Near- oder Offshore: Interview mit Infosys

Erfolgsfaktoren für das IT-Outsourcing

Interview mit Franz-Josef Schümann, Geschäftsführer bei Infosys Deutschland, über wichtige Erfolgsfaktoren für IT-Outsourcing-Projekte sowie die dabei praktikable Verknüpfung von Onsite-, Nearshore- und Offshore-Ressourcen

Franz-Josef Schümann, Infosys

Franz-Josef Schümann, Geschäftsführer bei Infosys Deutschland

IT-DIRECTOR: Herr Schürmann, welche Entwicklung ist auf dem Outsourcing-Markt momentan zu beobachten?
F.-J. Schümann:
Der Outsourcing-Markt ist einem Global-Sourcing-Markt gewichen und die IT-Branche ist einer der Wegbereiter. Die Lieferung komplexer Geschäftslösungen, und nicht mehr nur die Abarbeitung von IT-Projekten, war ein Meilenstein. Heute gilt es mehr denn je, gemeinsam mit Kunden an Produkten und Prozessen zu arbeiten und damit das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Hier sehen wir drei Stellschrauben, um diese Ziele zu erreichen: Verträge, die eine klare Ergebnisdefinition vorsehen, die Einbindung von sogenannten Co-Creation-Modellen sowie ein starker Beratungsanteil in den Projekten.

IT-DIRECTOR: Geht es bei Infosys vor allem um Offshoring oder werden Projekte auch hier vor Ort durchgeführt?
F.-J. Schümann:
Alle unsere Projekte haben einen lokalen und einen internationalen Anteil. Insbesondere in den letzten drei Jahren konnten wir durch den Aufbau einer Beratungseinheit vor Ort aus Industrie- und IT-Spezialisten, sowie durch die Übernahme von Lodestone, hochwertige Dienstleistungen in Deutschland beim Kunden anbieten.

Wir können die Nachfrage unserer Kunden nach Onsite-, Nearshore- oder Offshore-Unterstützung, sprachlich differenziert und zeitlich flexibel, abbilden. Unser Beratungsansatz sieht vor, die effizienteste Lösung zu wählen. Auch die Investition in ein Delivery-Center in München unterstreicht den lokalen Ansatz – mit inzwischen über 1.000 Mitarbeitern, die bereits jetzt in Deutschland für uns arbeiten.

IT-DIRECTOR: Welchen Stellenwert hat Infosys Deutschland für das gesamte Unternehmen?
F.-J. Schümann:
Deutschland ist einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Märkte in Europa. Neben dem sehr erfreulichen organischen Wachstum der letzten vier Jahre macht auch die Integration von Lodestone deutlich, welche Rolle Deutschland für Infosys spielt.

Darüber hinaus bietet der deutsche Markt weitere attraktive Optionen: Während große Unternehmen über jahrelange Erfahrungen im Near- und Offshore-Bereich verfügen, startet hier jetzt der starke deutsche Mittelstand. Unternehmen, die sich nun damit beschäftigen, haben die Möglichkeit die Tücken der ersten Jahre direkt zu überspringen und souverän in der Welt der globalen Nachfrage anzukommen – und zwar nicht nur für Produkte, sondern auch für deren Erstellung oder die benötigten Services.

IT-DIRECTOR: Welche Services bietet Ihr Unternehmen an, um für Kunden ein bestmögliches Ergebnis zu gewährleisten?
F.-J. Schümann:
Unsere Kunden erwarten Unterstützung in drei Bereichen: Geschäftstransformation – inklusive Consulting und Systemintegration –, Systembetrieb (Applikations- und Infrastrukturbetrieb) sowie als drittes cloud-basierte Lösungsplattformen, die eine Variabilisierung von Fixkosten ermöglicht. Ein Beispiel für den letztgenannten Bereich ist die cloud-basierte Vertriebsplattform „Trade Edge“, die weltweit agierenden Herstellern umfassende Einblicke in die Bedarfskette bietet – vom Distributor bis zum Endverbraucher.

IT-DIRECTOR: Was müssen Kunden für erfolgreiches Outsourcing und die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister beachten?
F.-J. Schümann:
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die besten Ergebnisse dann erzielt werden, wenn uns Kunden als strategischer Partner betrachten und wir flexibel und skaliert zusammenarbeiten. Im Austausch mit uns können wir unsere Erfahrung weitergeben, unser Innovationspotential einbringen und gemeinsam passende Lösungen finden, die den Bedürfnissen des Kunden gerecht werden.

IT-DIRECTOR: Was müssen Dienstleister bieten können, um ein bestmögliches Angebot zu liefern?
F.-J. Schümann:
Der Kunden entscheidet meist nach zwei Gesichtspunkten. Erstens: Kann man mit dem IT-Dienstleister überhaupt? Sprich: Verfolgen wir die gleichen Ziele und passt unsere Firmenkultur zusammen? Das zweite Entscheidungskriterium ist die Innovationsfreudigkeit, und ob man dem Dienstleister zutraut, sämtliche Herausforderungen zu erfassen und gemeinsam einen Lösungsweg zu finden. Wenn beide Aspekte zusammentreffen, sind Erfolge garantiert.

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