Fokus auf „Made in Germany“

Fujitsu World Tour: Neuerungen rund um Big Data und IoT

Am 10. Mai 2016 machte die „Fujitsu World Tour“ in Düsseldorf halt. Neben bekannten Klassikern wie der Server-Linie Primergy hatte der IT-Anbieter auch einige Neuheiten rund um das Internet der Dinge, Big Data und vor allem Ende-zu-Ende-Sicherheit im Gepäck.

Palm Secure

Das biometrische Authentifizierungsverfahren Palm Secure scannt die Handvenen berührungslos.

Im Rahmen der Auftaktreden der Deutschland-Geschäftsführer Dr. Rolf Werner und Dr. Joseph Reger wurde schnell klar, wohin die Reise des japanischen Unternehmen gehen soll: So unterstrich man zum einen die Bedeutung der digitalen Transformation und zum anderen die zunehmende Menge von Massen­daten. So generiere allein ein einziges Formel-1-Fahrzeug während eines Grand-Prix-Wettbewerbs rund 300 Tera­byte an Daten.

Um Herr der Datenflut zu werden, bedarf es neben intelligenter Big-Data-Analyse-Software auch entsprechend leistungsfähiger und flexibler Infrastrukturen. In diesem Zusammenhang bietet der Hersteller seit Kurzem mit K5 einen – eigenen Angaben zufolge – neuen „Standard“ für Cloud-Umgebungen an, mit der sich insbesondere hybride Umgebungen einfach verwalten lassen sollen. Laut Rolf Werner verbindet man damit die „Fast IT“, d.h. moderne Cloud-Services, mit der „Robust IT“, worunter er vorhandene Kernsysteme und althergebrachte IT-Infrastrukturen versteht.

Die nächste Generation der Infrastructure-as-a-Service- (IaaS) und Platform-as-a-Service-Lösungen (PaaS) steht in Europa ab kommenden Juli zur Verfügung; in Japan sind bereits erste Services in Betrieb. Mit den Lösungen will man Unternehmen ermöglichen, einerseits ihre IT-Umgebung zu modernisieren und andererseits größtmöglichen Nutzen aus bestehenden Infrastrukturen zu ziehen. Dabei sollen die Nutzer von der Anwendungsintegra­tion und -entwicklung mit K5 und der automatisierten Multi-Cloud-Bereitstellung und -Verwaltung von Meta Arc, die auf alle gängigen Cloud-Plattformen ausgeweitet wurde, profitieren. Durch den damit verbundenen Schritt weg von proprietären Stacks hin zu einer Open-Source-basierten Architektur will Fujitsu außerdem für Kosteneffizienz und geringere Gesamtbetriebskosten (TCO) sorgen, wobei aktuell vier verschiedene Modelle geboten werden – nämlich Public Cloud, Virtual Private Hosted, Dedicated und Dedicated On-Premise. Alle bieten Herstellerabgaben zufolge 99,99-prozentige Verfügbarkeit und einen Support der Enterprise-Klasse, der für die Bereitstellung unternehmenskritischer Systeme aus der Cloud von Bedeutung ist. Der Hersteller selbst transformiert damit gerade die eigene interne IT und migriert über 640 Unternehmensanwendungen und mehr als 13.000 Server auf K5.

Fokus auf „Made in Germany“


Neben dem Cloud-Schwerpunkt gilt es für Fujitsu weiterhin, den Standort Deutschland zu stärken, und dies, obwohl man noch in diesem Jahr das Forschungszentrum in Paderborn schließen möchte und die dortigen Aufgaben in die japanische Zentrale wandern sollen. Dennoch will man laut Rolf Werner das Qualitätssiegel „Made in Germany“ hochhalten und etwa die IT-Fertigung am Standort in Augsburg weiter vorantreiben. Zudem unterhält man mehrere eigene Rechenzentren in Deutschland.

Hinsichtlich der künftigen Produktausrichtung rückte Rolf Werner das Thema IT-Sicherheit und im Zuge dessen sowohl „unsichtbare Rechenzentren“ als auch den Schutz digitaler Identitäten mit „Surient“ in den Vordergrund. Rund 350 Mitarbeiter kümmern sich allein in Europa um die Sicherheitslösungen des Anbieters. Dabei konzentriert man sich vor allem um die Ende-zu-Ende-Sicherheit von den Endnutzern über die Übertragungswege bis hin zu den Rechenzentren.

Die digitale Tarnkappe


Hinter dem Kunstnamen „Surient“ verbergen sich Sicherheitsprodukte des Herstellers, darunter mit Palm Secure die biometrische Authentifizierungslösung per Handvenen-Scan. Hinzu kommt die Möglichkeit, mit einer weiteren Lösung ein Abfotografieren von Notebook-Bildschirmen zu verhindern. Und der Bildschirm ist so intelligent, dass er sich nach einer gewissen Zeit selbst abschaltet.

Unter Surient bündelt man auch verschiedene Sicherheitsprodukte für Rechenzentren. So steht die „Stealth Connect Solution“ für die sichere, verschlüsselte VPN-Kommunikation. Denn der VPN-Server bleibt nach außen unsichtbar, wodurch externe Angriffe von Cyber-Kriminellen ausgeschlossen werden sollen. Denn derzeit bekannte Angriffsmethoden von außen auf Server und Dienste laufen auf diese Weise ins Leere. Dagegen können sich berechtigte Anwender über ein sicheres Virtual Private Network (VPN) am Rechenzentrum anmelden. Die Lösung sperrt dabei den das VPN betreffenden Port des Server-Prozesses, und ein Angreifer erhält keine Antwort auf seine Portscans und somit auch keine Informationen darüber, wo überhaupt der Angriffspunkt zu finden wäre. Auch das Ausnutzen eines Zero Day Exploit sowie Man-in-the-Middle-Angriffe sind durch diese „digitale Tarnkappe“ massiv erschwert.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Nicht zuletzt lassen sich mit Encrypted Boot Solution (EBS) die Boot-Vorgänge in Rechenzentren absichern. Das Modul ermöglicht es, die IT-Systeme im Rechenzentrum mit verschlüsselten Systempartitionen zu starten, ohne manuell ein Passwort eingeben zu müssen. Die Passwörter werden vom System dezentral erzeugt sowie übergeben und sind selbst den Administratoren nicht bekannt. Dadurch soll ein wirkungsvoller Schutz vor unautorisierten Zugriffen durch das Personal existieren.

Bildquelle: Fujitsu

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