Gesamtbetriebskosten mit Flash-Storage senken

Flash-Speicher: Nachfrage steigt mit sinkendem Preis

In welchen Fällen lohnt sich der Einsatz von Flash-Speicher? Auf diese und weitere Fragen geht Thomas Meinel, Sales Lead All-Flash Germany bei EMC, im Interview ein.

Thomas Meinel, EMC

„Die Flash-Speichertechnologie ist dabei, zur Grundlage für die nächsten, noch leistungsfähigeren Stufen technologischer Entwicklungen zu werden", glaubt Thomas Meinel, EMC.

IT-DIRECTOR: Herr Meinel, erklären Sie bitte kurz, wie die Flash-Speicher-Technik funktioniert.
T. Meinel:
Ein Flash-Speicher oder NAND ist ein Speichermedium, das zur elektronischen Speicherung binärer Informationen dient. In diesem werden Informationen in Form elektrischer Ladungen in einem Halbleiter gespeichert (statt wie bei Harddisks oder Tapes auf magnetischen Medien). Grundlage dafür ist das „ortsfeste“ Speichern oder Entfernen elektrischer Ladungen auf den Einheiten einer Speicherzelle per quantenphysikalischer Abläufe; diese ermöglichen das dauerhafte Speichern von Informationen auch ohne Versorgungsspannung. Das macht Flash-Speicher – zusammen mit der Eigenschaft, dass sie wie alle Halbleiter ohne bewegliche Teile auskommen –zu idealen, weil stromsparenden und verschleißarmen Speichern für Digitalkameras, Mobiltelefone, tragbare Computer oder eben auch Enterprise-Storage-Systemen fürs Rechenzentrum.

IT-DIRECTOR: Wie hoch ist die Nachfrage großer Unternehmen nach Flash-Speicher-Lösungen?
T. Meinel:
Die Nachfrage wächst in dem Maße, in dem die Preise für Flash-Arrays sinken – und die sinken bekanntlich beständig. EMC hat erst kürzlich die neuen All-Flash-Arrays der Unity-Familie vorgestellt, die über Enterprise-Features verfügen und dennoch für unter 18.000 US-Dollar zu haben sind. Analysten gehen davon aus, das noch in diesem Jahr die Preise soweit fallen werden, dass sie bei einer TCO Betrachtung von vier Jahren stark für die Anschaffung von Flash sprechen.

IT-DIRECTOR: Welche Vorteile bringen Flash-Speicher gegenüber anderen Speicherarten mit sich?
T. Meinel:
Im Rechenzentrum: Vor allem Geschwindigkeit und Effizienz. Flash-Speicher haben wie erwähnt keine beweglichen Teile und erreichen schon deshalb erheblich bessere Schreib- und Lesezeiten als andere Speicher, bei denen beispielsweise Magnetmedien erst in Bewegung versetzt und aufwendig durchsucht werden müssen. Da Flashs auch aus diesem Grund zudem nur äußerst wenig Betriebsspannung benötigen, sind sie erheblich energieeffizienter und verursachen weniger Abwärme als andere Speicherarten. Die konstant niedrige Antwortzeit von Flash kann unternehmensweit eingesetzte Anwendungen um das drei- bis sechsfache beschleunigen.

IT-DIRECTOR: Und welche Nachteile schreiben Sie diesen zu?
T. Meinel:
Eigentlich gibt’s kaum noch nennenswerte. Zu erwähnen ist natürlich die Kostenfrage, aber die stellt sich auch nur bei bestimmten Workloads: Ja, Flash-Speicher können höhere Kosten pro gespeicherter Dateneinheit verursachen als andere Medien, also beispielsweise mehr Euro pro gespeichertem Megabyte. Aber gleichzeitig reduzieren sie aufgrund ihrer unschlagbaren I/O-Leistung die Kosten per Speichervorgang ganz erheblich – und das bedeutet: Als Archivspeicher mag Flash noch zu teuer sein, doch im Zusammenspiel mit Software-definierten Infrastrukturen und Virtualisierungs-Workloads senken sie die Gesamtbetriebskosten einer IT-Umgebung in der Regel sogar.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Großunternehmen bei der Auswahl von Storage-Anbietern und entsprechenden Flash-Speichern achten?
T. Meinel:
Natürlich sollte bei der Auswahl das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund stehen – aber nicht ausschließlich. Auch die Integrier- und Verwaltbarkeit des Speichers in die jeweilige Umgebung dürfte fast immer ein wichtiges Kriterium sein, und zumindest viele unserer Kunden schätzen auch die Breite des Portfolios eines Herstellers. EMC bietet eine ganze Reihe verschiedenster Hybrid- und All-Flash-Speicherlösungen an, die alle miteinander kompatibel sind. Und das bedeutet für unsere Kunden, dass sie jederzeit auf uns zählen und mit einem hohen Schutz ihrer Speicherinvestitionen rechnen können.

IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich die Integration der Flash-Speicher in die IT-Landschaft eines Unternehmens? Mit welchen Herausforderungen ist zu rechnen? Was sind häufige Stolpersteine?
T. Meinel:
Die meisten Unternehmen setzen zunächst im Online- oder Primärspeicherbereich auf Flash, da der Geschwindigkeitsvorteil hier besonders groß ist. Aber auch bei sehr großen Datenmengen oder bei Platz- oder Stromknappheit beziehungsweise hohen Energiekosten kann Flash eine Rolle spielen. Stolpersteine gibt es eigentlich keine mehr; für Server oder SANs spielt es keine Rolle, ob ein Speichersystem Flash oder HDDs nutzt.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Kosten ist die Anschaffung verbunden? Und sind Endkunden bereit einen häufig höheren Preis zu investieren?
T. Meinel:
Das hängt vom Einzelfall ab. Doch dem vergleichsweise leicht erhöhten Preis stehen technische Möglichkeiten wie die gegenüber, Verfahren zur Kompression oder Deduplizierung in Echtzeit, das heißt „inline“ einzusetzen. Das verändert das Preis-Leistungsverhältnis der Storage-Einheit und erhöht die mittel- bis langfristigen Kostenvorteile, die mit Flash erreicht werden können.

IT-DIRECTOR: In welchen Fällen lohnt sich der Einsatz von Flash-Storage in den Servern/ Rechenzentren?
T. Meinel:
Vor allem in virtualisierten Umgebungen können Anwender mit Flash-Arrays extrem hohe Performance und I/O-Werte erreichen. Das nützt umso mehr, je häufiger auf die auf Flash gespeicherten Daten zugegriffen wird. Flash in Server zu integrieren, ist ein weiterer Weg – mit EMCs DSSD D5 bekommen Server beispielsweise über in Servern verbaute PCI-Karten Zugriff auf deren verteilten Speicher – das ermöglicht ultra-kurze Latenzzeiten und erschließt die Vorteile verteilter Speicher.

IT-DIRECTOR: Welche Daten können ruhigen Gewissens auf einem Flash-Storage gespeichert werden, welche nicht?
T. Meinel:
Per se kann jede Art Information „ruhigen Gewissens“ auf Flash gespeichert werden. Wer jedoch die effizientest-mögliche Speicher-Umgebung aufbauen möchte, sollte ein sogenanntes „Storage-Tiering“ vornehmen, das heißt: Sämtliche zu speichernden Daten nach der Häufigkeit gruppieren, in der auf sie zugegriffen wird. Wir sprechen in diesem Zusammenhang gern von „hot data“, das heißt ständig gebrauchten Daten, sowie dementsprechend „warm“ and „cold data“. Die „heißen Daten“ sollten am besten auf Flash-Speicher wandern, da diese die höchsten I-O-Werte und die niedrigsten „Kosten per Zugriff“ erreichen. Warm data kann auf günstigere Flash-Arrays oder sehr schnelle HDD-Speicher verschoben werden, und für cold data eignen sich günstige HDDs oder sogar Tape-Libraries.

IT-DIRECTOR: Welche Zukunft sagen Sie der Flash-Technologie voraus und auf welche Entwicklung müssen sich Hersteller einstellen?
T. Meinel:
Wir meinen, Flash steht unmittelbar vor dem Durchbruch. Die Flash-Speichertechnologie ist dabei, zur Grundlage für die nächsten, noch leistungsfähigeren Stufen technologischer Entwicklungen zu werden – neue, extrem schnelle und dabei zuverlässige Storage-Systeme wie etwa unser DSSD-D5-All-Flash-Array oder das preiswerte Unity-System für mittelgroße IT-Organisationen sind sicherlich erst der Anfang dessen, was wir in den kommenden Monaten und Jahren sehen werden.
    

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