Dedizierte Mobilstrategie

Enterprise Mobility braucht Compliance

Da dedizierte Mobilstrategien höchst komplex ausfallen können, sind sie in Unternehmen eher noch selten anzutreffen. Dies berichtet Alexander Göschl von Msg Services im Interview.

Alexander Göschl, Msg Services AG

Alexander Göschl, Abteilungsleiter Communications bei der Msg Services AG

IT-DIRECTOR: Herr Göschl, inwieweit haben deutsche Großunternehmen und Konzerne bereits eine dedizierte „Mobile Strategie“ aufgesetzt?
A. Göschl:
Unserer Erfahrung nach ist eine dedizierte „Mobile Strategie“ eher selten anzutreffen, da diese mitunter sehr komplex ausfallen kann. Es ist zwar bekannt, dass das Internet of Things (IoT) künftig eine große Rolle spielen wird, allerdings ist der Einsatz derzeit vielerorts noch nicht klar ersichtlich. In erster Linie müssen für die Unternehmen „Use Cases“ definiert werden, welche für das Unternehmen Mehrwerte bilden. Diese „Use Cases“ bestimmen dann das weitere Vorgehen. Daneben sind Mobile Device Management (MDM), Mobile Application Management (MAM) und Mobile Expense Management (MEM) mit zu betrachten. Auch spielen nach wie vor Themen wie Bring your own Device (BYOD) eine Rolle.

IT-DIRECTOR: Welche Branchen erweisen sich dabei als Vorreiter? Bei welchen besteht noch Nachholbedarf?
A. Göschl:
Vorreiter sind meist Banken, Versicherungen, insbesondere vor dem Hintergrund von Compliance-Anforderungen, sowie die Automotive-Branche, die die Themen Endgerätesicherheit und Kosten im Fokus hat. Nachholbedarf besteht mehr im öffentlichen Bereich und kleinen Unternehmen.

IT-DIRECTOR: In wessen Verantwortungsbereich fallen Entscheidungen hinsichtlich der „Enterprise Mobility“? Wer stellt die notwendigen Investitionen zur Verfügung?
A. Göschl:
Entscheidungen werden nicht alleinig von der IT getroffen, zumindest nicht, wenn es um Enterprise Mobile Management (EMM) geht. Häufig werden Strategien von Sicherheitsbeauftragten oder direkt aus dem Business vorgegeben. Konträr hierzu ist, dass Mobilfunk in vielen Unternehmen noch im Einkauf beheimatet ist. Investitionen müssen allerdings meist von der IT getragen werden.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Unternehmen, die firmenweit mobile Strategien umsetzen wollen, hinsichtlich der Sicherheit achten?
A. Göschl:
Es ist großes Augenmerk auf die Endgerätesicherheit zu legen, sowohl auf Software als auch auf Hardware. Wichtig ist die Beachtung der Content Security, welcher zwingend eine Schutzbedarfsanalyse vorangehen sollte. Oftmals werden Inhalte ohne Rücksicht auf die Firmensicherheitsstrategie wahllos über alle Kanäle kommuniziert.

IT-DIRECTOR: Wie kann die Anbindung von Smartphone, Apps & Co. an bereits existierende (Alt-)Systeme reibungslos gelingen?
A. Göschl:
Der Weg sollte sein, sich von den „Use Cases“ über organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen weiter zur technischen Umsetzung bis zu den Endgeräten heranzutasten, nicht umgekehrt. Damit ist sichergestellt, dass alle relevanten Aspekte von Anfang an berücksichtigt werden und die Anbindung erfolgreich umgesetzt wird.

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