Modernes Rechenzentrum für die Private Cloud

Eigene Private-Cloud-Plattform eingerichtet

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. hat die ­IT-Infrastruktur in seinem Kölner Rechenzentrum modernisiert und zur Private Cloud ausgebaut. Heute laufen die Systeme schneller und stabiler.

Patientin, Bildquelle: Johanniter

Rund 14.000 Johanniter-Mitarbeiter versorgen täglich hilfsbedürftige Menschen in ganz Deutschland – die IT-Unterstützung kommt dabei aus der eigenen Private Cloud.

Die „Hilfe von Mensch zu Mensch“ steht im Mittelpunkt bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH). Sie ist bereits seit 60 Jahren aktiv und gehört zu den größten Hilfsorganisationen Europas. Der JUH-Landesverband Nordrhein-Westfalen stellt in seinem Rechenzentrum in Köln das ERP-System für die 300 Orts-, Kreis- und Regionalverbände in Deutschland sowie die Group­ware für den eigenen Landesverband bereit.

Ganz rund lief es jedoch zuletzt nicht mehr, erinnert sich Roland Deuß, IT-Leiter des JUH-Landesverbandes: „Das klassische Backup auf Bändern nahm Überhand, die Anzahl war so umfangreich, dass die Administration erschwert wurde. Die Ausfallsicherheit war begrenzt, da das Storage nicht redundant ausgelegt war.“ Hinzu kam, dass die Server für die Datensicherung bis dato im selben Raum standen wie die zentralen IT-Systeme, was im Falle einer Störung im Rechenzentrum weitreichende Folgen gehabt hätte.

Vor diesem Hintergrund entschied sich der Landesverband NRW, seine IT-Infrastruktur komplett zu virtualisieren und auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Aus Gründen der Datenhoheit und Autonomie sollten die Systeme dabei auch weiterhin im eigenen Kölner Rechenzentrum betrieben werden. Für die Umsetzung des Projektes holte der Landesverband den IT-Dienstleister Pironet NDH ins Boot.

Die Experten des Dienstleisters begannen zunächst mit dem Re-Design des kompletten Netzwerkes im Rechenzentrum und hoben die Geschwindigkeit von einem auf zehn Gigabit an. Für die Beschleunigung der Datenverbindung zwischen Servern und Storage sorgt ein schneller Ethernet-Bus auf Basis von Cisco Nexus Switchen. Diese lassen sich wie ein großer Switch konfigurieren und sind ausfallsicher ausgelegt. Die historisch gewachsene Verkabelung wurde neu gestaltet, so dass alle angeschlossenen Komponenten mit maximaler Geschwindigkeit und ohne Umwege versorgt werden können. „Die Zugriffsgeschwindigkeit im LAN ist  gestiegen“, so Deuß. „Selbst wenn viele virtuelle Server gleichzeitig gestartet werden, ist der Datendurchsatz performant schnell. Früher dauerte ein Serverboot bis zu vier Minuten. Diese Zeit ist gesunken, unsere virtuellen Server booten jetzt innerhalb von 30 Sekunden.“

Weniger Kabel im Rechenzentrum

Für die Virtualisierung stieg die JUH von ihrer bestehenden VMware-Lösung auf die neue Version vSphere 5 Enterprise Plus Edition um, was die Anbindung der neuen Hostsysteme mit der vSphere-Distributed-Switch-Technologie ermöglichte. „Durch diesen Umstieg haben wir rund 75 Netzwerkkabel und 300 Meter Patchkabel sowie ganze Patchpanel eingespart“, erklärt Deuß. „Dadurch ist unser Rechenzentrum heute übersichtlicher. Weniger Kabel bedeuten außerdem einen verringerten Hitzestau und geringeren Kühlbedarf, so dass wir entsprechend weniger Energie verbrauchen.“

Das zentrale Storage-System wurde auf die vFiler-Technologie von NetApp migriert. Diese Technologie erlaubt eine Partitionierung des Storages in mehrere Einheiten, die sich wie physisch getrennte Systeme verhalten. Damit lassen sich im laufenden Betrieb einzelne Speichereinheiten auf Ersatzplattformen verlagern. Ausfallzeiten, zum Beispiel aufgrund von Wartungsarbeiten, können so vermieden werden. Gleichzeit werden Daten sicher isoliert und der physische Storage wird mandantenfähig. Zudem setzt die Hilfsorganisation die SnapLock-Funktionalität des Technologieanbieters ein. Mit ihr können die Johanniter Daten dauerhaft sichern und so sämtliche E-Mail-Bestände revisionssicher und kostengünstig auf Festplatte speichern.

Um künftig auch bei größeren Systemstörungen arbeitsfähig zu bleiben, entschied sich der Landesverband, ein zusätzliches Backup-Rechenzentrum jenseits des Rheins zu errichten. Mit nur einer Stunde Verzögerung werden die Abbilder der geschäftskritischen Systeme regelmäßig auf das Backup-System in einem asynchronen Spiegel übertragen. Sollten einzelne Systeme oder schlimmstenfalls das ganze Rechenzentrum ausfallen, kann die JUH so innerhalb einer Viertelstunde die wichtigsten Anwendungen am Ausweichstandort wieder hochfahren. Sämtliche Standorte sind dann schon nach kurzer Zeit wieder arbeitsfähig.

Um auch an den größeren Standorten Engpässe beim Zugriff auf die Private Cloud zu vermeiden, passte das Anbieterunternehmen auch die bereits vorhandenen WAN-Beschleuniger der Firma Riverbed an das neue Infrastrukturkonzept an. Diese legen bereits aus der Cloud geladene Informationen lokal in einem Zwischenspeicher ab. Werden die Informationen erneut abgerufen, stehen sie entsprechend schnell zur Verfügung. Erste Auswertungen ergaben eine Performance-Steigerung von über 80 Prozent. „Seit der Umstellung gibt es bei uns kaum noch Störungen oder Verzögerungen beim Datenzugriff oder bei der Anmeldung“, so IT-Leiter Deuß. „Unsere Mitarbeiter können flüssiger mit den Groupware- und ERP-Anwendungen arbeiten.“

Verkürzte Ladezeiten dank Private Cloud

Die Johanniter ziehen eine positive Projektbilanz: „Die Private Cloud hat für uns mehrere Vorteile“, resümiert Deuß. „Die modernisierte Infrastruktur arbeitet jetzt stabiler und schneller als zuvor, Anmeldevorgänge und Ladezeiten haben sich spürbar verkürzt. Das berichten unsere Anwender. Zugleich ist unsere Systemlandschaft übersichtlicher geworden und somit leichter zu verwalten.“ Wichtig war es, die Infrastruktur im Gesamten zu betrachten. Ohne das Re-Design des Netzwerkes und die Neukonfiguration der WAN-Beschleuniger wäre eine derartige Performance-Verbesserung nicht möglich gewesen. Dabei wurden aus Gründen des Investitionsschutzes nach Möglichkeit vorhandene Komponenten weiterverwendet.

Über Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. ist seit 60 Jahren in unterschiedlichen sozialen und karitativen Bereichen aktiv. Sie steht in der Tradition des evangelischen Johanniterordens, dessen wichtigstes Anliegen seit Jahrhunderten die Hilfe von Mensch zu Mensch ist. Mit mehr als 14.000 hauptamtlichen Mitarbeitern, etwa 30.000 ehrenamtlichen Aktiven und über 1,4 Millionen Fördermitgliedern ist die Johanniter-Unfall-Hilfe eine der größten Hilfsorganisationen Europas.
Im Internet: www.johanniter.de

www.pironet-ndh.com

Bildquelle: Johanniter

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