Herausforderung heterogenen Systemumgebungen

Fiege Logistik mit Qlikview

Der Logistikdienstleister Fiege muss trotz der heterogenen Systemumgebungen eine Analysierbarkeit der Unternehmensprozesse schaffen, um so KPIs überwachen zu können.

Was 1873 mit einem Pferdestall, einer Scheune und einer Wagenladung Kolonialwaren begann, zählt heute zu den größten Logistikdienstleistern in Europa: die Fiege Logistik Stiftung & Co. KG aus Greven in Westfalen. Das Speditionsunternehmen hat sich längst zum internationalen Kontraktlogistikspezialisten entwickelt. Dazu gehören auch die Beratung, Planung und Umsetzung integrierter Logistiksysteme für den globalen Warenaustausch - vor allem im Kernmarkt Europa und zunehmend in der Wachstumsregion Fernost. Das von Joan Joseph Fiege gegründete Unternehmen hat heute rund 11.000 Mitarbeiter in 18 Ländern und erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Fokus liegt auf acht Kernbranchen: Fashion, Fast Moving Consumer Goods, Healthcare, Hightech/Electronics, Industriegüter, Medien, Handel sowie die Reifenindustrie.

Heterogene Datenhaltung

Die fast 140-jährige Unternehmensgeschichte war in den letzten Jahrzehnten durch mehrere geschäftspolitische Großereignisse geprägt: Akquisition des Unternehmens Klein-Wiele in den 80er Jahren, Aufbau von Niederlassungen in Ostdeutschland Anfang der 90er und europäische Expansionen in Italien, der Schweiz, den Benelux-Staaten, Tschechien und Österreich Ende der 90er Jahre. Darauf folgten die Übernahmen von Rewico und der TTS Gruppe nach der Jahrtausendwende sowie der Türöffner ins Reich der Mitte in Form einer A-Lizenz für die nationale Distribution in China.

Eine Geschäftsstrategie, die auch die IT-Infrastruktur des Logistikdienstleisters im Laufe der Zeit auf die Probe stellte: „Vor allem der starke Dienstleistungsfokus mit der Notwendigkeit, diverse Kundensysteme anbinden zu müssen, aber auch Kundenanforderungen an Prozesse intern abzubilden, haben zu einer extrem heterogenen IT-Landschaft geführt“, sagt Jan Fielbrandt, Projektleiter Qlikview bei Fiege. Unterschiedliche Systeme in den Bereichen Warehouse-Management-, Transport-Management-, Personalsteuerungs- und Zeiterfassungssysteme sowie Datenbanken machten es nach den Worten Fielbrandts sehr schwierig, Daten systemübergreifend zusammen zu führen um daraus Analysen und Reports zu erstellen. Eine Systemkonsolidierung und eine einheitliche Datenauswertung für die operativen Unternehmensbereiche waren nicht möglich.

Wichtigstes Ziel war es, trotz der heterogenen Systemumgebungen eine Analysierbarkeit der Unternehmensprozesse zu schaffen, um so vor allem KPIs überwachen zu können. Projektleiter Fielbrandt beschreibt: „„Wir planten im ersten Schritt, die vorhandenen, zum Teil sehr großen und detailreichen Datenmengen, die „Big Data“, anzubinden und zu visualisieren, um diese wertschöpfend analysieren zu können.“ Microsoft Excel als Informationsbeschaffungsinstrument kam auf Dauer nicht mehr mit den Millionen von Datensätzen klar. Abgesehen vom Datenvolumen sei man mit der Tabellenkalkulation gar nicht in der Lage gewesen, einen Zugriff auf die richtigen Daten zu erhalten. „Mit Excel an operative Massendaten aus den Vorsystem-Datenbanken zu kommen und diese auch noch strukturiert analysieren zu können, ist fast unmöglich. Ganz zu schweigen von dem dazu notwendigen Know-how.“ "

SAP-Projekt verworfen

Auch der Ansatz, die Anforderungen in Sachen operational Business Intelligence (opBI) auf Basis von SAP abzudecken wurde verworfen. Fiege hatte während eines Projektes versucht, das Sammeln und Analysieren der Informationen über SAP BW abzuwickeln. "„Wir haben dieses Vorhaben eingestellt, weil es übergreifend zu schwierig war, die Vorsysteme und die darin enthaltenen Datenstrukturen für die spätere Analyse synchron auszurichten“", so Fielbrandt. Um das SAP-System automatisiert mit den relevanten Daten füttern zu können, hätte der Logistikdienstleister für jedes einzelne Vor-System eine „eigene Schnittstelle“ entwickeln müssen. „Ohne die entsprechende Automatisierung über Schnittstellen war es jedoch meist zu zeitintensiv, die Daten für die Weiterverarbeitung aufzubereiten.“

Gründe genug für Fiege, sich nach einer Alternative umzusehen. „"Wir hatten im Herbst 2010 an einer Veranstaltung von Qliktech teilgenommen und uns im Jahr darauf für Qlikview entschieden", so der Projektleiter. „Analysen lassen sich seitdem unabhängig von den Vorsystemen und ohne großes Programmier-Know-how durchführen. Technisch gesehen erfolgt die Anbindung an die existierenden Datenquellen wie SAP, Informix, DB/2 oder Oracle durch standardisierte Schnittstellen innerhalb der Lösung. „Wir können über die Standards ODBC, OLE oder dem Qlikview Connector für den Einsatz mit SAP Netweaver auf alle gewünschten Daten zugreifen und uns die enthaltenen Informationen entsprechend zusammenstellen.“ Die Daten werden innerhalb der Anwendung selektiert, aggregiert, konsolidiert und bereinigt. So lässt sich die gesamte Businesslogik innerhalb des BI-Werkzeugs abbilden. Operative Prozessanalysen für Lagerstandorte, Transportdienstleistungen, Personalsteuerung, Überwachung von Kundengeschäften und nicht zuletzt die übergreifende detaillierte Kontrolle der eigenen Produktivität und entsprechenden Leistungskennzahlen lassen sich durchführen."

Heute lassen sich bei dem Logistikunternehmen Informationen schneller abrufen, so Fielbrandt: „„Während man in der Vergangenheit versucht hatte, über die IT an die Daten-Analyse heranzukommen, werden nun die Prozesse direkt im Fachbereich anhand der bereitgestellten Daten analysiert und gesteuert."“ So lassen sich vor allem Kosten und deren Treiber transparent darstellen und Unternehmensprozesse den sich verändernden Marktgegebenheiten kontinuierlich anpassen.

Fielbrandts Fazit: „"Wir können zeitnah wertvolle Informationen aus den unterschiedlichen Systemen produktiv für detaillierte Analysen verwenden und haben Prozesstransparenz geschaffen. Wir können Zusammenhänge innerhalb geschäftsrelevanter Informationen darstellen, die vorher zwar existierten, jedoch kaum visualisierbar und damit auch für eine detaillierte Steuerung greifbar waren.“"

www.fiege.de

www.qliktech.de

Systemumgebung:

  • AS/400 mit DB/2
  • Informix
  • SAP
  • ORACLE
  • Flatfiles
  • Diverse proprietäre Systeme für Lagerverwaltung und Transportmanagement
  • Qliktech Partner: Steria Mummert

 

 

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