Zunehmende Migration von Services

Gesucht: Talente für die Cloud

Mit der zunehmenden Migration von Services in die Cloud steigt der Bedarf an Fachkräften. Doch wie lässt sich die bestehende Talentlücke am besten schließen?

Woher sollen Unternehmen Talente bekommen?

Woher sollen Unternehmen Talente bekommen?

Flexibilität, Skalierbarkeit, geringere Gesamtkosten: Es gibt verschiedene Gründe, Anwendungen und Services in die Cloud zu migrieren. Doch mit einem einfachen Knopfdruck ist die Umstellung in den meisten Fällen nicht getan. Denn häufig sind Altsysteme im Einsatz, die sich nicht für einen Betrieb in der Cloud eignen oder dazu einen erheblichen Aufwand erfordern. Hierfür fehlt den Unternehmen jedoch oft das nötige Budget. Trotzdem müssen auch diese traditionellen Systeme transformiert werden, um im disruptiven Umfeld konkurrieren zu können.

Dabei erkennen viele Firmen, dass sie nicht über das notwendige Cloud-Wissen verfügen. Gemäß einer Studie von Rackspace und der London School of Economics and Political Science (LSE) glauben 39 Prozent, dass ihr Unternehmen deswegen bei der Einführung von Cloud-Plattformen hinterherhinkt. Vier von fünf Befragten sehen die Notwendigkeit, stärker in cloud-erfahrene Arbeitskräfte zu investieren.

Aber woher sollen Unternehmen diese Talente bekommen? Ende 2017 ermittelte der Branchenverband Bitkom in Deutschland 55.000 offene Stellen für IT-Spezialisten – eine Steigerung zum Vorjahr um acht Prozent. Neben dem allgemeinen Fachkräftemangel wird die Suche nach kompetenten Mitarbeitern dadurch erschwert, dass viele Unternehmen als Arbeitgeber für IT-Ingenieure und -Architekten nicht attraktiv genug sind. Diese möchten lieber bei angesagten IT-Größen wie Google und Microsoft arbeiten als bei unbeweglichen Industriekonzernen oder traditionellen Mittelständlern, so die Rackspace-Erhebung weiter.

Neue Firmenkultur entwickeln


Um die Cloud-Talentlücke zu schließen, muss daher in vielen Fällen eine neue Unternehmenskultur entwickelt werden. Dabei sind die häufigsten Wünsche der IT-Fachkräfte an einen neuen Arbeitgeber zu berücksichtigen. Laut der Studie sind dies Gehalt und Zusatzleistungen (62 Prozent), Karrieremöglichkeiten (41 Prozent) und interessante Projekte (37 Prozent). Wichtig sind heute auch moderne IT-Ausstattung, flexible Arbeitsmöglichkeiten, flache Hierarchien und hohe Eigenverantwortung im Rahmen einer umfassenden Zusammenarbeit mit internen Kollegen und externen Partnern.

Für das Umsetzen dieser kulturellen Veränderungen bietet sich vor allem bei Konzernen, aber auch bei größeren Mittelständlern, die Abspaltung eines innovativen, völlig eigenständigen Spin-Offs an. Hier können IT-Fachkräfte ähnlich wie bei einem Start-up neue Lösungen mit einer hohen Fehlertoleranz ausprobieren, während die Geschäftstätigkeiten des restlichen Unternehmens davon nicht tangiert werden. Erweist sich eine neue Lösung als erfolgreich und stabil, lässt sie sich schnell in die Geschäftsprozesse integrieren.

Vorhandenes Know-how nutzen


Doch nicht immer müssen Unternehmen den Bedarf an Cloud-Skills durch die Einstellung neuer Mitarbeiter erfüllen. Es lohnt sich auch ein Blick auf die bestehenden internen und externen personellen Ressourcen. Möglicherweise gibt es bereits Kollegen, die über Cloud-Wissen verfügen oder es sich schnell aneignen können, aber in anderen IT-Abteilungen arbeiten. Dann sollten sie in Absprache versetzt bzw. weitergebildet werden. Auch eine Um- oder Neuorganisation der IT anhand aktueller Anforderungen – Stichwort DevOps-Methodik – kann helfen.

Zudem bietet es sich an, die IT-Funktionen in geschäfts- und prozess-orientierte Innovationen einzuteilen. Dann können sich Mitarbeiter intensiver auf die jeweiligen Ziele fokussieren. IT-Führungskräfte sollten dabei ständig die aktuellen Skills im Unternehmen aus geschäftlicher und technologischer Sicht mit dem Bedarf durch neue Trends abgleichen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Oftmals können sich Unternehmen das Leben vereinfachen, indem sie auf externes Wissen zugreifen, etwa die Experten eines unabhängigen, für gängige Cloud-Technologien zertifizierten Managed-Cloud-Service-Providers. Die Dienstleister können dabei sowohl die laufenden täglichen Prozesse verwalten als auch die strategische Planung und Einführung von Cloud-Lösungen unterstützen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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