Marktanalyse

Europäischer Sourcing-Markt im Wachstum

Das jährliche Volumen der Outsourcing-Verträge in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) stieg laut einer neuen Analyse im ersten Quartal 2020 um fast vier Prozent.

Symbolbild Wachstum

Im ersten Quartal 2020 nahm das ACV im Managed-Services-Segment im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu.

Der EMEA ISG Index erfasst Outsourcing-Abschlüsse der Privatwirtschaft mit einem jährlichen Vertragsvolumen (Annual Contract Value, ACV) von mindestens 5 Millionen Euro. Der aktuelle Index zeigt, dass der gesamte As-a-Service- und Managed-Services-Markt im Jahresvergleich um 3,8 Prozent auf insgesamt 4,5 Milliarden Euro zugelegt hat. Das Wachstum im EMEA-Raum war auf einem guten Weg, sieben bis neun Prozent zu erreichen. Doch ausgebremst wurde die Nachfrage durch die Coronavirus-Pandemie, welche Anfang März die Region erreichte. Infolgedessen sank das Volumen im ersten Quartal im Vergleich zu den Rekordwerten des vierten Quartals 2019 um sechs Prozent.

Im ersten Quartal 2020 nahm das ACV im Managed-Services-Segment im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Die Zunahme ging vor allem auf das Konto einer starken Nachfrage nach IT-Outsourcing (ITO), die um 23 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro anzog. Ein reges Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) sowie den Benelux-Staaten glich die eher schleppende Performance in Skandinavien und im Vereinigten Königreich aus, wo es weiterhin viele Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit gibt. Unterdessen ging das Business-Process-Outsourcing-(BPO-)Geschäft im Vergleich zum robusten ersten Quartal des Vorjahrs um 51 Prozent auf 290 Millionen Euro zurück.

Das Vertragsvolumen von As-a-Service erreichte 1,8 Milliarden Euro und erzielte damit einen neuen Quartalsrekord, wenn auch die Werte im Jahresvergleich nur um ein Prozent zulegten. Infrastructure-as-a-Service (IaaS) stieg um sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Euro und lag damit im achten Quartal in Folge bei über einer Milliarde Euro. Software-as-a-Service (SaaS) währenddessen schrumpfte um 13 Prozent auf 478 Millionen Euro.

Die Auswirkungen von COVID-19

Weltweit betrachtet wurden im ersten Quartal 85 Prozent der Managed-Services-Verträge im Januar und Februar abgeschlossen. Der ISG Index zeigt, dass die Geschäftsaktivitäten ab Anfang März in ganz Europa als Folge der Pandemie einbrachen, und damit früher als in Amerika, wo dieser Abwärtstrend erst gegen Ende März einsetzte.

ISG sagt voraus, dass das weltweite Volumen für Managed-Services-Verträge wegen der Pandemie im zweiten Quartal um 17 Prozent fallen wird. Der Grund dafür seien insbesondere Schwächen in wichtigen Wirtschaftszweigen wie der Reiseverkehrs- und Gastgewerbebranche, der Konsumgüterindustrie, dem Handel und bei Finanzdienstleistungen.

Der As-a-Service-Markt wurde im ersten Quartal von der Pandemie nur minimal beeinflusst. IaaS verzeichnete sogar einen kurzen Aufschwung, als die Nachfrage nach Homeoffice- und E-Commerce-Lösungen einen Anstieg verzeichnete. Laut ISG Index könnten IaaS-Anbieter zukünftig davon profitieren, dass Unternehmen mehr und mehr Aufgaben in die Public Cloud verlagern.

SaaS-Anbieter hingegen werden darunter leiden, dass Unternehmen Kosten reduzieren und im Zuge des sich weltweit weiter fortsetzenden Personalabbaus Nutzerlizenzen streichen. Unternehmen mit Mehrjahresverträgen sollten besser abgesichert sein. Andererseits ist davon auszugehen, dass die Budgets für SaaS in höhere Ausgaben für Cybersicherheit, Cloud-Migration und Collaboration-Werkzeuge umgeleitet werden.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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