Schutz vor Identitätsdiebstahl

Gute Gründe für den neuen Personalausweis

Immer und überall online sein – was vor wenigen Jahren noch wie eine Utopie klang, ist heute Realität. Smartphones, Tablets & Co. haben in kurzer Zeit unsere Art zu interagieren und zu konsumieren verändert. Doch wer nicht auf den Schutz seiner Daten achtet, wird schnell Opfer von Betrug und Missbrauch. Die Nutzung des neuen Personalausweises kann hier Vorsorge treffen.

Statistische Qualitätskontrolle, Bildquelle: Bundesdruckerei

Statistische Qualitätskontrolle: Händische Überprüfung einzelner Ausweiskarten neben der automatisierten Kontrolle – so wird ein hoher Qualitätsstandard des neuen Personalausweises gewährt.

Denn Computerkriminalität ist schon längst ein Milliardengeschäft und gilt als moderne Geißel der Menschheit. Eine Million Bürger auf der Welt, schätzt die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström, wird täglich Opfer derartiger Delikte. Pro Jahr verursachen Kriminelle damit weltweit Kosten von 290 Mrd. Euro – Tendenz steigend. Mittlerweile werde mit Cyberstraftaten mehr Geld verdient als mit Drogenhandel, sagt der deutsche IT-Experte Arne Schönbohm.

Gerade der Diebstahl digitaler Identitäten ist zum lukrativen Geschäft avanciert: Heute greifen Diebe meist die persönlichen Daten über trojanische Pferde ab, die sie unbemerkt auf den Rechnern platzieren, und verkaufen ihre Beute über virtuelle Marktplätze der Untergrundökonomie weiter. Die spanische IT-Beratung Pandalabs hat für das Jahr 2011 allein 50 Onlinestores für den illegalen Handel mit elektronischen Identitäten gezählt. Bereits 90 Prozent der Datendiebstähle gehen laut Norton-Cybercrime-Report des Software-Anbieters Symantec direkt auf das Konto organisierter krimineller Banden.

Identitätsdieben das Handwerk legen

Noch ist es überaus schwierig, Identitätsdieben das Handwerk zu legen. Fast ein Drittel der weltweit für den Symantec-Report befragten Opfer gaben an, dass ihr Fall nicht geklärt werden konnte. Die Folgen für die Bestohlenen sind gravierend: Rechnungen für Waren, die sie nicht bestellt haben; Schuldeneinträge bei der Schufa oder gar Haftbefehle für Taten, die sie nicht begangen haben. Im Schnitt müssen Opfer von Onlinedelikten 28 Tage Arbeit und 250 Euro investieren, um die Folgen eines Identitätsdiebstahls zu beseitigen.

Mit Initiativen wie dem geplanten Cybercrime-Abwehrzentrum der Europäischen Union will die Politik die Kräfte im Kampf gegen die Onlinebetrüger bündeln. Den Boden entziehen kann man ihnen aber nur, wenn auch die Internetnutzer mitziehen: indem sie ihre Rechner bestmöglich vor Angriffen aus dem Netz schützen und persönliche Daten mit mehr Vorsicht im Internet preisgeben. Laut einer Untersuchung zur Mediennutzung des Bundesverbandes Bitkom veröffentlichten im Jahr 2011 fast die Hälfte der Deutschen persönliche Daten in sozialen Netzwerken. Obwohl gerade diese Foren als Goldgrube für Identitätsdiebe gelten.

Umgeben von Begriffen wie Cloud Computing, Smart Grids, Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) und Near Field Communications (NFC) ist inzwischen eine steigende Sensibilisierung von Bürgern und Unternehmen bei Fragen des Datenschutzes und der Kommunikations- und Identitätssicherheit zu verzeichnen. Vorsichtsmaßnahmen, wie erhöhte Aufmerksamkeit, regelmäßig gewechselte Passwörter und ein Antivirenprogramm reichen jedoch nicht aus, um seine Daten zu sichern. Einen effektiven Schutz vor Betrug in der Onlinewelt bietet nur der zweifelsfreie Nachweis von Identitäten. Denn Vertrauen ist die Basis für sichere Transaktionen – in der analogen wie in der digitalen Welt. Es geht darum, die Identität von Personen zu schützen und Transaktionen sowie Kommunikationsprozesse im Netz sicherer zu gestalten.

Die Online-Ausweisfunktion

Ein Weg dahin ist die Nutzung des neuen Personalausweises mit seiner Online-Ausweisfunktion. Er gilt als sicherste elektronische Identitätskarte weltweit und spielt durch seine Internetfunktion beim Management von Zugriffsrechten im Web eine wichtige Rolle. Anbieter von Internetdienstleistungen und deren Nutzer können sich dank neuem Personalausweis gegenseitig ausweisen, so dass beide Seiten verbindlich wissen, mit wem sie es zu tun haben und dass die Person auf der anderen Seite tatsächlich die ist, für die sie sich ausgibt. Der Ausweis und entsprechende elektronische Services ermöglichen künftig auch die verbindliche elektronische Unterschrift. Die eID-Karte sowie elektronische Bürgerdienste machen unabhängig von Öffnungszeiten. Außerdem ermöglicht der neue Personalausweis ein sicheres Log-in und ersetzt die unsichere Variante der Benutzername-Passwort-Authentifizierung.

Man ist also einen großen Schritt dabei vorangekommen, elektronische Kommunikation und Transaktion komfortabel abzusichern. Dennoch ist es erst ein Anfang. Schaut man sich an, welche Bedürfnisse die Menschen in Bezug auf die Arbeitswelt der Zukunft haben, dann ist der Schutz von Identitäten das zentrale Thema. Die Nutzer wünschen sich künftig mehr Individualität, Mobilität und Flexibilität, ob im Privatleben oder in der Arbeitswelt. Es geht darum, Wissen miteinander zu schöpfen und zu teilen, Erfahrungen auszutauschen, Netzwerke zu pflegen und Technologien sorglos, intuitiv und komfortabel nutzen zu können – Stichwort „Alles für alle und überall“. Laut aktueller Zukunftsstudie 2013 des „Münchner Kreises“, einer gemeinnützigen Vereinigung für Kommunikationsforschung, sind dabei die wichtigsten Bedürfnisse der Zukunft Sicherheit und Datenschutz.

Fünf Gründe für den neuen Personalausweis:

1. Schutz vor Identitätsdiebstahl:

Die Online-Ausweisfunktion verhindert, dass Betrüger gefälschte Identitäten im Internet nutzen können. Staatliche ­Berechtigungen gewährleisten, dass der Geschäftspartner auch wirklich der ist, für den er sich ausgibt.

2. Datenschutz im Internet

Wer den neuen Ausweis samt PIN nutzt, agiert sicherer als beim herkömmlichen Verfahren mit Passwort und Benutzer­namen.

3. Datensparsamkeit im Internet

Es werden nur die Daten an den Onlineshop übermittelt, die wirklich erforderlich sind, um die gewünschte Leistung zu erbringen. Dies garantiert die Vergabestelle für Berechtigungszertifikate im Bundesverwaltungsamt.

4. Kinder- und Jugendschutz im Internet

Dank Altersverifikation wird verhindert, dass Kinder und ­Jugendliche Zugang zu Online-Angeboten bekommen, die für ihr Alter nicht freigegeben sind.

5. Dienste ohne Medienbruch

Dank neuem Personalausweis kann z. B. das Postident-Ver­fahren wegfallen. Das spart allen Beteiligten Zeit und Geld.

Quelle: Bundesdruckerei GmbH

www.digitaler-handschlag.de

Bildquelle: Bundesdruckerei

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