IBM Business Connect

Fokus auf Cognitive Computing

Im Rahmen der alljährlichen Anwender- und ­Partnerkonferenz „Business Connect“ präsentierte IBM vergangenen Oktober in Köln zahlreiche Neuigkeiten zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Einer der Aufhänger war Cognitive Computing.

Zielscheibe

Kognitives Business als erklärtes Ziel

Dabei soll Cognitive Computing einen vollkommen neuen Ansatz der IT beschreiben, der von Analytics, natürlicher Sprachverarbeitung und neuronalen Netzwerken bis hin zu traditionellem Maschine Learning reicht. Für Big Blue bedeutet dies eine neue Ära im Einsatz und der Funktionsweise von Computersystemen. Erst kürzlich hat man hierzu eine Beratungsorganisation begründet, deren Ziel es ist, Kunden beim Umbau ihres Unternehmens in ein kognitives – lernendes – Business zu unterstützen. „Cognitive Business Solutions“ nutzen hierfür Watson-Technologie sowie Business-Analytics-Lösungen. In der neuen Organisation werden rund 2.000 Analytics-Experten, Data Scientists sowie Industrie- und Change-Management-Spezialisten tätig sein. Nach Worten von IBM-Deutschland-Chefin Martina Koederitz läute man mit dieser strategischen Initiative eine neue Ära ein: Nach der Markt­einführung von „E-Business“ Ende der 90er Jahre und „Smarter ­Planet“ Ende 2010 folgt nun ­„Cognitive Business“ – der nächste Schritt in der Digitalisierung von Unternehmen. Watson und Analytics liefern die technologischen Fundamente dafür.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2015. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Daneben standen im Rahmen der Veranstaltung klassische „Dauerbrenner“ wie Cloud Computing, Digitalisierung, Human Resources, IT-Sicherheit, Mobile Enterprise oder Industrie 4.0 auf dem Vortragsprogramm. Geht es um Industrie 4.0, kommt keiner am Internet der Dinge vorbei. Dies hat auch Big Blue erkannt und in diesem Umfeld bereits mehrere Projekte mit Partnern aus der Industrie, darunter Whirlpool, Viessmann oder Bosch, realisiert.

Kein Datenmüll

Ein derzeit vorangetriebenes IoT-Projekt fokussiert „Edge Computing“. Damit will man sogenannte „Brain Inspired“-Prozessoren an vernetzte Maschinen, Anlagen oder andere Geräte bringen. Ein Vorteil ist zum einen der damit verbundene geringere Stromverbrauch, da die kontinuierlich erfassten Maschinendaten nicht an externe Server gesandt werden müssen. Zum anderen kann damit früh eine Trennung zwischen unbrauchbaren Rohdaten und gewichtigen Smart Data erfolgen. Da momentan die Datenmenge doppelt so schnell wächst als die zur Verfügung stehende Bandbreite, kann die Übertragung von unnützen Daten damit bereits im Vorfeld vermieden werden. „Damit werden Netzwerke nicht mit Daten ,zugemüllt‘, vielmehr können diese direkt an der Maschine ausgewertet werden“, erklärt Hans-Joachim Koeppen, technischer Bereichsleiter IBM Analytics. Als konkretes Beispiel zieht er ein Flugzeug heran: Durchschnittlich entstehen während eines Flugs rund 0,5 Terabyte an Maschinendaten, die bislang meist einmal pro Stunde an ein Rechenzentrum weitergeleitet werden. Einfacher wäre es, wenn man die Daten direkt vor Ort intelligent verarbeiten könnte. Was sich mit Edge Computing einfach realisieren ließe.

Auf die langfristigen Ziele hin angesprochen, verweist Koeppen auf das bereits Ende März 2015 angekündigte Investitionsvorhaben des Anbieters: Demnach will man in den kommenden vier Jahren rund drei Mrd. US-Dollar in den Aufbau einer neuen Internet-of-Things-Einheit (IoT) investieren. Wobei gleichzeitig auch die Einbettung von IoT-Lösungen in die hauseigene Cloud-Plattform Bluemix vorangetrieben werden soll.

Kooperation mit Apple

Als recht unterhaltsamer Vortrag erwies sich im Rahmen der Veranstaltung das Streitgespräch zwischen Techblogger Sascha Pallenberg und Marktanalyst Axel Oppermann. Beide beschäftigten sich näher mit der bereits im Sommer 2014 angekündigten Partnerschaft zwischen Apple und IBM. Mittlerweile trage diese Kooperation nun erste Früchte. Denn man entwickle nicht nur gemeinsame Apps, vielmehr könne Big Blue eine sichere und umfängliche Betreuung von Apple-Infrastrukturen in Unternehmen übernehmen.

Beide Disputanten betonten, dass Apple mittels der Kooperation – und dies besser spät als nie – Eintritt in ein B2B-Software-Ökosystem und damit einen Fuß in die Tür der Geschäftskunden erhält. Denn bislang lag der B2B-Anteil des Apple-Geschäfts allein in Deutschland bei nur rund 16 Prozent. Mit der klaren „Mobile First for iOS“-Strategie von IBM soll sich dies künftig weiter ändern. In deren Rahmen will man bis Ende des Jahres rund 100 Apps (derzeit 50 Apps) anbieten und zeitgleich erste erfolgreiche Pilotinstallationen präsentieren.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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