Bußgelder bei Datenschutzverstößen

DSGVO: Viele Strafen in Deutschland

Wie eine Umfrage des „Handelsblatt” ergeben hat, häufen sich die Sanktionen auf Grund von Verstößen gegen die DSGVO in Deutschland zunehmend.

Ein Richter verliest die Anklageschrift

Alleine beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht sollen 85 Bußgeldverfahren im Zusammenhang mit der DSGVO offen sein.

Harte Sanktionen treffen vor allem die ganz Großen – diesen Eindruck konnte man bekommen, wenn man in den letzten Monaten die mediale Berichterstattung zur Umsetzung der DSGVO verfolgt hat. Wie sehr dieser Eindruck täuscht, zeigt aktuell eine Recherche des „Handelsblatt”, in dessen Zuge die Datenschutzbeauftragten der Länder zur aktuellen Lage befragt wurden. Demnach hätten die entsprechenden Behörden auf Nachfrage mitgeteilt, dass aktuell sehr viele Verfahren laufen würden. So sollen alleine beim Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht 85 Bußgeldverfahren im Zusammenhang mit der DSGVO offen sein.

Wie sich bereits von den Sanktionen für das Jugendportal „Knuddels” ableiten ließ, herrscht bei den Bußgeldern selbst derzeit offenbar noch eine gewisse Kulanz – vor allem, wenn sich die betroffenen Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit den Behörden kooperativ zeigen. So soll die bisher höchste Strafe laut der Umfrage bei 80.000 Euro liegen – verhängt in Baden Württemberg. In Hamburg sollen Sanktionen in Höhe von 25.000 Euro verteilt worden sein, in Nordrhein-Westfalen belaufe sich die Summe auf 15.000 Euro. Die meisten der Verfahren würden von Beschwerden angestoßen werden.

„Die EU-Datenschutz-Grundverordnung hat die Rechte der Verbraucher deutlich gestärkt. Jetzt ist es angesichts der veränderten Umstände an den Unternehmen zu demonstrieren, dass sie ihre bisherige Herangehensweise an den Datenschutz überdenken”, schreibt Kai Zobel, Regional Director bei Thales eSecurity, in diesem Zusammenhang. Sie seien in der Bringschuld und müssten sicherstellen, dass sie die neuen Compliance-Anforderungen erfüllen und die Beziehung zu ihren Kunden umfassender definieren als bisher.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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