Tipps für Unternehmen

Effizient in die Cloud migrieren

Bei der Migration von Anwendungen in die Cloud oder zu einem anderen Provider sind einige Hürden zu überwinden. Mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung und externer Unterstützung lässt sich der Umzug aber effizient durchführen.

Zur Reduzierung von Kosten treiben häufig die Finanzabteilung oder die Geschäftsführung den Umzug von Anwendungen in die Cloud oder den Wechsel des Cloud-Anbieters voran. Jedoch ist den Verantwortlichen in vielen Fällen die Komplexität des Vorhabens durch die zu berücksichtigenden Zusammenhänge zwischen den involvierten Systemen nicht bewusst. Die Migration eines bestehenden Rechenzentrums in die Cloud oder von einem Cloud-Provider zu einem anderen kann daher sehr aufwändig sein.

Es gibt zwar Cloud-Anbieter, die sogenannte „Free Migrations“ anbieten, diese umfassen jedoch häufig nur ein begrenztes Set an Werkzeugen. Damit lassen sich meist nur Daten replizieren. Doch dies stellt nur etwa zehn Prozent des Migrationsweges dar. Unterstützung bei der Konfiguration oder beim Projektmanagement – diese Bereiche entsprechen praktisch den restlichen 90 Prozent des technischen Aufwands einer Migration – ist von diesen Anbietern nicht zu erwarten.

Die Schritte zur Migration

 

Daher müssen Unternehmen eine Cloud-Migration sorgfältig planen. Um diesen Vorgang zu erleichtern, ist eine vollständige Unterstützung durch das interne Management nötig. Im ersten Schritt muss dann geklärt werden, welche Anwendungen aus welchen Gründen und mit welchen Zielen migriert werden sollen. Anschließend sind die notwendigen und zu berücksichtigenden technischen Prozesse zu analysieren sowie die Cloud-Architektur und der Provider auszuwählen. Auch muss geklärt werden, ob genügend Fachkräfte mit ausreichendem Wissen sowie die entsprechenden Tools und das nötige Budget vorhanden sind.

„Soll die Migration mit eigenen Kräften realisiert werden, bietet es sich an, zuerst eine unkritische Anwendung umzuziehen“, sagt Roger Schroth, Director International Strategy bei Rackspace. „Tatsächlich führen dies nach einer aktuellen Studie*, 39 Prozent der Unternehmen so durch. Überraschenderweise beginnen 29 Prozent mit einer geschäftskritischen Anwendung und weitere 29 Prozent gleichzeitig mit kritischen und unkritischen Applikationen. Dies zeigt das zunehmende Vertrauen in die Sicherheit und Performance der Cloud, ist aber bei einer Erstmigration aufgrund der technischen Unsicherheiten nicht zu empfehlen.“

Unternehmen verfolgen sehr unterschiedliche technische Ansätze bei der Migration:

  • Gemäß der Studie nutzten 22 Prozent der Befragten dazu Server-Images, die auf der Infrastruktur des Cloud-Providers laufen.
  • 21 Prozent änderten die Anwendungsarchitektur und/oder den Code und installierten die Applikation neu beim Provider.
  • 18 Prozent übertrugen die Anwendung ohne Änderungen in die Cloud.
  • Nur 11 Prozent mussten die Applikation von Grund auf neu schreiben und jedes zehnte Unternehmen kaufte eine entsprechende SaaS-Version der Anwendung ein. Zu letzterem tendierten vor allem kleinere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, in dieser Gruppe waren es 21 Prozent.

Externe Unterstützung

Während die meisten Führungskräfte davon ausgehen, dass der Umzug aus eigener Kraft gelingt, glaubt nur ein Drittel der IT-Abteilungsleiter, dass sie genügend Erfahrung im Betrieb Cloud-basierter Infrastrukturen besitzen. Von den IT-Entscheidern, die bereits eine Cloud-Migration durchgeführt hatten, wandte sich beim nächsten Umzug sogar über die Hälfte zur externen Unterstützung an Drittanbieter.

„Tatsächlich steigen die Anforderungen des Business an eine Cloud-Migration kontinuierlich“, so Roger Schroth. „Durch die Zusammenarbeit mit Migrationsexperten können Unternehmen sich stärker auf die dadurch zu erreichenden Geschäftsziele konzentrieren. Dazu gehören die Verschlankung von Betriebsprozessen und die Anpassung des Betriebsmodells. Dagegen beschäftigen sich die IT-Experten ohne Unterstützung von außen hauptsächlich damit, ob sie die richtigen Tools und Fähigkeiten besitzen. Das ist nicht im Sinne einer effizienten Cloud-Migration.“

Die wichtigsten Tipps für Unternehmen
1. Nachvollziehbare Ziele für die Migration setzen
2. Die Unterstützung der Geschäftsführung sicherstellen
3. Den eigenen IT-Reifegrad bestimmen
4. Fähigkeiten, Inventar und Abhängigkeiten analysieren
5. Wissen und Expertise prüfen – intern und extern
6. Den Migrationsweg festlegen
7. Das Budget bereitstellen
8. Die Mitarbeiter schulen
9. Die Migration durchführen
10. Das Erreichen der Ziele prüfen


*Über die Studie
Im Rahmen der Studie, die Rackspace beim unabhängigen Technologie-Marktforschungsspezialisten Vanson Bourne in Auftrag gegeben hat, wurden 250 IT- und 250-Business-Entscheider im September und Oktober 2015 befragt. Die Teilnehmer beantworteten einen von zwei Fragebögen, je nach Fortschritt ihres Unternehmens bei der Cloud-Migration. Dabei handelte es sich einerseits um Unternehmen, die bereits ein Cloud-Migrationsprojekt durchgeführt hatten (375 Teilnehmer), andererseits um Unternehmen, die noch keine Cloud-Migration abgeschlossen hatten, aber dies innerhalb der nächsten 18 Monate planten (125 Teilnehmer). Die Befragten stammten von gleichmäßig über Größen und Sektoren verteilten Organisationen und wurden online über einen strengen Multi-Level-Screening-Prozess ausgewählt. Dies gewährleistete, dass nur geeignete Kandidaten teilnehmen konnten.

Bildquelle: Thinkstock / Wavebreak

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