Wann lohnt sich Cloud Computing?

Fünf Tipps auf dem Weg in die Cloud

Die Auswahl an Cloud-Plattformen für den Unternehmenseinsatz ist groß: IT-Administratoren stehen vor der Herausforderung, aus der Fülle der Angebote die geeignete Cloud-Variante für ihr Unternehmen zu identifizieren. Folgende Tipps können auf dem Weg zum Cloud Computing hilfreich sein.

Für ihren Weg in die Cloud sollten IT-Verantwortliche u.a. einen konkreten „Fahrplan“ erstellten.

Die Auswahl der geeigneten Cloud-Variante kostet Unternehmen häufig viel Zeit: Die Erfahrung zeigt, dass sich Firmen dem Auswahlprozess und der Implementierung einer passenden Cloud-Plattform meist zwischen sechs und neun Monate widmen. Dabei begegnen IT-Verantwortliche im Wesentlichen immer wieder den gleichen Problemen: fehlende Erfahrung von Mitarbeitern, Schwierigkeiten bei der Anpassung der Leistung für bestimmte Cloud-Anwendungen und Integration bestehender Lösungen.

Doch viele Fehler lassen sich bereits im Vorfeld durch die sorgfältige Auswahl der richtigen Cloud-Lösung vermeiden. Mit diesen fünf Tipps gelingt Unternehmen ein reibungsloser Weg in die Cloud:

1. Einen „Fahrplan“ erstellen: Der Wert einer Cloud-Infrastruktur steigt mit der Menge des ausgelagerten Workloads. Umso wichtiger ist es, sich für eine Cloud-Plattform zu entscheiden, die mitwachsen kann. So sollte man bei der Suche nach der richtigen Lösung keinesfalls nur den aktuellen Bedarf im Blick haben, sondern stets auch künftige Entwicklungen und Expansionspläne miteinbeziehen. Dabei kann es helfen, eine Art „Fahrplan“ für den Weg ins Cloud Computing zu entwerfen: Viele Kunden starten ihr Projekt zunächst mit der Nutzung von ein, zwei neuen Cloud-Apps. Sind diese erfolgreich implementiert, kommen schrittweise weitere Services hinzu. Am Ende können schließlich auch bestehende Lösungen in die Cloud migriert werden. Wer sich hier rechtzeitig einen klaren Plan zurechtlegt, erlebt am Ende keine bösen Überraschungen. Zudem sieht er sich dann nicht mit einer Plattform konfrontiert, die eventuell gar nicht in der Lage ist, native Cloud-Lösungen und migrierte Anwendungen gleichermaßen zu verwalten. Noch immer gibt es nämlich zahlreiche Plattformen auf dem Markt, die nur mit einer der beiden Varianten zurechtkommen

2. Die genauen Anforderungen im Vorfeld analysieren
Auch wenn es selbstverständlich klingt: Es sollte von Anfang an exakt definiert sein, welche Anwendungen künftig aus der Cloud bereitgestellt werden sollen. Nur auf diese Weise können deren genaue Anforderungen rechtzeitig und vor allem in Ruhe evaluiert werden. Viele Firmen nutzen beispielsweise mehr als nur einen Hypervisor. Die Cloud-Plattform der Wahl sollte daher nach Möglichkeit alle diese Lösungen gleichermaßen gut unterstützen.

3. Flexible Cloud-Lösungen einsetzen
Ein Vorteil der Cloud liegt darin, dass jederzeit Änderungen an der dahinterliegenden Infrastruktur vorgenommen werden können, ohne die Anwendungen selbst dadurch in irgendeiner Form zu beeinflussen. Es wird immer wieder Gelegenheiten geben, in denen etwa die Speicheroptionen oder auch der grundsätzliche Aufbau des Netzwerkes neu konfiguriert werden müssen. Eine Cloud-Plattform sollte deshalb heute in der Lage sein, solche Veränderungen im laufenden Betrieb zu stemmen. Bringt die Lösung diese Flexibilität mit, werden Endanwender von den Maßnahmen im Hintergrund mitunter gar nichts mitbekommen.

4. Auf Kompatibilität achten
Viele Cloud-Plattformen sind ausschließlich für ihre jeweils eigenen Stacks optimiert. Dies macht es oft umso schwieriger entsprechende Alternativen einzusetzen. Daher ist es besonders wichtig, sich genau über die unterstützen APIs des jeweiligen Anbieters zu informieren. So sollte die gewählte Plattform natürlich auch eine passende Schnittstelle anbieten, um irgendwann einmal beispielsweise AWS-Dienste (Amazon Web Services) zur Architektur hinzufügen zu können. Gleiches gilt für die bevorzugte Netzwerk-, Speicher-, und Hypervisor-Technologie. Wer sich auch hier rechtzeitig über die Kompatibilität informiert, ist später auf der sicheren Seite.

5. Erfahrungen anderer nutzen
Auch wenn die Plattform natürlich möglichst flexibel sein sollte, ist es nicht immer notwendig, einen ganz eigenen Cloud-Dienst zu entwickeln. Gerade viele Open-Source-Angebote wie etwa Openstack verleiten mit ihren zahlreichen Bestandteilen dazu, sich in der Entwicklung von eigenen Lösungen zu verlieren. Darin liegt einer der Gründe, warum Cloud-Projekte häufig viel mehr Zeit beanspruchen als ursprünglich geplant. Damit der Weg in die Cloud jedoch nicht in Frustration endet, sollte auch hier klein angefangen werden. Eine externe Beratung kann dabei unterstützen: Vorhandene Praxisbeispiele anderer Anwender helfen dabei, sich zunächst gezielt einzelnen Bereichen zu widmen. Sobald die Ergebnisse den eigenen Vorstellungen entsprechen, kann die Cloud-Infrastruktur jederzeit um beliebige weitere Services ergänzt werden.


Der Autor Stefan Volmari ist Manager Systems Engineering Networking & Cloud bei der Citrix Systems GmbH

Bildquelle: Thinkstock/iStockfoto

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