EMEA ISG Index: Outsourcing-Markt 2018

Digitale Transformation mit starkem Rückenwind

Der EMEA ISG Index stellt vierteljährlich die jeweils aktuellen Daten und Trends des Outsourcing-Markts zur Verfügung. Dabei berücksichtigt er alle kommerziellen Outsourcing-Verträge mit einem Jahresvolumen von mindestens vier Millionen Euro. Hier sind die 5 wichtigsten Fakten und Trends des gesamten Jahres 2018 >>>

Starker Rückenwind

Laut Friedrich Löer, Partner bei der ISG Information Services Group Germany, ist der Rückenwind der digitalen Transformation stärker als der Gegenwind seitens Politik und wirtschaftlicher Großwetterlage.

1. Kontinuierlich an Boden verloren


Das Marktvolumen des traditionellen Sourcings in Großbritannien fiel 2018 um 27 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, obwohl sich die Zahl der abgeschlossenen Verträge um 5 Prozent erhöhte. Damit hat der Markt für traditionelles Sourcing seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 kontinuierlich an Boden verloren. Vor der Volksabstimmung wies UK im Durchschnitt drei Quartale pro Jahr auf, in denen das Vertragsvolumen des traditionellen Sourcings bei mindestens 800 Millionen Euro lag. Nach dem Referendum erreichte nur ein Quartal diese Marke, nämlich das erste Quartal von 2017, in dem einige besonders umfangreiche Mega-Deals geschlossen wurden.

2. Leichtes Minus


In DACH gab das Marktvolumen des traditionellen Sourcings 2018 um 4 Prozent nach. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge ging zugleich um 19 Prozent zurück. Das Wirtschaftswachstum in DACH hat sich 2018 verlangsamt und Ängste vor einer Rezession führten dazu, dass die Unternehmen zunehmend vorsichtig agierten. Zudem sorgt nun die parlamentarische Ablehnung des Brexit-Deals zwischen britischer Regierung und der EU für erhebliche wirtschaftliche Risiken nicht nur für Großbritannien, sondern auch für Deutschland.

3. Politische Unruhen


Die Folgen des unruhigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds hinterlassen auch in Frankreich ihre Spuren. Dort schrumpfte das Marktvolumen des traditionellen Sourcings um 3 Prozent auf 640 Millionen Euro. Die Zahl der geschlossenen Verträge verringerte sich sogar um 13 Prozent. In Folge der „Gelbwesten“-Demonstrationen der letzten Wochen haben sich die französischen Verbraucher vermehrt dem Online-Shopping zugewandt. Davon profitieren vor allem Amazon und andere Online-Händler mit potentiellen Langzeitfolgen für den gesamten Einzelhandel im Jahr 2019.

4. As-a-Service-Expansion ungebremst


Trotz der Zurückhaltung der britischen und DACH-Unternehmen bei Entscheidungen zum traditionellen Sourcing, steigen in beiden Regionen die Investitionen in neue Technologien und As-a-Service-Verträge weiter an. Mit Blick auf dem Gesamtmarkt in EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) legte das Vertragsvolumen von As-a-Service 2018 um 48 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. As-a-Service-Sourcing macht nun 38 Prozent des gesamten Sourcing-Marktes in EMEA aus und wird von der starken Nachfrage nach SaaS und IaaS getrieben, die 2018 beide um jeweils mehr als 40 Prozent wuchsen. Das Vertragsvolumen des gesamten Marktes aus traditionellem und As-a-Service-Sourcing stieg 2018 auf 12,9 Milliarden Euro, was gegenüber 2017 einem Plus von 9 Prozent entspricht. Das ACV (Annual Contract Value) des traditionellen Sourcings lag dabei mit 8 Milliarden Euro um 6 Prozent unter dem Wert von 2017.

5. Globaler Markt wächst


Weltweit legte das ACV des gesamten Sourcing-Markts 2018 um 18 Prozent auf 47,8 Milliarden Euro zu, während EMEA nur ein Plus von 9 Prozent verzeichnete. Das Vertragsvolumen von As-a-Service erreichte weltweit bei einem Plus von im Jahresvergleich 43 Prozent einen neuen Rekordwert. Auch das traditionelle Sourcing wuchs leicht um 2 Prozent.

„Europa wird weiterhin von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt, sodass Unternehmen vorsichtig agieren“, erklärt Friedrich Löer, Partner bei der ISG Information Services Group Germany. „Dennoch investieren die Firmen weiterhin beträchtliche Summen in digitale Technologien, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Position gegenüber den Kunden zu stärken.“ Das zeige deutlich, dass der Rückenwind der digitalen Transformation stärker ist als der Gegenwind seitens Politik und wirtschaftlicher Großwetterlage.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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