Nachgefragt bei Hans-J. Sterrer, SBS Software

E-Bilanz fordert viele Pflichtinformationen

Interview mit Hans-J. Sterrer, PR-Manager bei der SBS Software GmbH in Bretten

Hans-J. Sterrer, SBS Software

Hans-J. Sterrer ist PR-Manager bei der SBS Software GmbH in Bretten.

IT-DIRECTOR: Herr Sterrer, welche Unternehmen sind von der E-Bilanz betroffen?
H.-J. Sterrer: Von der E-Bilanz sind alle bilanzierenden Unternehmen betroffen, das heißt Steuerpflichtige, die ihren Gewinn nach § 4 Absatz 1, § 5 oder § 5a EStG ermitteln.

IT-DIRECTOR: Die E-Bilanz ist für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2011 begonnen haben, verpflichtend anzuwenden. Welche Übergangsregelungen gibt es derzeit? Bis wann dürfen Unternehmen noch eine Papiereinreichung vornehmen?
H.-J. Sterrer: Durch die sogenannte Nichtbeanstandungsregelung (BMF-Schreiben vom 28.09.2011 IV C 6 – S 2133-b/11/10009) muss die E-Bilanz in der Regel erst für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2012 beginnen, abgegeben werden.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Strafen müssen Unternehmen, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten, rechnen?

H.-J. Sterrer: Sofern es sich nicht um einen Härtefall handelt, können Zwangsgelder festgesetzt werden (§§ 328,329 AO).

IT-DIRECTOR: Welche Daten müssen die Betriebe im Rahmen von E-Bilanz nun elektronisch übermitteln?
H.-J. Sterrer: In der aktuellen Ausbaustufe beinhaltet die sogenannte „Taxonomie“ einen Aufbau für die Stammdaten zum Unternehmen, Bilanz und GuV.

IT-DIRECTOR: Wo lauern für die Verantwortlichen mögliche Gefahren bei der Umstellung auf die E-Bilanz?

H.-J. Sterrer: Die elektronisch übermittelten Daten zur Bilanz können nun durch die Steuerbehörde einfacher mit den Steuererklärungen abgeglichen werden. Eventuelle Abweichungen fallen somit schnell auf. Die größte Gefahr besteht jedoch darin, dass Unternehmen aufgrund mangelnder Vorbereitung erst gar nicht dazu in der Lage sind, eine korrekte E-Bilanz zu erstellen und deshalb dann ein enormer Nachbearbeitungsaufwand der Buchhaltung durch die Anforderungen der E-Bilanz entsteht.

IT-DIRECTOR: Inwieweit kann die E-Bilanz mit bereits vorhandener Finanzsoftware gestemmt werden? Oder müssen Unternehmen eine Aktualisierung Ihrer Finanzsysteme vornehmen bzw. diese um neue Funktionen ergänzen? Wenn ja, um welche?
H.-J. Sterrer: Der Aufbau der E-Bilanz fordert viele Pflichtinformationen, die nur über die Nutzung neuer Konten erfüllt werden können. Um sicher zu gehen, dass alle geforderten Informationen für die E-Bilanz in der Buchhaltung vorliegen, muss das Buchungsverhalten überprüft werden. Hierbei dürfen die vorgelagerten Systeme mit Schnittstellen in die Finanzbuchhaltung (z.B. Warenwirtschaft, Entgeltabrechnungen) nicht vergessen werden.

Hierzu stellen wir seit diesem Jahr unseren Kunden einen überarbeiteten Kontenrahmen mit allen notwendigen Konten zur Verfügung. Für die Umwandlung der Buchhaltungsdaten in den Aufbau der E-Bilanz sowie letztlich zur Übermittlung an die Finanzbehörde kann dann unser Modul „SBS Rewe plus E-Bilanz“ genutzt werden.

IT-DIRECTOR: Wie kann die Sicherheit der Finanzdaten gewährleistet werden – zum einen auf Seiten des Anwenderunternehmens und zum anderen auf der der Finanzbehörde?

H.-J. Sterrer: Es gelten über die bisherigen Sicherheitsanforderungen für Steuererklärungen und Buchhaltungsdaten keine hinausgehenden Anforderungen. Auf Seiten der Finanzbehörde kommt das bewährte Elster-Verfahren zum Einsatz.

IT-DIRECTOR: Inwieweit sind die Wirtschaftsprüfer hierzulande bereits auf die E-Bilanz vorbereitet?
H.-J. Sterrer: Das können wir leider nicht beurteilen, wir denken jedoch eher schleppend.

IT-DIRECTOR: Welche Neuregelungen im Bereich der Finanzbuchhaltung sind vom Steuerbürokratieabbaugesetz (Steubag) in naher Zukunft noch zu erwarten?
H.-J. Sterrer: Es besteht hier die Gefahr, dieses Gesetz zu spekulativ einzuschätzen und auszulegen.

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