Digitalisierung mit Strategie

Ganzheitliche Transformation und digitale Geschäftsmodelle

Viele Unternehmen wirken bei der Digitalisierung ratlos. Doch es gibt Hilfe – zahlreiche „Daumenregeln“ und eine ganzheitliche Lösung.

„Wie können wir mit der digitalen Transformation beginnen?“ Diese Frage stellen sich zahlreiche Unternehmen, denen bewusst wird, dass sich ihre Rahmenbedingungen ändern. Die Beispiele sind bekannt. Etwa die App MyTaxi, die den Taximarkt aufgewirbelt hat oder Amazon, das vom Online-Buchhändler zur größten Handelsplattform in Deutschland aufgestiegen ist.

Frameworks sind Krücken für die ersten Schritte

Viele Firmen haben deshalb bereits einzelne Digitalisierungsprojekte aufgelegt, etwa ein verbesserter Webshop, eine eigene App oder der Einsatz von Cloud-Diensten. Doch das sind nur Insellösungen, die zu einer einheitlichen Strategie zusammenwachsen müssen.

Da ist es naheliegend, auf bereits gemachte Erfahrungen von anderen Unternehmen zurückzugreifen und sich eine Art „Digitalisierungsplan“ zu machen. Das klingt im ersten Moment wie ein Widerspruch zu der Vorstellung, dass Digitalisierung agil, dynamisch und unvorhersehbar ist.

Doch auch große Firmen wie Amazon oder Facebook sind nicht planlos gewachsen. Das eigentlich agile an Silicon-Valley-Unternehmen: Sie machen zwar Pläne, aber sind jederzeit bereit, sie der Realität zu opfern. Und so muss auch ein Unternehmen in der digitalen Transformation vorgehen.

Pläne und Best Practices sind wichtig, um sich auf den Weg zu machen. Doch sie sind nur Krücken, die irgendwann überflüssig werden. Sie müssen möglichst bald durch eigenständige Schritte ersetzt werden. Trotzdem sind sie sinnvoll: Ein Digitalisierungs-Framework hilft Unternehmen dabei, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Solche Modelle gibt es inzwischen in großer Zahl. Sie kommen von IT- und Unternehmensberatungen und sind sehr ähnlich aufgebaut. Einige Elemente tauchen immer wieder auf: Die Ausrichtung auf den Kunden, die Digitalisierung der Prozesse und ein digitales Geschäftsmodell. Zudem gibt es meist einen Ablaufplan, der grob aus den Schritten Ideenfindung, Lösungsentwicklung und Umsetzung besteht.

Einige Frameworks sind von IT-Anbietern entwickelt worden und deshalb auf Technologie ausgerichtet. Dadurch wird digitale Transformation oft stark auf den Einsatz bestimmter Tools beschränkt. Genau deshalb sind sie auch bei manchen Unternehmen sehr beliebt. Sie drücken die Hoffnung auf eine Abkürzung aus: Durch den Einsatz der richtigen Werkzeuge werde ein Unternehmen automatisch digital.

Ein frisch transformiertes Unternehmen als Digitalberater

Das ist normalerweise nicht der Fall, findet der Digitalisierungs-Experte Stephan Grabmeier von Haufe-umantis. „Für eine erfolgreiche Transformation ist es wichtig, dass alle drei Dimensionen berücksichtigt werden: Sowohl das Verhalten als auch die Befähigung der Mitarbeiter, die Organisationsstruktur und die Technologie,“ betont er im Smarter Service Talk mit dem Digitalarchitekten Bernhard Steimel.

Diese Erkenntnis beruht auf langjährigen Erfahrungen, zunächst als Leiter der internen digitalen Transformation bei der Telekom, anschließend als Transformationsberater für zahlreiche Unternehmen und DAX-Konzerne. Seit letztem Jahr ist er als Innovations- und Unternehmensentwickler im Management von Haufe-umantis in St. Gallen, einem Unternehmen der Freiburger Haufe Gruppe.

Und genau dieses Unternehmen ist eines der Erfolgsmodelle für digitale Transformation: Aufgrund des langsam abbröckelnden Verlagsgeschäfts hat sich das familiengeführte Unternehmen schon seit langem zu einem Anbieter von Aus- und Weiterbildung, digitalen Arbeitsplatzlösungen und Dienstleistungen erweitert.

Das Interessante daran ist nicht der Sprung eines Traditionsverlages in die Digitalwelt, sondern die Transformation der Organisationsstruktur. Vor einiger Zeit hat Haufe-umantis die Wahl von Führungskräften eingeführt. Leitungspositionen werden regelmäßig bewertet und demokratisch nach den Stärken der Mitarbeiter vergeben. Es kann sich jeder beliebig oft dafür bewerben. Eine Wiederwahl ist vorgesehen, aktuell werden rund 80% der Führungskräfte erneut gewählt.

Diese Demokratisierung des Unternehmens ist ein Schritt, der für Haufe durch die modernen Technologien notwendig wurde. Es reicht nicht, Tools für die digitale Zusammenarbeit einzuführen, die Unternehmensorganisation muss nachziehen. Wenn alle Mitarbeiter digital auf Augenhöhe kommunizieren sollen, wirken traditionelle Unternehmensstrukturen mit vielschichtigen Hierarchien schnell als Bremse für Innovationen.

Die Haufe Gruppe zeigt, dass es für den digitalen Erfolg notwendig ist, neue Wege zu gehen, sich neue Geschäftsmodelle und neue Services zu überlegen. Zurzeit steht ein weiterer Wandel an, für den Grabmeier geholt wurde: Zur Digital- und Transformationsberatung, aus eigener Erfahrung und mit einem eigenen Modell der digitalen Transformation. Es ist eigentlich kein Framework, sondern ein ganzheitlicher Beratungs- und Lösungsansatz mit dem Namen „Rhythmix“, bestehend aus Beratung, Software und Weiterbildung.

Stephan Grabmeier hat bereits innovative Unternehmer oder Vorstände von dem Angebot überzeugen können: „Wir sind keine klassischen Berater, die kiloweise PowerPoint-Folien verkaufen. Als erfolgreich in die Digitalwirtschaft transformiertes Unternehmen sind wir ein Beispiel dafür, wie es funktioniert und schaffen uns dadurch großes Vertrauen bei ratsuchenden Unternehmen.“

Einige Beispiele für Digitalisierungs-Frameworks:

Bildquelle: Thinkstock

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