TU Darmstadt weiht Hochleistungsrechner von IBM ein

Flexibel für die Forschung

Die Technische Universität (TU) Darmstadt hat heute den neuen Lichtenberg-Hochleistungsrechner offiziell eingeweiht. In einem ebenfalls neuen Gebäude an der Lichtwiese soll der Rechner künftig in wenigen Stunden oder Wochen Probleme lösen, für die ein normaler Büro-Computer Monate oder Jahrzehnte bräuchte.

Forschung, Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

Benannt ist der Rechner nach dem Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799). Wettervorhersagen verbessern, Kraftstoff sparende Autos entwickeln, Lernprozesse im Gehirn verstehen, ein neues Material schaffen: Die Aufgaben, für die Wissenschaftler leistungsfähige Computer brauchen, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Programme, die sie bei ihren anspruchsvollen Simulationen und Berechnungen einsetzen. Der Lichtenberg-Hochleistungsrechner der TU Darmstadt vereint daher unterschiedliche Rechnerarchitekturen, um die verschiedenen Programme mit ihren komplexen Algorithmen effizient zu nutzen.

Eva Kühne-Hörmann, die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, hat heute gemeinsam mit Finanzstaatssekretärin Prof. Dr. Luise Hölscher den ersten Teil des Rechners mit rund 800 Rechenknoten offiziell in Betrieb genommen. Im Dezember 2014 wird der Rechnerkomplex erweitert. Bis der Hochleistungsrechner komplett ausgestattet ist, soll er rund 15 Mio. Euro kosten. Der Bund und das Land Hessen tragen diese Kosten jeweils zur Hälfte. Gefördert wird auf Grundlage des Artikels 91b des Grundgesetzes.

Baustein zur Exzellenz

Ministerin Kühne-Hörmann wies darauf hin, dass über die genannten Kosten für den Rechner hinaus weitere sieben Mio. Euro im Rahmen des hessischen Hochschulbauprogramms Heureka für das Gebäude investiert worden sind. „Gebäude und Rechner sind weitere Belege für die Forschungsstärke der TU Darmstadt.“ Mit der Inbetriebnahme dieses Hochleistungsrechners seien in den vergangenen vier Jahren insgesamt mehr als 23 Mio. Euro in Hochleistungsrechnerhardware an den hessischen Universitätsstandorten investiert worden, fügte die Ministerin hinzu. Die Hälfte dieser Mittel sei über bundesweite Förderlinien eingeworben worden. „Das zeigt, dass die auf Hochleistungsrechnen basierende Forschung in Hessen im nationalen Wettbewerb als exzellent anerkannt wird.“

Finanzstaatssekretärin Hölscher würdigte den Rechnerbau und hob hervor, dass das Land besondere Anstrengungen unternehme, um Forschung und Lehre stets auf einem international wettbewerbsfähigen Standard weiterzuentwickeln: „Mit dem Hochleistungsrechner erhält die TU Darmstadt einen weiteren Baustein zur Exzellenz.“ Der Neubau erfülle die modernsten Ansprüche für Effizienz und Nachhaltigkeit.

30-fache Überlegenheit

„Der neue Hochleistungsrechner ermöglicht wissenschaftliche Spitzenforschung, die effizient, zukunftsorientiert und wirtschaftlich relevant ist“, so Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt. „Ich freue mich, dass wir den Wissenschaftlern unserer Universität und anderer hessischer Forschungseinrichtungen einen zukunftsweisenden Rechner in einem energetisch optimierten Gebäude zur Verfügung stellen können.“

Der Lichtenberg-Hochleistungsrechner ersetzt den alten, im Jahr 2002 installierten Rechner, dessen Leistung er bereits mit der ersten Ausbaustufe um das 30-fache übersteigt. Zudem soll der von der Firma IBM hergestellte Rechner über eine energiesparende und vielseitig nutzbare Architektur verfügen: Einerseits enthält er Rechenknoten für Anwendungen, die eine hohe Rechenleistung benötigen. Andererseits stehen Rechenknoten für Aufgaben zur Verfügung, die viel Hauptspeicher benötigen und schnell auf diesen zugreifen müssen. Zudem soll es Rechenknoten für Anwendungen geben, die von speziellen Rechenbeschleunigern profitieren.

www.tu-darmstadt.de
www.ibm.com

Bildquelle: Thinkstock/iStockphoto

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok