BA nutzt hybride Integrationsplattform

Drehscheibe für die Kommunikation

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) konnte mit einer hybriden Integrationsplattform die Abwicklung des Zahlungsverkehrs vereinfachen und Kommunikationsprozesse effizienter gestalten.

  • Nürnberger Zentrale der BA

    Die strengen Sicherheitsanforderungen an die IT der Bundesagentur für Arbeit sind u. a. dem umfangreichen Zahlungsverkehr geschuldet.

  • Serviceleiter Peter Neuhauser und Senior-IT-Architekt Walter Karl

    Serviceleiter Peter Neuhauser und Senior-IT-Architekt Walter Karl

Als der größte Dienstleister am Arbeitsmarkt unterstützt die Bundesagentur für Arbeit (BA) täglich Tausende Menschen bei der Jobsuche, Arbeitsvermittlung, Weiterbildung und der Sicherung des Lebensunterhalts. Um dieses Aufkommen zuverlässig und sicher abwickeln zu können, baut die Behörde auf eine leistungsstarke und skalierbare IT-Landschaft, die in Deutschland zu den größten ihrer Art gehört. In diesem Rahmen müssen ca. 170.000 PC-Arbeitsplätze, 10.000 Server, zwei zentrale Rechenzentren sowie 11.000 Selbstinformationsarbeitsplätze betreut werden. Die Mitarbeiter des angeschlossenen IT-Systemhauses warten rund 16.000 Netzwerkkomponenten.

Damit sichern die IT-Experten unerlässliche Grundlagen für die Leistung und den Geschäftserfolg der Behörde. Durch die konsequente Transformation zu einem digitalen Dienstleister gehören die Automatisierung von Prozessen und die Bereitstellung von innovativen Services zu den Kernkompetenzen des Systemhauses. Dafür werden auf Basis offener Standards eigene Software-Lösungen entwickelt und in hochverfügbaren Rechenzentren als Private Cloud betrieben.

Höchste Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz

Die strengen Sicherheitsanforderungen an die IT-Umgebung der BA sind u.a. dem umfangreichen Zahlungsverkehr der Behörde geschuldet: „Hinter dem Zahlungsverkehr der BA steckt die Zahlbarmachung aller Verpflichtungen einer großen Behörde, wie z.B. das Arbeitslosengeld, das Arbeitslosengeld 2, das Kurzarbeitergeld, aber auch die Löhne und Gehälter aller Mitarbeiter. Es handelt sich demnach um eine unternehmenskritische Aufgabe“, betont Peter Neuhauser, der als Serviceleiter die Bereiche Netzwerk-Services, Security as a Service sowie das CERT-BA verantwortet und das Projekt aufseite der BA gemeinsam mit Senior-IT-Architekt Walter Karl betreut hat.

Der Zahlungsverkehr gehört laut dem IT-Sicherheitsgesetz zu einer Kritischen Infrastruktur (KRITIS), weshalb die komplette Prozesskette alle zwei Jahre im Auftrag des BSI auditiert wird und Abweichungen stringent dokumentiert werden müssen, wie Walter Karl erklärt: „Konformität mit den Richtlinien im Finanzverkehr sowie mit den kassenrechtlichen Vorschriften sind unumgänglich.“ Für die IT bedeute dies, dass die Lösung absolut vertraulich und hochverfügbar bereitzustellen sei – ein höchstes Maß an Informationssicherheit und Datenschutz werde vorausgesetzt.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, setzt die Behörde bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit der Bundesbank und den Geschäftsbanken auf die Amplify Hybrid Integration Platform (HIP) von Axway. Mit der Lösung lassen sich geschäftsrelevante Integrationsmuster abbilden, um heterogene Anwendungen, Daten oder Prozesse nahtlos zusammenzuführen. Die BA nutzt diese Multiprotokollfähigkeit u. a. dafür, um die Protokolle des eigenen ERP-Systems mit denen der Bundesbank und der Geschäftsbanken zusammenzubringen. Laut Peter Neuhauser liegt der große Vorteil der Plattform darin, dass alle notwendigen Komponenten (Integration, Payment-Server sowie ein Banking Client für das Fachpersonal) beinhaltet sind und die Workflows sehr einfach an die Belange der Bundesagentur für Arbeit angepasst werden konnten.

Fachübergreifende Wiederverwendbarkeit

Die Anforderungen des internen Business Owners sowie die Vorgaben für den Zahlungsverkehr seitens der EZB gaben die fachlichen Spezifikationen vor, wie Peter Neuhauser erklärt. Im Rahmen des Projekts wurden diese fachlichen Anforderungen dann in technische Anforderungen an die Software übersetzt. „Die bereitgestellte Lösung wurde durch die Staging-Umgebungen der BA (Labor, fachlicher Test, Integrationstest, Produktion) sukzessive produktiv gesetzt“, erläutert der IT-Spezialist. Die Laufzeit des Projekts betrug dabei etwa ein Jahr und ist laut Neuhauser dezidiert als Gemeinschaftserfolg zu verstehen, der ohne die gute Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern bei Axway so nicht möglich gewesen wäre.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Neben dem Zahlungsverkehr wird die Amplify HIP auch für die Arbeitgeberkommunikation des BEA-­Services genutzt. Das Verfahren erlaubt es, Bescheinigungen elektronisch an die Bundesagentur für Arbeit zu übermitteln. Hier bewährte sich laut Walter Karl vor allem die fachübergreifende Wiederverwendbarkeit der HIP-Module. Demnach konnte das Team für die Umsetzung der BEA-Anforderungen die gleiche Integrationsplattform wie für den Zahlungsverkehr verwenden. Konkret wurde dabei die Kommunikation zwischen den BA-Fachanwendungen und der globalen Verteilplattform der ITSG (Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung GmbH) verknüpft. Dafür musste die Integrationsplattform laut Karl als sogenannte BEA-DAV (Datenannahme- und Verteilstelle) in Form einer hybriden Kommunikationsdrehscheibe eingepasst werden. „Der Vorteil einer solchen Herangehensweise spiegelt sich in der einfachen Umsetzung weiterer DAV wie KEA (Kurzarbeiterentgeldleistungen) wider“, ergänzt der Experte.

Ein wichtiger Punkt, wurden doch so auch die pünktliche Zahlung des Kurzarbeitergelds sowie der reibungslose Datenaustausch in den vergangenen Monaten garantiert. Damit haben sich sowohl die eingesetzte Lösung als auch das Anwenderteam in der aktuellen Krise als zuverlässige Kräfte für die Abwicklung kritischer Prozesse bei der BA bewährt, die für viele Tausend Menschen zur Existenzsicherung beitragen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) …

… ist mit insgesamt 95.000 Angestellten die größte Behörde Deutschlands. Das IT-Systemhaus agiert als IT-Dienstleister der BA und stellt über 100 Anwendungen und IT-Lösungen für die Arbeitsagenturen und Jobcenter bundesweit bereit. Software-Lösungen im IT-Systemhaus werden mit innovativen Technologien und Architekturen auf Basis offener Standards entwickelt und in redundanten, hochverfügbaren Rechenzentren als Private Cloud betrieben. Die Digitale Agenda beinhaltete schon vor der derzeitigen Situation eine deutliche Erweiterung des Online-Angebots. Hierbei setzt das IT-Systemhaus zunehmend auf agile Methoden, um optimale kundenorientierte Dienstleistungen anbieten zu können.


Bildquelle: BA

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