Interview mit Michael Pichler, Ricoh

Ergebnisse der Studie „Document Governance Index"

Interview mit Michael Pichler, Director Marketing bei Ricoh Deutschland über den „Document Governance Index“

Michael Pichler, Ricoh

Michael Pichler, Director Marketing bei Ricoh Deutschland

IT-DIRECTOR: Herr Pichler, im Rahmen der Studie „Document Governance Index“ wurden Führungskräfte und Mitarbeiter europäischer Unternehmen befragt, um zu analysieren, wie Dokumentenprozesse aktuell gehandhabt werden und wie sich globale Trends darauf auswirken. Vor welchen Herausforderungen stehen Großunternehmen bei ihren geschäftskritischen Dokumentenprozessen?
M. Pichler:
Der technologische Wandel stellt Großunternehmen vor die Herausforderung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich mit neuen Technologien vertraut zu machen. Darüber hinaus müssen diese Technologien für die unterschiedlichen Workflows der verschiedenen Abteilungen optimiert werden. Schließlich ist es im Falle einer Kundenanfrage besonders wichtig, schnell und zuverlässig alle relevanten Kundendaten einsehen zu können, um so den bestmöglichen Service zu bieten. Die unzureichende Vernetzung verschiedener Systeme sowie der schnelle und bisweilen unbedachte Einsatz neuer Technologien erweisen sich dabei oft als Hindernisse.

IT-DIRECTOR: Unternehmen müssen immer größere Datenmengen managen. Auf welche Strategien setzen Unternehmen aktuell im Umgang mit Big Data und was sollten sie dabei beachten?
M. Pichler:
Wie die Studie zeigt, verfolgen viele Unternehmen derzeit keine klare Strategie zum effektiven ­Management der wachsenden Datenmengen, obwohl diese die Aufmerksamkeit und Ressourcen der Unternehmen in besonderem Maße von ihren Kernaktivitäten ablenken. 91 Prozent der Befragten geben an, dass sich das steigende Datenvolumen am stärksten auf ihre Fähigkeit auswirkt, kritische Unternehmensprozesse zu kontrollieren. Durch enge Zusammenarbeit mit einem Experten für IT- und Dokumentenmanagement könnte die bisher auf die Verwaltung von Big Data verwandte Zeit sinnvoller und effektiver eingesetzt werden – und zwar für das Kerngeschäft.

IT-DIRECTOR: Entwicklungen wie mobiles Arbeiten und eine stärkere Dezentralisierung verändern die Geschäftswelt maßgeblich. Welche Trends sind jetzt bei Informations- und Dokumentenmanagement besonders wichtig? Welchen Stellenwert hat Cloud Computing in diesem Zusammenhang?
M. Pichler:
Auch bei der Integration mobiler Geräte fehlt in vielen Unternehmen ein ganzheitlicher Ansatz. Als Problem zeigt sich dabei die deutliche Kluft zwischen technologischer Innovation und den damit verbundenen Investitionen in Front- und Backoffice. Im Frontoffice investieren Unternehmen vorwiegend in neueste mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-PCs, während im Backoffice eher neue Scanner, Faxgeräte und Netzwerkdrucker bereitgestellt werden. Neue Technologien für das Frontoffice werden oftmals jedoch nicht in das Backoffice integriert. Dies führt zu Problemen, wenn das Front- Daten an das Backoffice übermittelt, die dort nicht empfangen und automatisch verarbeitet werden können.

Wie die Cloud optimal für Mobilität und Flexibilität am Arbeitsplatz eingesetzt werden kann, ist vielen Unternehmen nach Erkenntnissen der Studie ebenfalls noch unklar. 70 Prozent der europäischen Unternehmen nutzen die Cloud für den mobilen Zugang zu Dokumentenprozessen, aber nur 50 Prozent glauben, dass die Cloud das Management ihrer Dokumentenprozesse vereinfachen wird.
Dennoch haben neue Technologien nach wie vor ihren Reiz: 78 Prozent der Führungskräfte investieren schon in neue Technologien, noch bevor sie mit allen Funktionen der bereits vorhandenen Systeme vertraut sind.

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