Verkaufsschlager für Europa

Globale E-Commerce-Präsenz

Das Erschließen neuer europäischer Länder und Regionen beinhaltet weitaus mehr als nur das Aufsetzen einer lokalen E-Commerce-Präsenz, sondern setzt schnelle Anpassungsfähigkeit an spezifische Rahmenbedingungen voraus.

Europa

Vorlieben bei der Zahlungsmittelwahl variieren in Europa beträchtlich.

Neben möglichst genauem Wissen um lokale Einkaufsvorlieben gibt es auch technologisch eine ganze Reihe zu beachten: Sprachen, Währungen, Versandmethoden, Frachtklassen oder Zahlungsdienste sind nur einige kniffelige Aspekte. Wenn es die Plattform Händlern nicht ermöglicht, diese selbst zu konfigurieren, dann können sich Internationalisierungsbestrebungen als teures und komplexes Unterfangen erweisen.

Zahlungsoptionen und Versand:

Vorlieben bei der Zahlungsmittelwahl variieren in Europa beträchtlich. Franzosen bezahlen z.B. häufig mit Kredit- oder Debitkarte, während in den Niederlanden ein Großteil der Bestellvorgänge über das Überweisungstool Ideal abgewickelt wird (vergleichbar mit dem deutschen Giropay). Desweiteren müssen Händler geschäftskritische Verfahren wie Bonitätsprüfungen beherrschen und Compliance-Anforderungen regionaler Zahlstellen erfüllen. Auch bei der Logistik gibt es regionale Vorlieben: In Deutschland stehen Packstationen hoch im Kurs, in Frankreich Lieferungen an ein umliegendes Geschäft, Briten bevorzugen eine Abholung der Online-Bestellung in einem stationären Einzelhandelsgeschäft. Zusätzlich ist beim Auslandsversand die Verhaltensweise in Bezug auf Produktmengen ein potentieller Stolperstein.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2015. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Verwaltung von Web-Inhalten:

Das System zur Verwaltung von Web-Inhalten ermöglicht nicht nur verschiedene Sprachversionen, sondern auch die kostengünstige Verwaltung individueller Websites für einzelne Länder. Damit „Look und Feel“ lokaler Webseiten passt, werden möglicherweise lokale Agenturen eingebunden. A/B-Tests helfen bei der lokalen Anpassung von Webseiten-Layout, Aktionen, bis hin zur regionalen Präferenz bei der Platzierung der Schaltfläche „Zum Warenkorb hinzufügen“. Auch Zugriffsformen können variieren: Während in Großbritannien 19 Prozent der Bestellungen von mobilen Geräten getätigt werden, ist dieser Wert in Italien mit 7 Prozent im Vergleich noch gering.

Gewählte Tools müssen den gesamten Prozess unterstützen, einschließlich des Imports lokalisierter Daten in bestimmten Formaten, Lösungen von Drittanbietern oder gar Übersetzungssoftware. Ideal ist eine Plattform, die ein erweiterbares API-Framework bietet, durch das – Region für Region – ohne zeit- und kostenintensive Nachrüstungen neue Funktionen hinzufügt werden können.

Umgang mit Produkt- und Katalogdaten:

Ebenso lohnt es sich, herauszufinden, was sich in welchem Land gut verkauft und wo gegebenenfalls noch Nischen besetzt werden können. Selbst für bestimmte Branchen gibt es hier in Europa noch Unterschiede: Deutsche kaufen besonders gern Kleidung, Consumer Electronics sowie Bücher und Medien. In Großbritannien treiben auch Lebensmittelhändler den ­E-Commerce voran, Reisedienstleister haben in Frankreich besonders große Konkurrenz. Genauso wenig verkauft sich unter Umständen ein Produkt in verschiedenen Ländern gleich gut. Händler sollten darauf achten, dass sich der Hauptkatalog zentral verwalten lässt, daraus aber relativ einfach eigene Kataloge für die jeweiligen lokalen Märkte erstellt werden können. Sie sollten außerdem den Produktstatus (Online-Verfügbarkeit) oder den Produktlebenszyklus (EOL-Datum, Datum der letzten Bestellung) global festsetzen und regionenübergreifend freigeben können. Ebenso sind beträchtliche Katalogverwaltungskapazitäten vonnöten, damit allgemeine Produktattribute wie Beschreibung, Garantie und Bestandsinformationen per simplen Klick lokalisiert werden können. Ein Multi-Touchpoint-Framework bietet eine umfassende und flexible Kontrolle aller Zugriffspunkte auf den Webshop sowie der regionenspezifischen Absatzkanäle von ­einer zentralen Stelle aus.

Zusammenarbeit mit lokalen Partnern:

Partnerschaften mit lokalen Anbietern und Zulieferern können bei der Expansion in neue Regionen echten Mehrwert bieten. Intershop-Kunde Mister Spex ist z.B. mit eigenen Websites auch in Frankreich, Spanien, Österreich und Großbritannien aktiv und übernahm in der jüngeren Vergangenheit mehrere skandinavische Anbieter. Aktuell rollt das Unternehmen auf Österreich und die Schweiz aus. Das Beispiel zeigt: Für eine effiziente Zusammenarbeit mit lokalen Partnern müssen internationale Geschäftsbeziehungen mit internen Prozessen unter einen Hut gebracht werden. Im Shop-Backend bedeutet das auch die Herausforderung, einen einfachen Zugang zu Produkt- und ­Statusinformationen und über Schnittstellen eine Integration in externe ERP-, Zahlungs- und Fulfilment-Systeme zu ermöglichen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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