Interview mit Wilhelm Seucan

Für alle Workloads gewappnet

Wilhelm Seucan, Geschäftsführer der Centron GmbH, spricht im Interview über die wachsende Bedeutung von GPU-Servern für rechenintensive Zukunftstechnologien.

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Centron-Geschäftsführer Wilhelm Seucan möchte die GPU-Technologie dem ­breiten Markt zugänglich machen.

ITD: Herr Seucan, GPU-Server gelten als extrem leistungsstark – wofür braucht man so viel Rechenpower?
Wilhelm Seucan: KI und Machine Learning werden in immer mehr Bereiche unseres täglichen Lebens Einzug erhalten. Da stehen wir erst am Anfang. Und je komplexer die Workflows werden, desto mehr Rechenleistung benötigen sie auch. Ist ein bestimmter Grenzwert überschritten, ermöglichen nur noch GPU-Server ein effizientes Arbeiten. Bestes Beispiel sind Big-Data-Anwendungen. Datensätze, die mehrere Terra-, Exa- oder Petabytes umfassen, sind da keine Seltenheit. Um diese effizient zu verarbeiten, müssen Tausende von simultanen Threads berechnet werden. Dies können nur GPU-Server mit ihrer großen Zahl an logischen Cores sicherstellen. Herkömmliche CPU-Server stoßen da sehr schnell an ihre Leistungsgrenzen.

ITD: Aber wirklich neu ist die GPU-Technologie nicht.
Seucan: Prinzipiell gebe ich Ihnen da recht. Es ist vielmehr so, dass sich die Art und Weise verändert hat, mit der wir GPUs verwenden. Lange Zeit waren diese Grafikanwendern wie Video-Cuttern, Designern oder 3D-Artists vorbehalten. Als die Grafikeinheiten immer leistungsfähiger wurden, war jedoch schnell klar, welches Potenzial sich hinter dieser Technologie verbirgt. Eine moderne Grafikkarte ist heutzutage eben zu mehr imstande, als nur Bildsignale auszugeben. Nehmen wir beispielsweise die Quadro RTX 6000 Grafikkarte unseres Herstellerpartners NVIDIA, die wir auch in unseren Powerlance GPU-Servern verbaut haben. Der User erhält hier eine Hardware, die speziell für verschiedenste Anwendungsszenarien konzipiert und optimiert wurde. 

ITD: Können Sie Beispiele nennen?
Seucan: Praxisnahe Anwendungsszenarien lassen sich in nahezu jeder Branche finden. In der Fahr- und Flugzeugkonstruktion wird mit GPU-Servern beispielsweise die Aerodynamik von Bauteilen berechnet, ohne dafür einen Praxistest im Windkanal machen zu müssen. Weitere Beispiele sind wissenschaftliche Berechnungen von Molekülstrukturen in der Medikamentenforschung, 3D-Renderings in der Gaming-Branche oder die Auswertung von Verkehrskameradaten.

ITD: Was hat den Impuls gegeben, sich auf diesen Server-Markt zu wagen?
Seucan: Das lief ganz klassisch ab: Unser Vertrieb hat eine Anfrage nach Servern mit dedizierten Grafikeinheiten erhalten. Da wir diese bis dato nicht im Portfolio hatten, haben wir zunächst recherchiert, den Markt analysiert und letztlich eine Teststellung bei uns im Rechenzentrum installiert. Danach folgte eine Testphase mit internem Benchmarking und externen Beta-Testern. Nach durchweg positivem Feedback, was Usability und Performance angeht, haben wir uns entschieden, diese Technologie für den breiten Markt zugänglich zu machen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Wie unterscheidet sich Ihr Angebot von dem der großen Anbieter?
Seucan: Die GPU-Lösungen der großen Anbieter sind das Performanteste, was Sie derzeit am Markt erhalten werden. Allerdings hat das auch seinen Preis – und den können oder wollen sich viele Unternehmen schlichtweg nicht leisten. Unsere Vision ist es, GPU Computing der Masse zugänglich zu machen. Deshalb haben wir mit Powerlance ein Produkt entwickelt, das vor allem durch seine überragende Performance pro aufgewandten Euro überzeugt. Zudem können unsere Kunden ihr System – je nach Bedarf – mit einer, zwei oder vier Grafikeinheiten bestücken – und äußerst flexibel monatlich kündigen. So behalten sie jederzeit die volle Kostenkontrolle. 

Bildquelle: Centron

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