Alte Infrastrukturen aufbrechen

„Eine Kultur der Innovation schaffen“

Veit Brücker, Vice President Central Europe von Snowflake, hält es für elementar wichtig, eine Kultur der Innovation zu schaffen. „Wenn Unternehmen das nicht machen und zu lange in einer alten Welt verharren, werden sie nicht in der Lage sein, die altgewachsenen IT-Infrastrukturen aufzubrechen und neue Wege zu gehen.“

Veit Brücker, Vice President Central Europe von Snowflake

Einen Stolperstein sieht Veit Brücker von Snowflake in der Akzeptanz von neuen Technologien bei den Mitarbeitern selbst.

ITD: Herr Brücker, welchen Einfluss hat die Corona-Krise bislang generell auf die Cloud-Nutzung in Deutschland ausgeübt?
Veit Brücker:
Covid-19 beschleunigt die Digitale Transformation. Technische Sprünge an sich waren im Vorfeld der Krise schon da, wie die vierte industrielle Revolution oder die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI). Vor der Corona-Krise waren das jedoch nur Ströme, jetzt machen geschlossene Büros und die damit verbundene Heimarbeit die Cloud zu einer dringenden Notwendigkeit. Fakt ist: Es gibt Unternehmen, die an der Corona-Krise scheitern werden. Bei einigen hat das sicher mit den wirtschaftlichen Restriktionen zu tun. Bei anderen aber liegt das in erster Linie daran, dass sie den Absprung verpasst haben. Noch vor einigen Jahren haben viele Unternehmen eine „No Cloud”-Strategie verfolgt – das ist jetzt vom Tisch und die Unternehmen gehen über zu einer „Cloud-Only“-Strategie.

ITD: Was lagern die Unternehmen aktuell vornehmlich in die Cloud aus und warum?
Brücker:
Aktuell geht es Unternehmen vor allem um den Zugang zu Daten und Prozessen, darunter vornehmlich Kernprozesse, die wichtig für Vertrieb, Marketing und den Kundenservice sind. Das hängt auch mit dem Trend zu Software as a Service (SaaS) zusammen. Immer mehr sehen wir auch Infrastrukturen, die ausgelagert werden, um den Betrieb von Daten und Systemen zu kontrollieren und besser zu gewährleisten – das betrifft vor allem Infrastrukturen, die eine Single Source of Truth garantieren sollen.

ITD: Wie verhält es sich mit der Komplexität der Verwaltung der Cloud-Infrastrukturen?
Brücker:
Die Komplexität der Verwaltung von Cloud-Infrastrukturen und auch von Datenstrukturen ist durch Datensilos geprägt. Mit einzelnen On-Premises-Lösungen wurden schon in der Vergangenheit viele Datensilos aufgebaut, aber wir sehen auch wie Unternehmen weiterhin neue Silos aufbauen, sei es durch SaaS-Lösungen, Webdaten, Third-Party-Daten oder Daten aus verschiedenen Geschäftsbereichen. Diese Komplexität ist heute ohne eine Cloud-Datenplattfom kaum mehr zu managen.

ITD: Mit welchen Tools und IT-Lösungen lassen sich Cloud-Infrastrukturen übersichtlich und sicher managen?
Brücker:
Snowflake ist eine Plattform, um Cloud-Infrastrukturen übersichtlich und sicher zu managen. Der Kunde kann selbst entscheiden, bei welchem Anbieter (Amazon Web Services, Google Cloud Platform oder Microsoft Azure) und in welcher Region er seine Daten speichert. Mit der Cross Cloud lassen sich Daten sogar über Regionen und Cloud-Plattformen hinweg sicher und gemeinsam nutzen. Mit Snowflake können Unternehmen auf eine beliebige Menge an Rechenleistung für eine beliebige Anzahl von Benutzer zugreifen. Organisationen können sich mit der Data Cloud verbinden und ihr eigenes Netzwerk schaffen, um Daten über ihr Ökosystem von Geschäftspartnern und Kunden auszutauschen. So können Unternehmen ihre riskante und umständliche Datenfreigabe durch eine sichere Variante ersetzen. Damit sind sie für zukünftige Kunden- und Marktanforderungen vorbereitet.

ITD: Welche Stolpersteine und Herausforderungen tauchen dennoch manchmal auf?
Brücker:
Die großen technischen Herausforderungen finden sich typischerweise in der gewachsenen IT-Infrastruktur von Unternehmen. Diese Altlasten führen zu Datensilos und mit diesen Silos ergeben sich viele Sicherheits- und Compliance-Themen. Ein weiterer Stolperstein ist die Akzeptanz von neuen Technologien bei den Mitarbeitern selbst. Hier ist es elementar wichtig, eine Kultur der Innovation zu schaffen. Das hört sich einfacher an, als es in der Praxis ist. Aus meiner Sicht ist das jedoch die Kernaufgabe einer heutigen Organisation: Menschen auf diesem Weg zu begleiten. Eine Akzeptanz zu schaffen, die geprägt ist von neuen Ideen und von ausprobieren. Das zieht letztlich neue Talente an und fördert wiederum das Innovationsschwungrad mit diesen Talenten. Wenn Unternehmen das nicht machen und zu lange in einer alten Welt verharren, werden sie nicht in der Lage sein, die altgewachsenen IT-Infrastrukturen aufzubrechen und neue Wege zu gehen.

ITD: Worauf sollten Unternehmen achten, wenn Sie sich kurzfristig dazu entscheiden, noch in diesem Jahr in die Cloud zu gehen, und ihr IT-Budget nicht sprengen wollen?
Brücker:
Üblicherweise fangen Unternehmen erstmal mit kleineren Use Cases an und achten von Beginn an darauf, dass eine klare Governance-Struktur, Kostenkontrolle und Zuweisung der Kosten möglich ist. Das besondere an modernen Cloud-Datenplattformen sind berechenbare, gut kalkulierbare und vor allem auch kontrollierbare Abrechnungsmodelle. Durch die Trennung von Storage und Compute sind wir in der Lage, sehr günstig Speicherplatz anzubieten und gleichzeitig durch ein Pay-as-you-use-Modell sekundengenaue Abrechnungen durchzuführen. Darüber hinaus ist es mit unserem Governance-Modell auch möglich, die Kosten verbrauchsgenau den einzelnen Kostenstellen zuzuweisen. Dadurch kann das IT-Budget granular auf unterschiedliche Organisationsbereiche verteilt werden. Das kann hilfreich sein, um weitere Budgets zu allokieren und es führt zu einer übersichtlichen Kostenkontrolle.

Bildquelle: Snowflake

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