05.02.2018 Die Welt im Jahr 2030

Gemeinsam den digitalen Wandel stemmen

Führungskräfte in aller Welt suchen nach einer Antwort auf die Herausforderungen des technikgetriebenen Wandels. Wie eine aktuelle Studie zeigt, glauben ganze 84 Prozent an die Notwendigkeit einer umfassenden Zusammenarbeit.

Wie arbeiten und leben wir im Jahr 2030?

Wie arbeiten und leben wir im Jahr 2030? Eine aktuelle Studie von Fujitsu will dazu Antworten geben.

Internationale Führungskräfte suchen nach einer gemeinsamen Antwort auf die Herausforderungen des technikgetriebenen Wandels. Wie eine von Fujitsu in Auftrag gegebene Studie mit 1.400 Teilnehmern aus den Chefetagen weltweit aktiver Unternehmen zeigt, glauben ganze 84 Prozent an die Notwendigkeit einer umfassenden Zusammenarbeit. Dabei sieht eine Hälfte dieser Gruppe die Zuständigkeit in erster Linie bei internationalen Organisationen wie etwa der UN, 46 Prozent finden, nationale Regierungen sollten sich zuvorderst dieser Aufgabe annehmen, 37 Prozent nehmen zudem die Unternehmen in die Pflicht und 35 Prozent die Industrie- und Branchenverbände. Beunruhigend: Mit 76 Prozent seien mehr als drei Viertel der Ansicht, dass ihre Regierung sowie die internationalen Organisationen derzeit keine ausreichenden Aktivitäten planen oder überhaupt dazu in der Lage wären.

Geäußert wurden die Sorgen der Firmenchefs im Rahmen des Fujitsu-Timeline-2030-Berichts, der in Zusammenarbeit mit Trajectory erarbeitet wurde. Er wirft ein Schlaglicht auf die Welt im Jahr 2030 und die möglichen Folgen der relevanten technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotics bis hin zu alternden Populationen, dem digitalen Bürgerwesen sowie der Internetregulierung reichen. Dabei skizziert der Report zwei gegensätzliche Szenarien – ein positives (The Path to Prosperity) und ein negatives (The Road to Regression). Was davon wirklich eintritt, wird vor allem durch die Aktionen und Reaktionen der aktuellen Generation von Führungskräften, von den Zivilgesellschaften und letztlich von jedem Einzelnen bestimmt.

Zu denen im Report herausgearbeiteten Perspektiven werteten die Führungskräfte die Automatisierung (86 Prozent) als wichtigsten Trend, gefolgt von lebenslangem Lernen und der digitalen Staatsbürgerschaft (je 73 Prozent). Dabei glauben 59 Prozent der Befragten, dass die technische Entwicklung bis 2030 zu positiven Resultaten und Konsequenzen geführt haben wird. Aber auch dieser optimistisch gestimmte Teil der Studienteilnehmer sieht die unbedingte Notwendigkeit einer globalen Zusammenarbeit.

Highspeed-Internet steht im Vordergrund

Die Studienteilnehmer zeigen sich überzeugt, dass der erste und zunächst wichtigste Ansatzpunkt bei der Ausbildung liegt. Mit 46 Prozent glaubt fast die Hälfte, das zurzeit wirksamste Mittel ist die Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer, 41 Prozent setzen auf die Nachwuchsarbeit in Schulen und Universitäten. Die technische Infrastruktur – beispielsweise in Gestalt von Highspeed-Internet – steht für 37 Prozent im Vordergrund, 36 Prozent wiederum stellen neue Partnerschaften und Kooperationen in den Mittelpunkt.

Für deren eigene Unternehmen sehen 37 Prozent der Führungskräfte eine sich permanent online befindende Welt als wichtigsten Trend der nächsten Jahre, 30 Prozent geben die Automatisierung an und 24 Prozent die demografische Entwicklung. Zudem glaubt etwa die Hälfte der Führungskräfte, dass sie kaum oder unzureichend auf die kommenden Entwicklungen vorbereitet ist – und dass sie dieses Defizit selbst zu verantworten hat. Etwas weniger als die Hälfte investiert aktuell in Innovationen, 44 Prozent schulen ihre Belegschaft. Aber nur 28 Prozent überdenken und modifizieren ihre Geschäftsstrategie im Hinblick auf die technologischen Umwälzungen.

Dazu Duncan Tait, Corporate Executive Officer bei Fujitsu: „Wir stehen am Scheideweg: Wir können jetzt aktiv werden oder müssen uns später mit den Folgen einer ungesteuerten Entwicklung abfinden. Die Automatisierung hat enorme Auswirkungen – aber wenn unsere Reaktion darauf zu simpel gestrickt ist und wir Menschen zu schnell ersetzen, werden wir uns mit einer inakzeptabel hohen Arbeitslosigkeit und mit sozialen Unruhen konfrontiert sehen. Wenn wir aber planvoll vorgehen und uns mit der Politik zusammenschließen, um gemeinsam in MINT-Fachbereiche, Kreativität und Soft Skills zu investieren, können wir die Effekte der Automatisierung lenken und die Talente der Menschen besser freisetzen – nämlich für Aufgaben, die noch wertschöpfungsintensiver sind und zudem eine Herausforderung im positiven Sinn darstellen. Gleichzeitig braucht es eine Reform der Bildungs- und Ausbildungs-Curricula, die nicht nur darauf bedacht ist, dass bei den jungen Mitarbeitern ein Gleichgewicht zwischen technischen und Soft Skills besteht, sondern auch lebenslanges Lernen berücksichtigt. Entscheidend ist zum einen der kooperative Charakter, damit die einzelnen Maßnahmen nicht einfach verpuffen, und zum anderen, dass der Fortschritt möglichst allen zugute kommt – auch dafür tragen wir eine Verantwortung.“

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2018 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH