Open Compute Project

Hardware für individuelle Bedürfnisse

Das Open Compute Project (OCP) gilt als die bekannteste Community für Open-Source-Hardware. Mit der richtigen Strategie kann die Hardware auch im eigenen Unternehmen gewinnbringend eingesetzt werden.

Zwei Puzzleteile

Open-Source-Hardware ermöglicht es Unternehmen, neue Hardware exakt für ihre eigenen Anforderung zu entwickeln.

2011 wurde von Facebook und anderen Großkunden von Rechenzentren und IT-Hardware das Open Compute Project gegründet. Seitdem ist die Idee von Open-Source-Hardware immer beliebter geworden: So prognostiziert IHS Markit für 2022 einen Umsatz mit OCP-Hardware von 10,7 Milliarden US-Dollar und ein jährliches Wachstum von 56 Prozent. Dass immer mehr Unternehmen auf das neue Hardware-Konzept setzen, hat viele Gründe. Die Idee hinter OCP – eine Community aus IT-Profis, die Pläne und Gedanken offen teilt, zusammenarbeitet und damit durchgehend Verbesserungen und Innovationen erzielt – sorgt dafür, dass Equipment und Technologien immer smarter im Design und gleichzeitig stets neue Leistungsspitzen erreicht werden. Der offene Zugang ermöglicht zudem, dass etwa Hosting-Unternehmen Hardware genau für ihre individuellen Bedürfnisse entwickeln oder entsprechend anpassen können.

OCP-Hardware, die sehr genau auf bestimmte IT-Workloads abgestimmt ist, verzichtet auf unnötige Komponenten. So fallen etwa Grafikchips weg oder dezidierte Netzteile, wenn diese für die bevorstehenden Anforderungen nicht gebraucht werden. Zudem ist OCP-Hardware so konzipiert, dass sie sich sehr einfach managen lässt und damit deutlich weniger Personal bedarf. Verglichen mit regulärem Equipment liegt das Verhältnis bei rund 1:100.

Reduzierter Energieverbrauch

Das erste von Facebook mit OCP-Hardware ausgestattete Rechenzentrum konnte seinen Energieverbrauch um 38 Prozent senken. Kein Einzelfall, denn der Drang nach Innovationen führt dazu, dass auch der Energieverbrauch bei OCP-Equipment immer weiter gedrosselt wird. Zudem reduziert der Verzicht auf unnötige Komponenten aus zweierlei Gründen den Energiebedarf: Erstens bedeuten weniger Komponenten auch weniger Verbrauch und zweitens können bereits bei der Herstellung Ressourcen eingespart werden, wenn die Ausstattung nur aus wirklich benötigten Teilen besteht.

Das Deployment einzelner OCP-Hardware im eigenen Unternehmen ist keine große Sache. Bei immer mehr Händlern gehört sie zum regulären Sortiment und die Technik ist darauf ausgelegt, schnell und einfach installiert zu werden – auch im Zusammenspiel mit Standardhardware.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Steht dagegen das Rollout einer ersten vollständigen Plattform aus OCP-Komponenten an, wird es etwas komplizierter. Da gibt es beispielsweise bestehende Arbeitsprozesse und Verfahren, die die Umstellung erschweren, oder die eigene IT-Mannschaft äußert Bedenken zur Sicherheit und Stabilität im Zusammenspiel mit der vorhandenen Unternehmensarchitektur. Hier kommt es dann auf die richtige Herangehensweise an. In Form von „Moonshot“-Projekten, bei dem kleinen Entwicklerteams Zeit, Raum und Ressourcen bereitgestellt werden, um sich offen mit Open-Source-Tools zu beschäftigen, lassen sich bereits nach wenigen Wochen erste Ergebnisse erzielen. Nicht selten entstehen daraus ganz neue Plattformen, die nicht mehr in die bestehende Infrastruktur integriert, sondern eigenständig aufgebaut werden – sogar in Form von neu entstandenen Start-ups aus Unternehmen heraus.

Testen in idealer Umgebung

Gewisse Unsicherheiten sind normal und nicht jedes Unternehmen möchte sich ohne Weiteres in ein Moonshot-Projekt stürzen. Auch reicht die Theorie oft nicht aus, um Bedenken auszuräumen. Dann hilft es, sich ganz praktisch mit der Materie auseinanderzusetzen. In Amsterdam, in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Schiphol, ist das möglich: Hier befindet sich im Maincubes-Rechenzentrum AMS01 das einzige European OCP Experience Center, in dem ICT-Lösungen, SaaS-Angebote und andere Services und Lösungen auf Basis von OCP entwickelt und getestet werden können. Das Experience Center beherbergt neben einer vollständigen OCP-Datacenter-Infrastruktur auch einzelne OCP-IT-Hardware. Bei Bedarf steht ein Team vor Ort den Interessenten zur Seite. So können Unternehmen hautnah mit der Materie in Berührung kommen und die OCP-Welt entdecken.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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