Mobility-Lösungen: Interview mit Stefan Rapp, Samsung

„Enterprise Mobility“ braucht IT-Experten

Interview mit Stefan Rapp, Manager IM Enterprise Solution bei der Samsung Electronics GmbH, über die Chancen und Möglichkeiten von Enterprise Mobility, welche IT-Prozesse gewinnbringend mobilisiert werden können und was es bei der Umsetzung einer Mobility-Strategie zu beachten gilt

Stefan Rapp, Samsung

„Mobility-Lösungen helfen uns, die Effektivität und Effizienz im Unternehmen zu steigern“, weiß Stefan Rapp, Manager IM Enterprise Solution bei der Samsung Electronics GmbH.

IT-DIRECTOR: Herr Rapp, welchen Stellenwert genießt das Thema „Enterprise Mobility“ aktuell in den Großunternehmen?
S. Rapp:
Enterprise Mobility spielt bei uns eine immer größere Rolle. Als global agierendes Unternehmen ist es für uns wichtig, überall auf der Welt mobil arbeiten zu können. Viele unserer Mitarbeiter sind häufig beruflich in Deutschland, Europa oder zu Meetings in unserem Unternehmenssitz in Korea unterwegs. Flexibilität ist uns daher sehr wichtig, mobiles Arbeiten und eine entsprechende Infrastruktur sind Vorrausetzungen für unser tägliches Business.

IT-DIRECTOR: Was schreckt das eine oder andere Unternehmen bisher noch ab, auf „Enterprise Mobility“ zu setzen? Wie lässt sich das zögerliche Verhalten erklären?
S. Rapp:
Besonders kleinere Unternehmen trauen sich oft den Umgang mit mobiler Technik nicht zu, weil sie möglicherweise nicht das notwendige Know-how besitzen. Viele haben Bedenken in puncto Datensicherheit, Einbindung mobiler Devices in die Firmeninfrastruktur bzw. vor der Managebarkeit von Smartphones und Tablets. Oft wissen Unternehmen nicht, dass wir uns diesen Themen angenommen haben und gemeinsam mit Solution-Partnern Lösungen anbieten, um die Bedürfnisse von Unternehmen sicherzustellen und Bedenken auszuräumen.

IT-DIRECTOR: Kann es sich ein Unternehmen heutzutage überhaupt noch leisten, auf die Mobilisierung von Geschäftsprozessen zu verzichten? Welche Chancen und Möglichkeiten werden dadurch verschenkt?
S. Rapp:
Mobility-Lösungen helfen uns, die Effektivität und Effizienz im Unternehmen zu steigern, indem sie Entscheidungen beschleunigen und Informationen für Mitarbeiter schneller verfügbar machen. Außerdem ist es möglich, Kundenanfragen schneller und ortsunabhängig zu beantworten, sodass Prozesse insgesamt reibungsloser ablaufen. Das stärkt die Beziehung zu unseren Kunden und macht es uns möglich, neue Vertriebskanäle schneller aufzubauen.

IT-DIRECTOR: Welche Geschäftsprozesse sind besonders geeignet für ein mobiles Arbeiten? Welche Prozesse können gewinnbringend mobilisiert werden?
S. Rapp:
Angefangen bei geschäftlichen E-Mails bis hin zum Abschluss von Verträgen lassen sich viele Arbeitsschritte heute mobil erledigen. So können beispielsweise Unternehmenspräsentationen komfortabel auf Tablets bearbeitet, präsentiert und sogar über einen Beamer wiedergegeben werden. Darüber hinaus ist es praktisch, wichtige Dokumente wie Verträge, Meeting-Protokolle und wichtige Aufzeichnungen auf dem Smartphone oder Tablet immer dabei zu haben, um Details nachzuschlagen und aussagefähig zu sein. Sehr wertvoll ist auch der mobile Zugriff auf die firmeninterne Netzwerkinfrastruktur, sodass Mitarbeiter Informationen und Daten mit Kollegen teilen und gemeinsam bearbeiten können.

IT-DIRECTOR: Wer stößt die Umsetzung einer mobilen Strategie im Unternehmen i.d.R. an?
S. Rapp:
Die Ausarbeitung einer mobilen Strategie ist ein großes Unterfangen, das in der Regel von der Geschäftsführung angestoßen wird. Die Umsetzung dieses Projektes liegt bei dem IT-Verantwortlichen, der die passenden Partner und Lösungen auswählt. Ein wichtiges Thema ist dabei die Effizienz des gesamten Umsetzungsprozesses. Hierbei ist die Expertise erfahrener Fachleute gefragt.

IT-DIRECTOR: Was sind die ersten Umsetzungsschritte und was muss dabei beachtet werden?
S. Rapp:
Ein Unternehmen muss sich zunächst klar sein, was es durch die Einführung einer mobilen Strategie erzielen möchte: Reicht es, wenn Mitarbeiter von unterwegs ihre E-Mails per Smartphone bearbeiten können? Wird ein voller mobiler Zugriff auf alle Daten des Unternehmens benötigt? Ist eine ortsunabhängige Zusammenarbeit an bestimmten Daten oder Modulen gewünscht? Welche Sicherheitsfreigaben müssen bei den einzelnen Mitarbeitern eingehalten werden? Oder darf der Mitarbeiter sogar das firmeneigene Smartphone privat nutzen? Für all das gibt es heute Lösungen, deren Anforderungen aber weit auseinander gehen. Die Ziele und die Voraussetzungen müssen vorher klar definiert werden.

IT-DIRECTOR: Sollte ein Unternehmen interne fachliche Ressourcen aufbauen oder externe Unterstützung anfordern?
S. Rapp:
Je nach Größe des Unternehmens kann externe Unterstützung  für die einmalige Einrichtung durchaus sinnvoll sein. Auf lange Sicht ist aber eine interne Lösung praktikabler, um einen reibungslosen Betrieb auch dauerhaft gewährleisten zu können. So können die IT-Experten bei Fragen von Mitarbeiten schneller reagieren und Probleme schnell und unkompliziert lösen.

IT-DIRECTOR: Welche Hürden sind bei einem Enterprise-Mobility-Projekt oftmals zu bewältigen? Welche Aspekte gehören zu den größten Herausforderungen?
S. Rapp:
Viele Unternehmen wünschen sich, mithilfe mobiler Endgeräte und entsprechenden Lösungen orts- und zeitunabhängig arbeiten zu können. Um diese Anforderungen zu erfüllen, muss die Integration der Smartphones in das Firmennetzwerk und die Umsetzung eines Mobile-Device-Managements (MDM) erfolgen, um Unternehmensdaten zu schützen. Dazu bedarf es einer Strategie, die Aspekte wie Datensicherheit, Compliance, neue Technologien und zukünftige Mobilitätsanforderungen berücksichtigt. Gerade für kleinere Unternehmen ist das eine große Hürde und natürlich auch ein Kostenfaktor.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Herausforderungen ist die Mobility-Integration in die zentrale IT bzw. die Verknüpfung mit bestehenden Systemen verbunden?
S. Rapp:
Das Mobile Device Management muss alle vorliegenden Systeme des Unternehmens unterstützen und so schützen, dass jeder Mitarbeiter entsprechend seiner Sicherheitsfreigabe reibungslos arbeiten kann. Ein Geschäftsführer hat beispielsweise andere Sicherheitsvorgaben als ein Angestellter im Vertrieb. Hier bieten unsere Produkte einen Vorteil: Durch die enge Partnerschaft mit MDM-Herstellern haben wir es ermöglicht, die Schnittstellen in unserer Smartphone-Software so zu erweitern, dass diese nach den entsprechenden Bedürfnissen der verschiedenen Nutzer angepasst werden können.

IT-DIRECTOR: Inwiefern verändert Enterprise Mobility das IT-Netzwerk eines Unternehmens?
S. Rapp:
Die große Veränderung besteht darin, dass das IT-Netzwerk sich aus dem Unternehmen heraus nach draußen bewegt. Das gilt natürlich auch für wichtige Firmendaten, die nicht mehr nur am Standort selbst vorliegen, sondern mobil abrufbar sind. Dafür sind ein passendes Mobile Device Managament und kompatible Smartphones bzw. Tablets notwendig, die die Sicherheitsanforderungen erfüllen sowie die Policy des Unternehmens unterstützen.

IT-DIRECTOR: Inwiefern braucht es einen Chief Mobility Officer für eine erfolgreiche Mobility-Strategie?
S. Rapp:
Für eine fehlerfreie Umsetzung sollte idealerweise in jedem Unternehmen, das auf Enterprise Mobility setzt, ein Experte, der sich mit der Technik und den entsprechenden Systemen auskennt, verfügbar sein. Dieser kann falls nötig schnelle Hilfe leisten und auch andere Mitarbeiter hinsichtlich der neuen mobilen Möglichkeiten schulen.

IT-DIRECTOR: Wie wird sich der Bereich „Enterprise Mobility“ Ihrer Meinung nach zukünftig entwickeln?
S. Rapp:
Viele Unternehmen haben die Notwendigkeit mobiler Flexibilität erkannt und wollen diese auch für ihre Mitarbeiter nutzen. Diese Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen. Durch immer leistungsstärkere mobile Produkte wird sich dieser Trend weiter fortsetzen.

Die Verbreitung mobiler Lösungen können wir auch anhand der Zahlen beobachten: Im Geschäftsleben haben sich Smartphones längst einen festen Platz erobert. Bereits heute sind dem Marktforschungsunternehmen Gartner zufolge 47 Prozent der Informationen auf mobilen Endgeräten Unternehmensdaten. Auch die Ausbreitung von Tablets im professionellen Umfeld schreitet zügig voran: Dieses Jahr werden laut Forrester 12 Prozent aller 186 Millionen Tablets weltweit schon in Unternehmen zum Einsatz kommen. Jedes dritte Unternehmen in Deutschland setzt mittlerweile Tablets ein.

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok