Voice-Verband unterstützt CIOs in Europa

Eine stärkere Stimme für CIOs

Chief Information Officers und Vertreter von IT-Nutzern in ganz Europa haben sich in einem Dachverband vereint. Auf der Agenda stehen der Umgang mit dem Fachkräftemangel in Europa und die Berücksichtigung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in Bezug auf Sicherheit, globale Harmonisierung, Verantwortlichkeit und Anbieterverhalten bei den Konsultationen der Europäischen Kommission zum Thema Cloud Computing.

Der Voice-Verband will den CIOs in Europa eine stärkere Stimme verleihen und ihnen Gehör verschaffen.

Am 7. Februar 2012, pünktlich zum 20. Jahrestag der Unterzeichnung des Maastrichter Vertrags zur Europäischen Union, wurde die Gründung des europaweiten Verbandes für CIOs mit dem Namen European CIO Association (AISBL) offiziell bekanntgegeben.

Der Verband soll die Arbeit von Chief Information Officers in großen internationalen Anwender-Unternehmen durch den Austausch von Informationen, Meetings und professionellen Entwicklungsstrategien auf höchster Ebene unterstützen. Die European CIO Association vertritt die gemeinsame Sichtweise sowie Vorschläge von CIOs und Großunternehmen, die IT-Services nutzen, auf EU-Ebene gegenüber Regierungen und Anbietern auf EU-Ebene. Um die Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission zu gewährleisten, hat sie ihren Sitz in Brüssel.

Durch die Unterstützung von mehreren nationalen Interessensverbänden und 400 CIO-Gründungsmitgliedern verfügt der neue Verband eigenen Angaben zufolge über eine unmittelbare Unterstützerschaft von mehreren Hundert CIOs aus ganz Europa. Dadurch soll erstmals ein Verband die nötige Glaubwürdigkeit haben um als "Stimme der IT-Anwender" in ganz Europa auftreten zu können. Der Verband zielt eigenen Angaben zufolge darauf, dass die Interessen der IT-Anwenderunternehmen ein ähnliches Gehör finden, wie dies bereits für die Angebotsseite erfolgt. Die Gründung des Verbandes bringt zum Ausdruck, dass IT eine grundlegende Rolle für die effektive Arbeit jeder größeren Organisation spielt und somit von entscheidender Bedeutung  für die Wirtschaft in Europa insgesamt ist. IT-Anwender sollen sowohl von einer gemeinsamen Stimme als auch von der Möglichkeit, sich über Informationen und Best Practice über geographische Grenzen hinweg auszutauschen profitieren.

Der Auftrag des Verbandes hat sich auf mehreren europaweiten CIO-Workshops aus Diskussionen und Ideen von CIOs heraus entwickelt und ist die Antwort auf den klaren Bedarf für einen internationalen, professionell betriebenen Service von CIOs für CIOs, und die Möglichkeit, ohne jeglichen Verkaufsdruck fortlaufend Informationen und Ideen bezüglich gemeinsamer Herausforderungen auszutauschen. Zu den Zielen der European CIO Association gehört auch die Verbesserung der Wahrnehmung des Chief Information Officers und dem gesamten IT-Bereich als Schlüsselpositionen, die wesentlich für den Erfolg und die Entwicklung jeder Organisation sind.

Generell herrscht unter CIOs in Europa die Ansicht vor, dass die existierenden professionellen Netzwerke zu sehr auf die USA und die Anbieter von IT konzentriert sind. Dadurch wuchs das Bedürfnis nach einem neuen Forum als Dachorganisation zu den nationalen CIO-Netzwerken, mit eindeutiger europäischer Ausrichtung und einem unabhängigen Standpunkt zu IT-Fragen. Ein weiteres wichtiges Kriterium war die Schaffung einer gemeinsamen, kraftvollen Stimme, die sich gegenüber Regierungen in Fragen der Technologie und ihrer Nutzung Gehör verschaffen kann, um zu gewährleisten, dass die Bedürfnisse und Positionen der europäischen Wirtschaft entsprechenden Eingang in die Beschlüsse und Gesetzgebung der EU finden.

Die European CIO Association arbeitet eng mit den nationalen CIO-Netzwerken und Verbänden zusammen. Für Deutschland ist der Voice-Verband der IT-Anwender e.V. der nationale Partner der European CIO Association.

Zum Verbandsvorstand gehören:

  • Dr. Michael Gorriz, Verbandsvorsitzender und Group CIO von Daimler,
  • Freddy Van den Wyngaert, Group CIO von Agfa-Gevaert (Belgien),
  • Dr. Thomas Endres, Group CIO der Deutschen Lufthansa AG (Deutschland),
  • Gianluigi Castelli, Executive Vice President ICT ENI S.p.A., (Italien),
  • Maarten Buikhuisen, Direktor Global Process Management, Heineken International (Niederlande),
  • Joss Delissen, CIO von PostNord (Schweden),
  • David Roberts, Executive Director, The Corporate IT Forum
    (Großbritannien).

Offiziell hat der Verband diesen Monat seine Arbeit aufgenommen. Die Zusammenarbeit zwischen den an seiner Gründung beteiligten nationalen Organisationen und CIOs zu den verschiedensten Fragestellungen wie der Cloud-Computig-Initiative mit der EU-Kommission dem Engagement zum IT-Fachkräftemangel und dem Dialog mit Anbietern besteht bereits seit mehreren Monaten.

Der Verband hat einen bedenklichen Mangel zwischen dem Bedarf an Fähigkeiten und Qualifikationen im Bereich der IKT festgestellt und reagierte darauf mit der Schaffung eines verbandseigenen Ausbildungsprogramms in enger Zusammenarbeit mit etablierten Wirtschafts- und Technischen Hochschulen. Damit soll erreicht werden, dass die dort erworbenen IT-Fachkenntnisse die verschiedenen Ebenen und Funktionen im Bereich der IT orientiert an dem Bedarf der IT-Anwender bedienen und so Wachstum und Erfolg der IT in der EU gewährleisten. In verschiedenen europäischen Ländern wurden mehrere solcher Ausbildungsprogramme gestartet, die alle über gleiche Abschlüsse und Struktur verfügen und in Einklang mit dem EU-Programm zur digitalen Kompetenz stehen.

Der Verband adressiert auch die wesentlichen Herausforderungen rund um Cloud Computing und strebt eine engere Verbindung der Angebote von Anbietern von Cloud-Produkten und Services mit den Bedürfnissen und Ansätzen der Anwender an. Die Mitglieder des Verbandes sehen die Möglichkeit, dass die Annahme von Cloud Services und das damit potentiell verbundene wirtschaftliche Potential, das die Cloud für Unternehmen darstellen kann, durch die Ansätze und schlussendliche Gesetzgebung seitens der Europäischen Kommission stark eingeschränkt werden könnte, geht diese nicht auf die Bedürfnisse und Interessen von großen Unternehmen, besonders derer mit multinationaler Ausrichtung, ein.

Dr. Thomas Endres, Sprecher von Voile sagt dazu: „Wir möchten gewährleisten, dass die Kommission die Sorgen von Nutzerorganisationen zum Thema Cloud Computing in vollem Umfang würdigt. Die Strategie der Kommission muss die Bedürfnisse unserer Mitglieder und anderer Unternehmen bezüglich Themen wie Sicherheit, Datenschutz, Lizenzvergaben und der Regulierung von Anbietern von Cloud Services widerspiegeln. Die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen global gültig sein, andernfalls werden europäische Unternehmen Cloud Computing nicht entsprechend nutzen können. Europa liegt im Bereich des Cloud Computing bereits hinter den USA zurück und jede Verzögerung bedeutet eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit Europas."

Peter Hagedoorn, der Generalsekretär des Verbandes und ehemaliger CIO von Oce, sagt: „Die Mitglieder unseres Verbandes sind der Auffassung, dass Cloud Computing die Paradigmen in der IT-Industrie entscheidend verschiebt und für Unternehmen und Nutzer massives Potential birgt, den Zugang zu neuen Anwendungen zu erleichtern und Kosten zu sparen. Das vorrangige Ziel des Verbandes besteht darin, dass die Kommission möglichst schnell die nötigen Voraussetzungen schafft, um eine gute Annahme von Cloud Computing zu garantieren."

www.voice-ev.org/

Bildquelle: Thinkstock / iStockhttp://www.pixelio.de/

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