Nachhaltige Cloud-Strategie

Gut geplant ist halb gewonnen

Längst ist klar: Unternehmen müssen eine nachhaltige Cloud-Strategie aufsetzen, ­wollen sie dem zunehmenden Digitalisierungsdruck standhalten. Das Ziel ist damit ­gesteckt, der Weg jedoch noch lange nicht. Denn ohne die notwendige Expertise geraten kritische Aspekte wie Verwaltung, Sicherheit und Compliance schnell zu kurz.

Strategie bei Brettspiel mit Spielfiguren

Um das passende Cloud-Modell zu finden, müssen Unternehmen ihre Strategie sorgfältig planen.

Die Frage, ob Unternehmen ihre Infrastruktur in die Cloud migrieren wollen, stellt sich heutzutage kaum noch. Zu groß ist der Digitalisierungsdruck, zu bestechend sind die Vorteile der Cloud: Flexibel wachsen, mühelos skalieren, Investitionskosten einsparen und von überall auf der Welt auf Ressourcen und Daten im Unternehmen zugreifen – das sind nur einige von ihnen. Es geht also längst nicht mehr um das Warum, sondern nur noch um das Wie. Denn preschen Unternehmen unüberlegt und unvorbereitet in die Cloud-Welt, drohen häufig erhöhte Kosten, steigende Komplexität und mangelnde Sicherheit.

Die individuell richtige Route wählen

Um das passende Model im Angebotsdschungel aus Cloud-Anbietern und -Diensten zu finden, müssen Unternehmen ihre Cloud-Strategie sorgfältig planen. Die folgenden Fragen zählen hierbei zu den wichtigsten: Welche ist die beste Lösung für mein geplantes Vorhaben? Muss ich die vorhandene Infrastruktur für die Cloud optimieren? Welche Herausforderungen möchte ich mit der Cloud lösen? Und wie sieht es mit der Datensicherheit aus? Letzteres ist auch im Hinblick auf das jüngst vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gekippte Datenschutzabkommen „Privacy Shield“ ein wichtiger Punkt bei der Anbieterauswahl. Nur wer all diese Aspekte adäquat berücksichtigt, findet die für sich passende Strategie und kann das Potenzial der Cloud letztlich auch voll ausschöpfen.

Das Problem: Selten ist das interne Know-how so hoch, dass die Unternehmen eine fundierte Entscheidung treffen können. Oft fehlen außerdem die notwendigen Kapazitäten, um die Umsetzung eines Cloud-Projekts dann auch erfolgreich zu stemmen. Externe Dienstleister wie der Microsoft-Azure-Expert-Managed-Services-Provider (Azure Expert MSP) Logicalis verfügen über die notwendige Expertise und die Erfahrung, um komplexe Cloud-Projekte zu planen und umzusetzen. Zunächst ist es dabei wichtig, einen Überblick über den Status quo der IT-Infrastruktur zu erhalten („Cloud Readiness Check“). Nur mit dieser Vorbereitung lassen sich Strategie und Roadmap für das Cloud-Projekt solide planen. Für die Umsetzung müssen die Unternehmen dann sicherstellen, dass ihre IT-Infrastruktur mit der Cloud kompatibel ist.

 

„Cloud ready“ in vier Schritten

Erst wenn im eigenen Rechenzentrum bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden, können Unternehmen den Weg in die Cloud gehen und deren Vorteile dann auch optimal nutzen. Die Transformation erfolgt in vier Schritten:

Schritt 1 (Software Foundation): Um die IT-Infrastruktur auf die Cloud vorzubereiten, muss das gesamte Rechenzentrum nicht nur homogenisiert, sondern gleichzeitig in Richtung Software-definierte Plattform weiterentwickelt werden. Die Implementierung automatisierter Produkte und Plattformen wie Software-defined Networking (SDN), Softwar-defined Storage (SDS) und Softwar-defined Compute (SDC) ist wesentlich. Das Rechenzentrum arbeitet umso effizienter, je besser die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Die perfekte Basis: converged oder hyperconverged infrastructures. Nur wenn Unternehmen eine Software-definierte Infrastruktur einsetzen, lässt sich diese optimal mittels programmierter Schnittstellen ansprechen und somit für den nächsten Schritt vorbereiten.

Schritt 2 (Software Automation and Configuration): Das Rechenzentrum muss automatisiert oder sogar orchestriert werden. Hierzu werden Software und Professional Services implementiert. Diese bilden nicht nur die Grundlage für die Cloud-Anbindung, sondern reduzieren auch den Administrationsaufwand für die Unternehmens-IT. Das setzt Kapazitäten bei den Administratoren frei. Ein „Orchestrator“ kann selbstständig reagieren, wenn beispielsweise Lastspitzen auftreten. Werden weitere Ressourcen notwendig, kann die Software reagieren und weitere Komponenten hinzufügen.

Schritt 3 (Hybrid Layer Design): Aus der orchestrierten On-Premises-Infrastruktur lässt sich nun eine eigene Private Cloud entwickeln. Eine Cloud Management Platform (CMP) bietet dabei ausgesprochen variable Möglichkeiten. So können Administratoren Ressourcen schnell und einfach zur Verfügung stellen oder Fachabteilungen sich über ein Portal direkt selbst versorgen. Auch eine Public Cloud lässt sich schließlich über die CMP anbinden; denn das eigene Rechenzentrum arbeitet nun auch nach dem IAC-Prinzip (Infrastructure as Code). Der IT-Leiter wird dadurch zum Service-Provider (dank automatisierter Bereitstellung von Services, selbstständigem Heilen im Fehlerfall und autonomem Scaling bei Lastspitzen) und das eigene Rechenzentrum entwickelt sich quasi zu einem weiteren Cloud-Standort.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Schritt 4 (Hybrid Layer in Operation): Um die Vorteile der Cloud voll und ganz ausschöpfen, ist es sinnvoll, Managed Services einzubinden – sowohl On-Premises als auch bei hybriden Lösungen. Infrastructure as a Service (IaaS) erlaubt es den internen Mitarbeitern, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren; der eigentliche Betrieb der Infrastruktur liegt in den Händen eines Dienstleisters.

Datensicherheit schaffen

Aufgrund der steigenden Cyberkriminalität ist es wichtiger denn je, Unternehmensdaten zu schützen. Es kommt hier auf ein durchdachtes Schutzkonzept an, um Datenverlust oder Imageschäden durch Cyberattacken vorzubeugen. Führende Lösungen wie die Azure Cloud verfügen über eingebaute Sicherheitsmechanismen, beispielsweise die Vergabemöglichkeit sogenannter Policies zur Identitätsverwaltung und Zugriffssteuerung. Eine Absicherung gegen DDos-Angriffe, die Compliance-bedingte Wahlmöglichkeit von Speicherorten oder die Verschlüsselung der Daten sind ebenfalls ein Muss. Risiken bei der Datensicherheit lassen sich so über die richtige Auswahl der Cloud-Plattform bereits minimieren; die Beratung durch einen Cloud-Dienstleister ist dennoch sinnvoll. Vereinen Unternehmen auf ihrem Weg in die Cloud all diese Aspekte, können sie das Potenzial voll ausschöpfen und ihre Wettbewerbsposition in Digitalisierungszeiten sichern.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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