Verkabelung hilft Stromsparen

Energieeffizienz fürs Rechenzentrum

Mit einer intelligenten Verkabelung können die Betreiber von Rechenzentren (RZ) ihren Energieverbrauch senken und dank einer höheren Energieeffizienz auch entsprechende Kosten sparen.

Eine intelligente Verkabelung steigert die Energieeffizienz und macht Rechenzentren "grüner".

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Unternehmen immer stärker auf leistungsfähige Server angewiesen. Denn Datenvolumina und Rechenleistung steigen und immer mehr Geschäftsprozesse nutzen die zentrale IT. Daraus resultiert ein gesteigerter Energiebedarf: Schätzungen zufolge soll der jährliche Energieverbrauch in Westeuropa bis zum Jahr 2020 auf etwa 104 TWh ansteigen. Davon entfällt ein beträchtlicher Anteil auf den Betrieb von Rechenzentren und Firmenservern, auf ITK-Ausstattung, Kühlsysteme sowie Antriebsaggregate. Um den jährlichen Stromhunger von Deutschlands Datenzentren zu decken, ist schon jetzt die Stromproduktion von umgerechnet vier mittelgroßen Kohlkraftwerken nötig. Ein enormer Kostenfaktor, der durch den teuer gewordenen Strom inzwischen den Großteil der Kosten im IT-Bereich ausmacht und zugleich die Umwelt belastet.

Als Reaktion auf den zunehmenden Energieverbrauch in Rechenzentren hat die Europäische Kommission bereits 2007 den sogenannten europäischen Code of Conduct ins Leben gerufen. Um diesen Grundgedanken weiter voranzutreiben, adressiert die europäische Initiative zwei Zielgruppen: Unternehmen und Institutionen, die ihre Rechenzentren nach streng energieökonomischen Gesichtspunkten betreiben, zertifiziert sie als sogenannte „Participants“. Dienstleister und Hersteller energieeffizienter Komponenten können sich als „Endorsers“ oder auch Befürworter listen lassen. Der Netzwerkspezialist Tde – Trans Data Elektronik ist bereits seit 2011 Mitglied im Kreis der Code of Conduct Endorsers. Das Dortmunder Unternehmen konzipiert sämtliche RZ-Komponenten energieeffizient und folgt im Qualitäts- und Umweltmanagement den Leitlinien der Normen ISO 9f001, 14001 sowie TL 9000. Deutschlandweit ist man eigenen Angaben zufolge noch immer der einzige deutsche Hersteller von Netzwerkverkabelungssystemen mit TL-9000-Zertifikat.

Energieeffizienz beginnt bei den RZ-Komponenten

IT-Hardware, Applikationen und Daten, Virtualisierung, unterbrechungsfreie Stromversorgung, Klimatisierung oder Gebäudeplanung – Unternehmen können auf verschiedenen Ebenen Energie einsparen. Einen zentralen Beitrag leistet bereits das richtige Verkabelungssystem: Je geringer das Kabelvolumen und je höher die Packungsdichte in den Netzwerkschränken, umso kleiner lassen sich Rechenzentren insgesamt auslegen, da weniger Platz benötigt wird. Wenn auch die Belüftungswege in den Schränken und Doppelböden nicht unnötig blockiert werden, lassen sich der erforderliche Klimatisierungsaufwand und damit die Energiekosten deutlich senken.

Zugleich sehen sich viele Unternehmen mit beengten Platzverhältnissen konfrontiert und müssen die vorhandenen Räume optimal für die gestiegenen Rechnerleistungen nutzen. Deshalb geht der Trend von klassischen Einzelverkabelungen zu vorgefertigten, modularen Verkabelungssystemen wie etwa dem TML-System: Das patentierte modular aufgebaute Verkabelungssystem funktioniert nach dem Baukastenprinzip. Es besteht aus den drei Kernkomponenten Modul, Trunkkabel und Modulträger und bietet Unternehmen, die durch Grüne-IT-Maßnahmen Einsparungen im Rechenzentrum erreichen wollen, höchstes technisches Niveau bei maximaler Packungsdichte. Diese flexiblen Systeme bieten damit nicht nur hohen Investitionsschutz, sondern helfen auch Ressourcen einzusparen und die Umwelt zu schonen. Die vorkonfektionierten und getesteten Systemkomponenten lassen sich dank „Plug and play“ innerhalb kürzester Zeit und dadurch sehr viel effizienter installieren.  Zugleich können Netzwerktechniker jederzeit Änderungen vornehmen und dieselben Komponenten wiederverwenden, wodurch sich Ressourcen einsparen lassen und die Umwelt geschont wird.

Eine Entwicklung, die bereits Wirkung zeigt: Laut Bitkom ließ sich 2012 bereits 1,4 TWH Energie einsparen. Einerseits hat die Informationstechnik ihre Energieeffizienz verbessert und den Stromverbrauch von Servern senken können. Andererseits benötigen qualitativ hochwertige Systeme weniger Energie für die Klimatisierung. Die eingesparte Energie spart nicht nur Kosten, sondern trägt auch dazu bei, künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Den Anfang dazu machen Unternehmen schon mit der Wahl des richtigen Verkabelungssystems für ihr Rechenzentrum.

Der Code of Conduct

Gegründet vom Joint Research Center und des Institute for Energy der Europäischen Kommission setzt sich der Code of Conduct für den Aufbau eines standardisierten Systems zur grünen RZ-Optimierung in Unternehmen ein. Ziel ist es, Betreiber und Eigentümer von Rechenzentren für das Thema „Grüne IT“ zu sensibilisieren und Möglichkeiten des Energiesparens aufzuzeigen. Zudem liefert die Europäische Kommission mit Best-Practice-Beispielen Anwendungsempfehlungen, wie sich Infrastrukturen konkret verbessern lassen. Schließlich ist effiziente Nutzung der Energie eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts: Auch Unternehmen müssen betriebliche Prozesse optimieren, ohne negative Auswirkung auf unternehmenskritische RZ-Funktionen. Potential gibt es genug: Untersuchungen belegen, dass sich 35 Prozent der Energie in Datenzentren einsparen ließe, wenn Firmen ihr Energiemanagement gezielt angingen und die IT entsprechend umrüsteten.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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