Kunststoffspezialist international aufgestellt

Einheitliche IT auf Basis einer Private Cloud

Vom schwäbischen Nufringen in die weite Welt – die Firma Ensinger hat sich ­international aufgestellt, um ihre Kunststoffe zu entwickeln und zu verkaufen. Wichtige Voraussetzung damit das weltweite Geschäft läuft, ist eine einheitliche IT auf Basis einer firmeninternen Cloud.

Ensinger-Mitarbeiter

Das schwäbische Unternehmen vereinigt ein breites Angebot an Fertigungsverfahren für Groß- und Klein­serien unter einem Dach.

Manchmal braucht es Formate wie die „Sendung mit der Maus“, um auf Produkte von besonders spezialisierten Unternehmen zu stoßen. Ensinger würde gut in die Kindersendung passen. Das süddeutsche Unternehmen stellt Hochleistungskunststoffe her, die zum Beispiel in Fenstern und Türen für die Wärmedämmung sorgen oder kleine sterilisationsfeste Griffe für Ultraschallbohrer, die in der Medizintechnik zum Einsatz kommen. Compoundieren, Extruieren oder Spritzgießen sind nur einige der Techniken, die das Unternehmen bei der Verarbeitung der Kunststoffe anwendet.

Dabei begann die Geschichte des Betriebs in den 60er-Jahren in einer Garage. Wilfried Ensinger war fasziniert von den aufkommenden technischen Kunststoffen und erprobte auf selbst konstruierten Maschinen neue Herstellungsverfahren. Nach einigen Jahren zog seine Firma an den jetzigen Hauptsitz Nufringen und begann früh mit der Erweiterung des Sortiments. So konnte sich die Firma in unterschiedlichen Branchen einen Namen als Speziallieferant machen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Seit den 80er-Jahren wurde die Internationalisierung vorangetrieben, erste Tochtergesellschaften in den USA und Großbritannien entstanden. „Wir bedienen kleine Nischenmärkte, sind aber darin in vielen Ländern erfolgreich“, erläutert Ensinger-Geschäftsführer Roland Reber. Heute gibt es weltweit 28 Fertigungsstätten und Vertriebsniederlassungen.

Einheitlichkeit statt Insellösungen

Internationalisierung heißt auch: Man arbeitet mit Partnern kontinentübergreifend zusammen. Das Unternehmen stellt beispielsweise einen Kunststoff her, der für spezielle Halbleiterchips gebraucht wird. Die Weiterverarbeitung geschieht in Asien, während in den USA die Chips an sich produziert werden. „Wir müssen also über drei Kontinente hinweg eine reibungslose Zusammenarbeit stemmen“, erklärt Reber.

Besonders wichtig für länderübergreifende Projekte ist deshalb eine einheitliche IT. „Wir wollten uns intern und extern besser vernetzen und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Geschäftspartnern optimieren“, erklärt CIO Erwin Schuster. Doch die IT war lange nicht soweit. Die Niederlassungen waren zwar miteinander verbunden, es fehlte aber ein durchgängiger Informationsfluss. Deshalb wollten die Verantwortlichen eine standardisierte IT- und TK-Infrastruktur mit firmeninternen ERP- und CRM-Anwendungen für alle 28 Standorte weltweit aufbauen. „Die neue Lösung sollte außerdem in der Lage sein, flexibel mit unserem Wachstum Schritt zu halten“, so Schuster weiter.

Den Zuschlag für die Umsetzung inklusive Beratung und Service erhielt die Deutsche Telekom. Grundbaustein der Lösung ist eine Private Cloud, die sogenannte „Ensinger Cloud“, die man gemeinsam mit der Telekom konzipiert hat. Der Plan: Nach und nach sollen sämtliche Anwendungen und Services in die Datenwolke wandern und so für alle Mitarbeiter zentral bereitstehen. Zentral war auch der Aspekt der Cloud vor Ort in Nufringen anstatt in einem externen Rechenzentrum. Denn: „Wir wollen auf jeden Fall die komplette Hoheit über unsere Daten behalten“, erklärt Reber.

Neue Rechenzentren musste der Kunststoffspezialist dafür nicht bauen. Stattdessen lassen sich die drei vorhandenen nutzen. Sie sind mithilfe der Lösung „Ethernet Connect“ miteinander verbunden. Alle Daten werden mit einer Geschwindigkeit von 10 Gbit/s übertragen, über vom öffentlichen Internet getrennte, exklusiv für die Schwaben geschaltete Leitungen. Damit ist die Kommunikation sicher. Der Rechenzentrumsverbund ermöglicht außerdem eine Spiegelung der Daten als Backup.

Firewalls in der Cloud

Die Niederlassungen sind untereinander und mit der Zentrale in Nufringen mit der Lösung „Intraselect“ verbunden. Dabei koppelt der externe IT-Dienstleister die jeweiligen Local Area Networks (LAN) auf Basis der MPLS-Technologie miteinander. Wichtige Informationen wie Sprachdaten haben dabei immer Vorrang bei der Übertragung. Und die Bonner sorgen mit ihrem aktiven Netzmanagement dafür, dass Störungen des Firmennetzes inklusive Infrastruktur rund um die Uhr schnell erkannt und behoben werden. Die Stabilität des Netzes ist elementar für das Anwenderunternehmen, denn die Maschinen sind untereinander vernetzt. Kommt es zu einem Ausfall der Leitung, steht die Produktion still.

Erste Anwendung in der Cloud sind die Firewalls. Sie waren bislang lokal an den einzelnen Standorten installiert. Dementsprechend hoch war der Aufwand für die IT-Abteilung in Bezug auf Betrieb und Wartung. Jetzt teilen sich Anwender und Anbieter im Rahmen der Lösung „Customized Network Protect“ das Management der Systeme. Für die IT-Kollegen heißt das: Sie haben jederzeit die Möglichkeit, den Status der Systeme einzusehen, kurzfristig Ports zu öffnen und so bei Bedarf externen Technikern Zugang zu den Maschinen zu geben. Überdies realisierte man ein zweites Cloud-Projekt: ein Online-Projektraum auf Basis von Microsofts Sharepoint. Darauf können alle Mitarbeiter zugreifen. So sollen wichtige Informationen den Kollegen schneller zur Verfügung stehen und der Austausch verbessert werden.


Über Ensinger
Das Familienunternehmen stellt Compounds, Halbzeuge, Fertigteile, komplette Baugruppen und Präzisionsprofile aus Hochleistungskunststoffen her.
Mit 28 Produktions- und Vertriebsstand­orten und 2.200 Mitarbeitern ist die im schwäbischen Nufringen ansässige Firma weltweit tätig.


Bildquelle: Ensinger

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