Open-Source-Lösungen für Banken

Gallinat-Service spart mit PostgreSQL

Mithilfe der alternativen Open-Source-Datenbanktechnologie PostgreSQL optimiert der Finanzspezialist Gallinat-Service GmbH den Ressourceneinsatz.

Gallinat-Service GmbH

Die Gallinat-Service GmbH mit Sitz in Essen ist eine hundertprozentige Tochter der Gallinat-Bank AG.

Die Gallinat-Service GmbH, eine einhundertprozentige Tochter der Gallinat-Bank AG, betreut als konzerneigener Dienstleister die Bereiche Asset Backed Securities (ABS), Factoring und strukturierte Unternehmensfinanzierung für externe Kunden und alle Konzerngesellschaften der übergeordneten Albis-Leasing-Gruppe.

Um alle Anforderungen an die Überwachung und Abwicklung von ABS- und Factoring-Transaktionen abzudecken, entwickelte das zehnköpfige Gallinat-Serviceteam eine eigene javabasierte Softwareplattform: Die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO nach PS-880 zertifizierte Verbriefungssoftware „epAAA“ ist eine im Bankbereich genutzte Finanzsoftware zur Verbuchung, Abrechnung und zum Risikoreporting im Zusammenhang mit Forderungsankäufen. Typische Anwendungsfelder sind Verbriefungstransaktionen, und Factoring-Refinanzierungen. Über das  angebundene Web-Reportingportal werden die Forderungs- und Buchungsdaten der Forderungsverkäufer zu einem monatlichen Investorreporting verarbeitet. Neben der Abbildung der kompletten Buchhaltung der SPV (Zweckgesellschaft) sowie der Abwicklung aller Standardbuchungsvorfälle für alle Beteiligten einer Transaktion lässt sich die Lösung individuell und kontinuierlich um mandantenspezifische Buchungsvorfälle und Konten erweitern.

Datenintensive Transaktionen – welche Datenbank passt?

Die epAAA-Abwicklungssoftware und das Reportingportal wurden zunächst mit einer Oracle-Datenbank betrieben, um genug Leistung für die datenintensive Verarbeitung zur Verfügung zu haben. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Oracle-Datenbank verschlechterte sich aber zunehmend durch die jährlich wachsenden Lizenzkosten. Mit Inbetriebnahme des Reportingportals wurden die Lizenzkosten zusätzlich durch die Anzahl der externen Portalnutzer, die im Oracle-Lizenzmodell eine Rolle spielen, hochgetrieben. Aus diesen Gründen ließ sich der Einsatz der Datenbank vor dem hauseigenen Controlling nicht mehr wirklich rechtfertigen. Der Entschluss, konzernweit auf eine alternative freie Datenbanksoftware umzustellen, stand damit schnell fest.

In der Albis-Leasing-Gruppe liefen zu dieser Zeit bereits einige andere Anwendungen auf Basis des freien objektrelationalen Datenbankmanagementsystems PostgreSQL. Es lagen daher bereits positive Erfahrungswerte zur Zuverlässigkeit dieser Software vor. Weiterhin überzeugte die ins Visier genommene Lösung „Postgres Plus Advanced Server“ von EnterpriseDB auch mit ihrem Oracle-kompatiblen Layer, der eine Reduzierung des Migrationsaufwands versprach. Im November 2011 fiel daher nach einigen Vorabstimmungen die finale Entscheidung, von der immer kostenintensiver werdenden Oracle-Lösung zu PostgreSQL zu migrieren und eine Serverlizenz mit begleitenden professionellen EnterpriseDB-Trainingsangeboten zu erwerben.

„Wir hatten einen gehörigen Respekt vor der Entscheidung, unsere Datenbankinfrastruktur endgültig umzustellen – jeder der sich mit Datenbanken auskennt, weiß, dass solche Prozesse nicht immer ohne Schwierigkeiten ablaufen”, erläutert Frank Ebinger, als Head of IT-Engineering bei der Gallinat-Service GmbH für die Migration der Datenbank verantwortlich, die Gefühlslage vor der Migrationsentscheidung. „Aber nach vollbrachter Tat können wir sagen, dass die Migration wirklich überraschend leicht verlief. Durch die Trainingsmöglichkeiten, die uns der Software-Anbietr zur Verfügung stellte, konnten wir uns gut auf die neue Software einstellen und die Umstellung bereits im Vorfeld entsprechend vorbereiten.“

Gut dokumentiertes PostgreSQL-Umfeld

Das IT-Team von Gallinat-Service baute zunächst eine parallele PostgreSQL-Umgebung für das migrierte System auf, um mögliche Probleme bei der Migration schon im Vorfeld entdecken und gegebenenfalls korrigieren zu können. In diesem halbjährigen Probebetrieb („Proof of concept“) lief die neue Datenbankanwendung nach Einrichtung und Erstimplementierung ein ganzes Vierteljahr parallel zur gewohnten Oracle-Anwendung. Eine Testsuite überprüfte täglich über Nacht, ob die Oracle- und EnterpriseDB-Testscreens übereinstimmten – auch hier zeigte sich, dass die Ergebnisse relativ schnell im Einklang standen. Für die Migration selbst setzte man das Migrations-Toolkit von EnterpriseDB ein. Frank Ebinger: „Während der ganzen Migrationsphase mussten wir uns nicht an den Anbietersupport wenden – alle Details waren im PostgreSQL-Umfeld bereits sehr gut dokumentiert, so dass wir die im Testbetrieb auftretenden Probleme selbstständig lösen konnten.“

Über das zur Migration eingesetzte Toolkit hinaus, sammelt die Gallinat-Service im Rahmen der erworbenen Serverlizenz auch bereits Erfahrungen mit den von EnterpriseDB entwickelten Tools „Enterprise Manager“ sowie „SQL Profiler“, um die Datenbank künftig effizienter managen zu können. Die bisherigen Erfahrungen mit dem PostgreSQL-Produkt sind zufriedenstellend: Die Kostensituation hat sich deutlich entschärft und die Gallinat-Service kann ihre Datenbankinvestitionen künftig wieder zuverlässig kalkulieren. Frank Ebinger: „Nach der jetzt über einjährigen Nutzung unserer finalen PostgreSQL-Anwendung sind wir zufrieden. PostgreSQL läuft bei uns stabil und zuverlässig. Wir müssen keine Abstriche bei Geschwindigkeit und Performance machen und überlegen sogar, unsere PostgreSQL-Nutzung in Zukunft weiter auszubauen und eventuell auf den xDB-Replication-Server zu erweitern. Auch konzernweit geht der Trend in der Gruppe daher eindeutig – nicht nur im Datenbankbereich, sondern auch bei anderen Anwendungen – weiter in Richtung Open Source-Softwarelösungen.“

www.gallinat-service.com

www.enterprisedb.com

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