Exzessiver Umgang mit Kundendaten

Für immer und ewig in der Kundendatenbank?

Geraten Kundendaten einmal in die Datenbank eines Unternehmens, bleiben sie dort bestens konserviert – schlimmstenfalls für immer und ewig.

Konserven, Bildquelle: Thinkstock/iStock

Man kennt es von der gängigen Internetpraxis. Sekundenschnell ist jedwede Information im World Wide Web veröffentlicht. Löschen lässt sich ein solcher Eintrag hingegen nur schwer oder gar überhaupt nicht mehr. Insbesondere dann, wenn die Web-Community über das Teilen der Inhalte für rasche, am besten noch weltweite Verteilung gesorgt hat.

Vielleicht nicht ganz so krass, aber in eine ähnliche Richtung scheint sich bei so manchem Unternehmen der Umgang mit Kundendaten zu entwickeln. So gibt es beispielsweise bereits seit Jahren Bestrebungen, mittels intelligentem Customer Relationship Management das Maximum aus den Kundenbeziehungen herauszholen. Altbekannte Maßnahmen wie Querverkäufe, neudeutsch Cross Selling, lassen grüßen.

Mit Big Data auf Kundenfang

Eine neue Dimension scheint der Umgang mit Informationen von Bestandskunden oder möglichen Interessenten jedoch mit Big-Data-Analysen zu bekommen. Hierbei könnten nämlich nicht nur strukturierte Inhalte aus der Firmendatenbank – also bestenfalls offiziell vom Kunden weitergegebene Informationen – zum Einsatz kommen, sondern sämtliche im Netz veröffentlichte Infos zu einer Person einbezogen werden. Denkbar sind die Erstellung von Webprofilen oder das Auswerten sozialer Kanäle und Netzwerke. Überdies lässt sich mit Hinblick auf die zunehmende Nutzung mobiler Geräte mittlerweile auch ein wunderbares Bewegungsprofil eines jeden Einzelnen erstellen. Denn dank der rund um die Uhr aktivierten GPS-Ortung bei Mobiltelefon, Tablet, Smart Watch oder gar Smart Glasses wird die (Werbe-)Überwachung endlich rund um die Uhr möglich.

Kein Wunder, dass sich so mancher Kunde nichts sehnlicher wünscht, als schnellstens wieder aus diversen Datenbanken gestrichen zu werden. Dabei kann es für Unternehmen auch durchaus sinnvoll sein, manche Daten regelmäßig zu löschen. Und sie sollten nicht vergessen: Die aktuell diskutierte EU-Datenschutz-Grundverordnung kann für Klarheit hinsichtlich eines rechtssicheren Umgangs mit Kundendaten sorgen.

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