RZ2Go passt sich an

Ein Rechenzentrum für alle Fälle

Dank kompakter Größe lassen sich Rechenzentrumsmodule flexibel einsetzen – sozusagen als Data Center für alle Fälle.

Hochgebirge

Im Hochgebirge, auf Bohrinseln oder in der Wüste: Robuste, mobile Rechenzentren passen sich flexibel an.

Tonnenweise Beton und Stahl, kilometerlange Kabel, mehrere tausend Server und Flächenquadratmeter – mit solchen Zahlen beeindrucken die modernsten Rechenzentren der Welt. Aber es geht auch anders, zumindest für den temporären Betrieb: Eine neue Generation von Rechenzentren schert sich nicht um maximale Kenngrößen. Stattdessen geht es um höchste Effizienz auf möglichst wenigen Quadratmetern. Das „Rechenzentrum to go“ hat die Größe eines Containers und ist flexibel einsetzbar.

In einer Zeit, in der Schnelligkeit und Agilität die Wirtschaftswelt umtreiben, brauchen Unternehmen eine flexible IT. Das gilt nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch nach physischen Aspekten. Vor diesem Hintergrund kommt das mobile Rechenzentrum ins Spiel. Es lässt sich per LKW oder Kran transportieren und besitzt die Größe eines herkömmlichen Containers. Ausgestattet mit moderner Data-Center-Technik wird es losgelöst von der eigenen Stromversorgung betrieben. Damit soll sich das mobile Rechenzentrum als temporäre Lösung für große Unternehmen eignen, etwa wenn sie eine Notfallwiederherstellung benötigen, Überbrückungsphasen anstehen – beispielsweise während eines Umzugs – oder sie ihre Kapazitäten schnell und flexibel erweitern wollen.

Ein Beispiel ist das RZ2Go, das die Telekom-Tochter T-Systems gemeinsam mit dem chinesischen IT- und TK-Spezialisten Huawei vorgestellt hat. Das Mini-Rechenzentrum ist in einem Schiffscontainer installiert, alle technischen Systeme sind integriert – vom Server über die Speicherkomponenten bis hin zu Kühlung und Stromversorgung. Das Besondere: Im Vergleich zu anderen Container-Konzepten besteht die Möglichkeit, das RZ2Go in die Cloud zu integrieren und Daten aus der Wolke darin zu spiegeln – quasi eine lokale Private Cloud aus der Box. „Neben unseren bestehenden zentralen Cloud-Plattformen ist das mobile Rechenzentrum für den Einsatz direkt beim Kunden vor Ort gedacht. Während wir uns um leistungsstarke Netzanbindung, den Betrieb und die Cloud-Expertise kümmern, stammt die Technik von unserem Partner Huawei“, erläutert Dr. Ferri Abolhassan, Geschäftsführer T-Systems International GmbH und verantwortlich für die IT-Division. „Wir konnten die Bereitstellungszeit auf lediglich eine Woche minimieren. Überdies führen wir mit dieser Kooperation die Stärken aus zwei Kontinenten zusammen: unsere Technologie- und Qualitätsführung bei Cloud-Services sowie die Lösungskompetenz von Huawei", so Abolhassan.

Beide Anbieter nutzen den Container beispielsweise als Testumgebung für neue Services. Desweiteren setzen ihn Anwenderunternehmen für eine schrittweise Migration der eigenen IT in die Cloud als hybride Lösung ein. Aber auch für Standorte an schwer zugänglichen Orten oder Ländern mit strengen Datenschutzbestimmungen stellt das Rechenzentrum eine sinnvolle Ergänzung dar, beispielsweise auf Bohrinseln oder in Gebirgslagen. So kann die eigene IT via Cloud ausgelagert werden, ohne dass die Daten das Land verlassen. Mit der richtigen Kühltechnik ausgestattet, ist es sogar möglich, ein mobiles Rechenzentrum in der Wüste zu betreiben.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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