Nachgefragt bei Steffen Joswig, Camelot ITLab

Für komplexe Simulations- und Analyseszenarien

Interview mit Steffen Joswig, Geschäftsführer der Camelot ITLab GmbH

Steffen Joswig, Camelot ITLab

Steffen Joswig, Geschäftsführer der Camelot ITLab GmbH

IT-DIRECTOR: Wofür benötigt man spezielle Big-Data-Lösungen und wie sehen diese aus?
S. Joswig:
Sie sind gedacht für komplexe Simulations- und Analyseszenarien, wie etwa die Optimierung großer Datenmengen mit vielen Freiheitsgraden oder Erbgutanalysen. Diese Lösungen basieren heute überwiegend auf Systemen, die mit vielen Servern arbeiten und die Berechnung auf diese verteilen.

IT-DIRECTOR: Warum kann man hierfür nicht „herkömmliche“ Business-Intelligence-Lösungen nutzen bzw. erweitern? Wie lassen sich bereits getätigte BI-Investitionen auch für Big-Data-Analysen verwenden?
S. Joswig:
Die „herkömmlichen“ Business-Intelligence-Systeme bieten nach dem heutigen Stand nicht die ausreichende Performance für die Nutzung in Big-Data-Szenarien. Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Hardware und der In-Memory-Datenbanken bieten Kunden in Zukunft die Möglichkeit, ihre bestehenden BI-Systeme auch für Big-Data-Szenarien zu nutzen. Die gilt besonders für SAP-basierte BI-Systeme, die von ihren herkömmlichen Datenbanken auf die Hana-In-Memory-Datenbank migriert werden können.

IT-DIRECTOR: Mit welchem Projektaufwand ist für ein Unternehmen die Einführung von Big-Data-Analysen verbunden?
S. Joswig:
Dies hängt von der jeweiligen Ausgangssituation beim Kunden ab. Interessanterweise sind die IT-Kosten nur ein Teil der Kosten, dies gilt besonders für Szenarien, in denen die Qualität der Rohdaten nicht gesichert ist. Hier fallen verstärkt Personal- und Projektkosten an. Big-Data-Szenarien mit geringerer Komplexität lassen sich je nach Ausgangslage bereits in sechs bis zwölf Monaten realisieren.

IT-DIRECTOR: Wie ist es um die für effektive Big-Data-Analysen erforderliche Infrastruktur bzw. Performance bestellt? Inwieweit muss man Bandbreiten erhöhen und (teure) neue Server/Speicher anschaffen?
S. Joswig:
Die Frage der Infrastruktur hängt oft vom zu lösenden Problem ab. Lässt sich die Problemstellung in ausreichend kleine disjunkte Pakte teilen, so kann sehr gut mit Clustern auf Basis von Standardhardware gearbeitet werden. Ist dies nicht der Fall, kann es sehr schnell notwendig werden, hochpreisige Speziallösungen einzusetzen.

IT-DIRECTOR: Wann können die Auswertungen von großen, unstrukturierten Datenmengen wie z.B. Kassendaten oder sozialen Netzwerken zu einer Verletzung von Compliance-Vorgaben und Gesetzen (z.B. Datenschutz) führen?
S. Joswig:
Compliance-Verletzungen ergeben sich in der Regel durch eine nicht ausreichende Anonymisierung der Daten bzw. der Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen, wodurch die Anonymisierung wieder aufgehoben wird. Einige Unternehmen machen sich hier zu Nutze, dass besonders für den Datenschutz keine weltweit einheitlichen Richtlinien vorliegen.

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