Microsoft: Chancen für weibliche Führungskräfte

Frauen in der IT

Im Interview schildert Esther Löb, Leiterin Recruiting bei Microsoft Deutschland, die Chancen von weiblichen Führungskräften in der IT-Branche und verweist auf den Frauenanteil von 25 Prozent bei Microsoft Deutschland, womit man weit über dem Durchschnitt liegt.

Esther Löb, Microsoft Deutschland

Esther Löb, Leiterin Recruiting bei Microsoft Deutschland

IT-DIRECTOR: Frau Löb, welche speziellen Karrierechancen für Frauen sehen Sie in der ITK-Branche?
E. Löb:
Frauen sind in der IT-Branche nach wie vor eine Seltenheit, dabei sind gerade weibliche Nachwuchstalente hervorragend ausgebildet und motiviert. Wichtig ist, dass Frauen ihre Karriere selbst in die Hand nehmen und ihren Arbeitgeber aktiv fordern. Viele Unternehmen erkennen zum Glück inzwischen, welches Potential ihnen entgeht, wenn sich nicht vermehrt auf weibliche Fachkräfte setzen und schwenken um. Hier sehe ich große Chancen für Frauen, auf sich aufmerksam zu machen.

IT-DIRECTOR: Was sollten Unternehmen künftig tun, um Frauen IT-Berufe schmackhaft zu machen?
E. Löb:
Diversity darf nicht mehr nur ein Schlagwort sein, sondern muss fester Bestandteil von Unternehmenskultur und Personalpolitik sein. Unternehmen sollten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Home-Office-Regelungen und speziellen Netzwerk- und Mentoring-Programmen Frauen für eine Karriere in der IT begeistern.

IT-DIRECTOR: Wie ist es derzeit um den prozentualen Anteil weiblicher IT-Führungskräfte in hiesigen Großunternehmen und Konzernen bestellt?
E. Löb:
Die jüngsten Zahlen des Branchenverbandes Bitkom zeigen, dass Frauen in der Informationstechnologie und Telekommunikation nur rund 15 Prozent der Beschäftigten ausmachen. In Führungspositionen sind es laut einer Studie des Bitkom und Kienbaum Management Consultants sogar nur acht Prozent. Mit einem Frauenanteil von 25 Prozent unter allen Mitarbeitern, liegen wir bei Microsoft Deutschland damit weit über dem Durchschnitt.

IT-DIRECTOR: Inwieweit werden weibliche IT-Führungskräfte von ihren Management-Kollegen und ihren Mitarbeitern akzeptiert?
E. Löb:
Wir können keine Unterschiede in der Akzeptanz erkennen. Mit Anna Kopp haben wir sogar eine Frau bei uns als IT-Leiterin. Was bei uns zählt, sind viel mehr die Erfahrungen und Ergebnisse der Mitarbeiter, und nicht ob sie männlich oder weiblich sind.

IT-DIRECTOR: Was zeichnet den Führungsstil weiblicher CIOs aus? Wo liegen Ihrer Ansicht nach ihre Schwächen, wo ihre Stärken?
E. Löb:
Ich denke nicht, dass man den Führungsstil von Frauen von dem der Männer abgrenzen kann. Wichtig ist am Ende, dass sich die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Perspektiven innerhalb eines Unternehmen gut ergänzen, denn nur so können neue Ideen und Innovationen entstehen.

IT-DIRECTOR: Wie ist es um die Gehälterverteilung von männlichen und weiblichen IT-Führungskräften bestellt?
E. Löb:
Unterschiedliche Gehaltsstrukturen der Geschlechter lehnen wir bei uns grundsätzlich ab. Ein Audit durch den TÜV hat bestätigt, dass es keine Unterschiede in der Entlohnung von Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen bei uns gibt.

IT-DIRECTOR: Inwiefern lassen sich in der Praxis für weibliche IT-Führungskräfte Beruf und Familie vereinbaren?
E. Löb:
Wir bieten unseren Mitarbeitern – Frauen wie Männern – über unsere Prinzipien der Vertrauensarbeitszeit und des Vertrauensarbeitsortes die größtmögliche Freiheit in der Arbeitsgestaltung. Mütter nehmen aufgrund dieser hohen Flexibilität im Durchschnitt bereits nach elf Monaten Babypause ihre Arbeit wieder auf. Ich bin selbst übrigens als Führungskraft in Teilzeit tätig und kann dank unserer flexiblen Arbeitsmodelle Erfolg im Beruf und Familie optimal verbinden.

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