NTT übernimmt E-Shelter

Erneuerbare Energien fürs Rechenzentrum

Im Interview erklärt Jens Leuchters, Regional General Manager bei NTT Europe, was man sich von der kürzlich getätigten Übernahme von E-Shelter verspricht, wie energieeffizient die eigenen Rechenzentren betrieben werden und inwieweit man dafür bereits erneuerbare Energien einsetzt.

Jens Leuchters, NTT

Jens Leuchters, NTT Europe

IT-DIRECTOR: Herr Leuchters, Anfang März ­gaben Sie die Übernahme von E-Shelter bekannt. Was bedeutet die Übernahme für Ihr Unternehmen und die Kunden?
J. Leuchters:
In Europa hatten wir bereits vor der Akquisition eine starke Präsenz. Mit der mehrheitlichen Übernahme von E-Shelter ergänzen wir unser Portfolio und positionieren uns als Nummer drei im Markt für Rechenzentrumsfläche auf europäischer Ebene. In Deutschland halten wir mit der Übernahme die Spitzenposition der RZ-Diensteanbieter nach Fläche und -Kapazität.

Die Nachfrage unserer Kunden nach RZ- und Cloud-Services steigt. Im Zuge dessen wollen wir ihnen mit unseren Rechenzentren in Deutschland die Migration in die Cloud erleichtern.

IT-DIRECTOR: Warum ist es für RZ-Dienstleister wichtig, internationale Data-Center-Standorte zu besitzen – im Cloud-Zeitalter spielen die Standorte der Rechenzentren doch eher eine untergeordnete Rolle?
J. Leuchters:
Trotz Cloud-Services legen die Kunden Wert darauf, dass sich ihre Daten physisch in einem Rechenzentrum nahe ihren Niederlassungen befinden. Das liegt zum Teil an Bestimmungen zum Datenschutz und zur Compliance. Ein weiterer Grund ist, dass internationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die in Übersee bereits präsent sind oder dort investieren wollen, einen schnellen Zugriff auf ihre in der Enterprise Cloud von NTT gespeicherten Daten und Anwendungen haben müssen. Mehr noch: Im Zuge ihrer Expansion über die EU-Grenzen hinaus steigt der Bedarf multinationaler Kunden an globalen IT-Lösungen. Von daher verfügen wir im asiatisch-pazifischen Raum über eine dominierende Präsenz, die für unsere Kunden eine bestmögliche geografische Abdeckung bedeutet.

IT-DIRECTOR: Mit der Übernahme von E-Shelter verfügen Sie eigenen Angaben zufolge nun über das „größte Rechenzentrum in Kontinentaleuropa“. Bitte nennen Sie uns einige Eckpunkte, damit man sich dessen Dimensionen vorstellen kann.
J. Leuchters:
E-Shelter verwaltet derzeit Rechenzentren einer Größe von rund 90.000 m2 in der DACH-Region, davon eine reine Rechenzentrumsfläche etwa 73.000 m2. Dazu gehören neben vier deutschen Großstädten auch Zürich und Wien. Das größte Rechenzentrum Kontinentaleuropas umfasst mit rund 60.000 m2 Fläche fünf freistehende, speziell als Rechenzentrum konstruierte Gebäude. Zum Vergleich: Dies entspricht rund dem 7,5-Fachen der Rasenfläche der Allianz-Arena in München. In Europa betreiben wir Rechenzentren auf einer Nettofläche von 92.000 m2.

IT-DIRECTOR: Nach wie vor zählen Rechenzentren zu den großen Energieverbrauchern – wie sind Ihre Standorte hinsichtlich Energieeffizienz aufgestellt?
J. Leuchters:
Die neueren Anlagen warten mit dem niedrigen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,1 auf, was uns einen Vorsprung vor unseren Wettbewerbern verspricht. So können wir die Infrastruktur effizienter verwalten und Ersparnisse an unsere Kunden weitergeben. Unser Ziel ist es, 100 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen. Auch sind wir Mitglied bei der Organisation „The Green Grid“ und unterstützen den Code of Conduct der Europäischen Union. Unser neuestes Rechenzentrum im britischen Hemel ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet und liefert so auch für andere Gebäude Energie. Außerdem sammelt es Regenwasser zum Kühlen.

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