Volle Kraft voraus

Flash, SSD und (Hyper-)Konvergenz sorgen für Leistungsschub

Neue Produkte und Konzepte rund um Flash, Solid State Disks (SSD) und (Hyper-)Konvergenz sollen die IT-Infra­strukturen von Unternehmen ordentlich aufmischen und für enormen Leistungsschub sorgen.

Rakete

Mit neuen Produkten wie SSD und Flash soll es volle Kraft voraus gehen.

Aktuelle Technologien wie Big-Data-Analysen oder das Internet der Dinge beeinflussen nicht nur die Software-Landschaft von Unternehmen, sondern benötigen auch adäquate Infrastrukturen, um ihre Stärken ausspielen zu können. So funktionieren aufwendige Datenanalysen allein mit entsprechend leistungsfähiger Hardware. Und das Speichern von Massendaten von Abermillionen IP-basierter Geräte kommt ohne entsprechende Storage-Kapazitäten kaum aus.

Kein Wunder, dass sich Infrastrukturspezialisten mittlerweile durch die Bank weg darum bemühen, ihr Angebot entsprechend auszugestalten. Die Devise lautet dabei „skalierbarer, leistungsfähiger, sicherer“ – und dies zu gleichbleibenden oder gar sinkenden Kosten für die Anwenderbetriebe. Erreicht werden soll dies durch Konzepte wie „Software-defined everything“ und (Hyper-)Konvergenz. Desweiteren sollen Storage-Technologien wie Solid State Disks und Flash-Speicher die Infrastrukturen der Unternehmen auf die Höhe der Zeit bringen.

Die Vorteile der aufgezählten Technologien liegen nach Meinung von Infrastrukturexperten auf der Hand. Patrick Cowden, Vice President bei Nutanix, sieht vor allem drei klare Errungenschaften: „Einfachheit im Sinne von weniger Komplexität, Kostenersparnis, weil Spezial-Hardware dadurch überflüssig wird, und eine höhere Anwenderzufriedenheit.“ Gerade letztere sei wichtig. Denn die Verantwortlichen stehen unter dem Rechtfertigungsdruck, warum die Unternehmens-IT denn nicht genauso agil, cool und anwenderfreundlich wie die Apps öffentlicher Cloud-Anbieter wie Dropbox, Facebook und Co. sein kann. Eine Einschätzung, die Dietmar Ulrich, Geschäftsführer bei Orchestra Service, insbesondere hinsichtlich hyperkonvergenter Lösungen nur unterstreichen kann.

Zwar befinde sich die Marktdurchdringung von Hyperkonvergenz noch in einer frühen Phase, dennoch kristallisieren sich bereits Vorteile heraus. „Für den einen Anwender zählt der einfache Beschaffungsweg, für den anderen die Skalierbarkeit, Flexibilität oder das einfache Management und der vereinfachte Support (Single Point of Contact, SPOC)“, betont Ulrich.

Doch was versteht man eigentlich unter Hyperkonvergenz? Zusammengefasst geht es laut Patrick ­Cowden dabei um die Verschmelzung aller wichtigen Infrastrukturkomponenten bis auf die Virtualisierungsebene hinauf. Demnach zählt auch für Henri Mak, Director ­Solution Architects bei Simplivity, die Vereinigung mehrerer IT-Services in einer Lösung zu den Hauptmerkmalen solcher Systeme. Dabei hat Simplivity in der eigenen Hyperkonvergenz-Lösung z.B. Backup-Funktionen und Hochverfügbarkeit integriert.

In diesem Zusammenhang verweist Klaus Kupfer von Nimble Storage auf noch existierende Unterschiede zwischen konvergenten und hyperkonvergenten Systemen: Aus seiner Sicht sind hyperkonvergente Lösungen für fest definierte, homogene Applikationen am besten geeignet, z.B. Desktop-Virtualisierung, Webserver oder Außenstellen. Diese könnten dann in konkret vorgegebenen Schritten einfach erweitert werden. In heterogenen Umgebungen, wo mal mehr Speicher und mal mehr CPU-Ressourcen benötigt werden, würden konvergente Lösungen die maximale Flexibilität gepaart mit der genannten einfachen Implementierung bieten.

Generell müssen die IT-Verantwortlichen dabei stets die Kosten und Verfügbarkeit sowie die zukünftige Erweiterbarkeit im Auge behalten. „Denn wenn es in einem der drei Hauptbereiche – nämlich Netzwerk, Hauptspeicher oder Diskkapazität – klemmt, hilft es kaum, ‚just another Box’ zu kaufen“, betont Stefan von Dreusche, Director Central Europe bei Datacore. Vielmehr müsse der Betreiber solche Entwicklungen vermeiden und generell dafür Sorge tragen, dass man nicht in eine Herstellerabhängigkeit gerät.

Flash-Einsatz sorgt für Performance


Neben (Hyper-)Konvergenz wird sich nach Meinung von Branchenkennern bei den Anwendern zunehmend das Thema Flash-Speicher durchsetzen. „Denn die Datenmengen steigen exponentiell, wobei gleichzeitig alle diese Informationen in immer kürzeren Zeiten verarbeitet, analysiert und bereitgestellt werden müssen“, erläutert Dietmar Ulrich. Klaus Kupfer räumt an dieser Stelle allerdings ein, dass sich viele traditionelle Storage-Architekturen nicht für Flash eignen.

„Wenn Speichersysteme für Disk entworfen wurden, können sie die Vorteile von Flash nur unzureichend ausreizen“, berichtet Kupfer. Deshalb nützen die Technologien vielen Unternehmen nur, wenn die bestehenden Speicherlandschaften für Flash-Speicher optimiert sind. „Nur dann ist die Ergänzung sinnvoll und funktioniert auch ohne größere Probleme. In allen anderen Fällen ist davon eher abzuraten“, so Kupfer.

Darüber hinaus sieht Dietmar Ulrich eine weitere vielversprechende Entwicklung rund um das „Software-defined everything“. Denn das Ziel dieser Technologien ist es, sich von der Hardware-Abhängigkeit zu lösen, um damit agiler und effizienter Speicher zur Verfügung zu stellen. Und Stefan von Dreusche führt eine weitere Alternative ins Feld. Neben Hyperkonvergenz, Flash und SSDs unterstütze der Anbieter weitere aktuelle Software-Technologien wie Parallel-I/O, um die Leistung solcher Systeme mit den Bordmitteln konventioneller Server zu optimieren.

Umstieg auf Hyperkonvergenz


Bevor IT-Verantwortliche in neue konvergente Infrastrukturen investieren, sollten sie sich laut Patrick Cowden zwei Fragen beantworten: Ist die neue Lösung wirklich hardware-unabhängig, sodass es keine Skalierungsgrenzen nach oben gibt? Und: Ist die neue Lösung so offen, dass die Hardware nicht durch eine Herstellerabhängigkeit eingetauscht wird und man z. B. nicht mehr frei in der Wahl des bevorzugten Hypervisors ist? Beide Fragen sollten mit einem klaren „ja“ beantwortet werden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Damit nicht genug sollte bereits im Vorfeld analysiert werden, welche Workloads mit (hyper-)konvergenten Systemen abgebildet werden sollen. Denn nicht jeder Workload eignet sich für jedes System. „Es ist sogar wahrscheinlich, dass nur bestimmte Workloads auf ein konvergentes oder hyperkonvergentes System migriert werden, andere nicht“, berichtet Dietmar Ulrich. Daher sollte man bei der Anschaffung auf möglichst große Flexibilität Wert legen, um zukünftige Entwicklungen ebenfalls abbilden zu können. Zudem müsse organisatorisch beachtet werden, dass sich Verantwortlichkeiten verschieben. „Speicher, Server, Netzwerk und Virtualisierung werden meist nicht mehr separat verwaltet, sondern in einer einheitlichen Oberfläche“, so Ulrich.

In eine ähnliche Richtung weisen die Argumente von Stefan von Dreusche. Seiner Ansicht nach müssen Flash-Systeme und Hyperkonvergenz in die übergeordnete Unternehmensstrategie ebenso passen wie technisch in bestehende Infrastrukturen integrierbar sein. Ansonsten könnte schnell Ärger vorprogrammiert sein, weil unterschiedliche Systeme nicht miteinander kommunizieren können.


Was steckt hinter Hyperkonvergenz?
Mit hyperkonvergenten Systemen werden der Einsatz und die Inbetriebnahme der IT-Infrastruktur moderner Rechenzentren vereinfacht. Komplexe Komponenten, die bei konventionellen Methoden noch einzeln verwaltet werden mussten, sind hier in einer Box zusammengefasst und können daher einheitlich verwaltet werden. Kompatibilitätsprobleme sollen der Vergangenheit angehören, auch da laut Hersteller ein perfektes Zusammenspiel der Komponenten gewährleistet wird. Darüber hinaus sind intelligente hyperkonvergente Systeme durch eine integrierte Datenvirtualisierungsplattform in der Lage, I/O-Performance im Rechenzentrum beachtlich zu optimieren.

Quelle: Henri Mak, Simplivity

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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