Strenge Regularien erwünscht

Digitalisierung verunsichert Europäer

Eine neue Studie zeigt, dass die europäische Bevölkerung die Folgen der Digitalisierung zunehmend kritisch sieht – und sich dementsprechend ein starkes Auftreten der Regierung wünscht.

Digitalisierung

Den Umfrageergebnissen zufolge erwarten die Europäer hinsichtlich des digitalen Umbruchs ein starkes Auftreten der Politik.

Die mit der Digitalisierung einhergehenden Ängste nehmen in Europa zu. Das hat eine Umfrage des „Center for the Governance of Change” der spanischen IE University herausgefunden. Mehr als zwei Drittel der Befragten befürchten demnach, dass neue Technologien in den kommenden zehn Jahren mehr Schaden anrichten, als sie zum Wohlergehen der Gesellschaft beitragen, sofern die Entwicklung nicht richtig gesteuert wird. Für die Studie wurden mehr als 2.500 Menschen aus Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Portugal, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien befragt.

Die Ergebnisse zeichnen prinzipiell das Bild einer kritischen, aber auch verunsicherten europäischen Bevölkerung. Demnach finden 67 Prozent, dass die Regierungen Unternehmen mit speziellen Steuern belegen sollte, wenn diese Arbeitsplätze durch Roboter oder KI substituieren. Darüber hinaus erwarten 70 Prozent, dass sich die Regierung um Arbeitslose kümmert, die durch Roboter ersetzt wurden – selbst, wenn dadurch höhere Steuern entstehen würden. Trotz der vorherrschenden Ängste könnte sich jeder vierte der Befragten vorstellen, dass wichtige politische Entscheidungen in Zukunft von einer KI gefällt werden. Bei den deutschen Teilnehmern der Studie stimmen hier sogar 31 Prozent zu. Die niederländischen Teilnehmer erreichen hier mit 42 Prozent den Spitzenwert.

Den Umfrageergebnissen zufolge erwarten die Europäer hinsichtlich des digitalen Umbruchs ein starkes Auftreten der Politik. So glauben 67 Prozent, dass dieser Aspekt gemeinsam mit dem Klimawechsel derzeit die größte Herausforderung für Europa darstellt. Die Forderungen nach strengen Regularien seitens der Politik sind über alle Nationalitäten hinweg gleichermaßen ausgeprägt. Die deutlichsten Eingriffe wünschen sich Spanier und Portugiesen. Ebenfalls markant: 40 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Arbeitgeber in den nächsten zehn Jahren nicht mehr existiert, sofern dieser keine einschneidenden Änderungen vornimmt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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