Krisenmanagement

Einsatz von Alarmservern

Interview mit Detlev Artelt, CEO der Aixvox GmbH, über den Einsatz von Alarmservern bei Großunternehmen und mit welchem Aufwand der Anschluss ans Telekommunikationsnetz verbunden ist

Detlev Artelt, Aixvox

„Am schnellsten sind Mitarbeiter auf dem Telefon bzw. Mobilgerät zu erreichen“, so der Aixvox-Geschäftsführer Detlev Artelt.

IT-DIRECTOR: Herr Artelt, für welche Branchen sind Alarmserver besonders relevant?
D. Artelt:
Relevant sind Alarmserver beispielsweise für die Fertigungsindustrie, Produktions- und Pharmaunternehmen. Großunternehmen haben Krisen-Management-Lösungen in der Regel schon im Einsatz – und sei es ein ganz einfaches System. Vor einigen Jahren habe ich ein größeres Chemieunternehmen bei seinem Krisenmanagement unterstützt, da es das Thema etwas eleganter umsetzen wollte. So ein Chemieunternehmen besitzt natürlich Schnittstellen in andere Welten, was sich oftmals komplex gestaltet. Es gibt zwar Hersteller, die Produkte mit Schnittstelle zu ABC offerieren, doch manchmal müssen die Anwender auch selbst Dinge adaptieren. Die zeigt letztlich, dass viele Alarmsysteme Projektarbeit sind. Das eigentliche Szenario ist aber nicht schwer zu realisieren – hier gibt es entsprechende Werkzeugkästen.

IT-DIRECTOR: Kann ein Anwender solch einen Alarmserver komplett selbst installieren oder ist er stets auf einen IT-Dienstleister angewiesen?
D. Artelt:
Die Installation kann ein Unternehmen auch selbst in die Hand nehmen, denn der Anschluss ans Telefonnetz gestaltet sich oftmals recht simpel, da normalerweise ein Computer diesen Schritt übernimmt.

IT-DIRECTOR: Was sind typische Ausgabegeräte für einen Alarm?
D. Artelt:
Am schnellsten sind Mitarbeiter auf dem Telefon bzw. Mobilgerät zu erreichen. Wichtig ist, dass sie auf diese Weise auch direkt ein Feedback übermitteln können: Sie haben den Alarm erhalten und kümmern sich darum. Das ist schließlich der Sinn und Zweck des Ganzen.

IT-DIRECTOR: Was geschieht bei einem Ausfall des Alarmservers?
D. Artelt:
Um dem entgegenzuwirken, werden die Systeme oftmals redundant ausgelegt, d.h. ein System wird doppelt an zwei verschiedenen Standorten aufgebaut. Flaschenhälse mit nur einem Kanal müssen in jedem Fall verhindert werden. Doch die Systeme sind beliebig komplex und müssen regelmäßig getestet werden.

IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich die Kopplung von Alarmserver und Telekommunikationsnetz?
D. Artelt:
Bei der Eingliederung ins TK-Netz sehe ich weniger Probleme, denn in der Regel handelt es sich um Systeme mit vier bis 30 Telefonleitungen – und hierzu gibt es Standardanschlüsse.

IT-DIRECTOR: Welcher Aufwand kommt auf den Anwender zu?
D. Artelt:
Er muss den Anschluss bestellen und lediglich anschließen – und das am besten nicht hinter der Telefonanlage, denn diese könnte ja ausfallen.

IT-DIRECTOR: Besteht bei einem möglichen Alarm auch eine direkte Verbindung zu Notfallämtern?
D. Artelt:
Das hängt vom jeweiligen Alarmsystem ab. Bei einem Chemieunternehmen ist es natürlich wichtig, dass verschiedene Rufzielgruppen wie Polizei oder Feuerwehr hinterlegt sind, die bei ganz bestimmten Störungsfällen alarmiert werden oder wenn beispielweise auch in der zweiten oder dritten Anrufswelle niemand ans Telefon geht. Wenn chemische Gase austreten, müssen Notfallämter ohnehin informiert werden.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Großunternehmen generell achten, wenn es um die Auswahl eines Anbieters und entsprechenden Produktes geht?
D. Artelt:
Das ist eine gute Frage, denn eigentlich sind alle Produkte in der Lage, ihren Job zu machen – und der ist relativ einfach. Ich würde mir auf jeden Fall die Referenzen eines Anbieters anschauen, welche Schnittstellen ein Produkt hat und welche Folgekosten auf mich zukommen. Wenn es sich um ein System handelt, das mit fertig aufgesprochenen Meldungen arbeitet, kann es schwierig sein, diese Meldungen zu erweitern bzw. anzupassen. Deshalb würde ich ein System wählen, das Meldungstexte dynamisch mit Sprachsynthese generieren kann.

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