, wie etwa Banken und Versicherungen, haben hier größeren Druck teilweise auch durch Regulatorische Anforderungen (PSD2) oder einen zunehmend Dynamischen Markt (Fintech) als etwa das mittelständische produzierende Gewerbe. Dennoch werden auch in bisher wenig digitalisierten Bereichen die kleinen mobilen Erweiterungen bald den Herausforderungen der Kunden und Mitarbeiter nicht mehr genügen.


* Philipp Schöne ist Senior Presales Consultant & Solution Lead API Server EMEA bei Axway

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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