Sicherheit in Rechenzentren

Hightech zum Schutz vor Bränden

Mit einer entsprechenden Brandschutzeinrichtung lassen sich Datacenter effizient vor Bränden schützen.

Hightech zum Schutz vor Bränden

Bricht in Rechenzentren ein Feuer aus, dann ist die sekundenschnelle Reaktion das A und O.

Aufgrund der zunehmenden Nutzung mobiler Daten, von Rich-Internet-Inhalten und Datenspeichern ist man im Alltag auf Rechenzentren angewiesen. Diese hosten und verwalten die Daten, die sämtliche Aktivitäten ermöglichen – von Energie und Beleuchtung über den Stadtverkehr bis hin zu Sicherheitssystemen. Rechenzentren sind eine der am schnellsten wachsenden Kategorien von Immobilienanlagen in Städten, so eine Studie von Kaiser Research. Allein in London gibt es über 300 Rechenzentren.

Rechenzentren sind komplexe und kritische Einrichtungen. Die darin enthaltenen Geräte müssen rund um die Uhr mit Elektrizität und einem konstanten Kühlluftstrom betrieben werden, um IT und Informationen zu schützen. Jede Betriebsunterbrechung hat enorme Auswirkungen und die operativen Risiken einer Störung sind hoch, was Zeit, Geld und Reputation betrifft. Ein Risiko für Betriebsunterbrechungen sind Brände. Dabei ist die Brandgefahr, die von elektrischen Komponenten wie Netzwerken und Kabeln ausgeht, hoch. Von daher scheinen Brandschutzlösungen für den Bau und die Verwaltung von Rechenzentren unabdingbar zu sein. Jedes RZ benötigt Brand- und Sicherheitsschutz, um im Ernstfall abgesichert zu sein. Ob es sich nun um die Brandschutzeinrichtung eines speziell errichteten Rechenzentrums oder die Nachrüstung eines bestehenden Rechenzentrums handelt, der Anbieter Chubb -Fire & Security kennt wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Chubb ist ein Teil von Carrier, einem An-bieter von Technologien für Heizungs-, Klima- und Kälteanlagen, Brandschutz, Sicherheit und Gebäudeautomation.

Bricht ein Feuer aus, ist eine sekundenschnelle Reaktion das A und O. Daher müssen die Lösungen schnell, aber auch zuverlässig sein, denn Fehlalarme führen zu unnötigen Stillständen, die um jeden Preis vermieden werden müssen. Feuerlöschanlagen benötigen im Fall der Fälle eine reibungslose Unterstützung. Nur so bekommen die Kunden einen schnellen Zugang zu Technikern, die einen guten Kundenservice bieten und unmittelbar auf den Anruf reagieren, sodass die Geschäfts- und Betriebskontinuität gewährleistet wird.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Rechenzentren vor Feuer zu schützen. Bevor die Entscheidung für ein System fällt, sollte man eine Risikoanalyse durchführen. Nur so können die Bedürfnisse der Organisation, der Umwelt und die Hauptrisiken ermittelt werden. Es gilt verschiedene Überlegungen zu treffen, z. B. ob das Rechenzentrum eine zentrale oder dezentrale Funktion mit einer Vielzahl von Lösungen bietet.

Eine der Optionen ist die Wahl zwischen einer Wasser- oder Gaslösung. Der Gasschutz besteht darin, Gas in den Raum einzubringen, was sowohl den Sauerstoffgehalt reduziert als auch den Verbrennungsprozess stört. Eine zweite Methode ist die Reduzierung des Sauerstoffgehalts durch Einbringen eines Inertgases in den Raum. Ein solches Inertgas ist Argonite, das die Ozonschicht nicht beeinflusst, ungiftig ist und kein Treibhausgas darstellt. Es wird unter hohem Druck (300 bar) gelagert und kann mit einem niedrigeren Druck in den Raum injiziert werden. Dadurch wird die Sauerstoffkonzentration sehr schnell gesenkt und das Feuer gelöscht. Bei Aktivierung können Gasanlagen eine Evakuierung des Personals erfordern. Um Störungen so gering wie möglich zu halten, können die Löschgasdüsen mit Schalldämpfern ausgestattet werden, die die mit der Gasfreisetzung verbundene Geräuschentwicklung begrenzen und Schäden an der RZ-Ausrüstung vermeiden.

Alternativ gibt es zwei Möglichkeiten auf Wasserbasis – konventionelle Sprinkler oder Wassernebelanlagen. Wassernebel sprüht einen feinen Hochdruckwassernebel in den Brennbereich. Die Wasserverdampfung kühlt die Verbrennungszone deutlich und verdrängt den Sauerstoff lokal um das Feuer herum. Es mag seltsam klingen, Wasser in einen Bereich mit Strom und geschäftskritischen Informationen einzubringen, aber tatsächlich eignet sich das Hochdruck-Wassernebelsystem hervorragend zur Brandbekämpfung in Rechenzentren. Das System kann in bestimmten Fällen sogar bevorzugt werden, da der Raum, in dem sich Server befinden, entweder speziell für die Gasunterdrückung gebaut oder nachgerüstet werden muss. Nur dann kann ein Verfahren mit Gas integriert werden und das Rechenzentrum einer halbwegs druckbeaufschlagten Umgebung standhalten. Die wasserführenden Systeme erfordern weder eine Druckabdichtung des Raums noch eine Abschaltung der Lüftungsanlage oder eine Evakuierung von Personen. Die Entladung ist lokalisiert, sodass sie den Wasserschaden minimiert, und das Zurücksetzen in die Standby-Position ist sowohl schnell als auch kostengünstig. Schließlich ist die Wassernebelpumpeneinheit unabhängig von der Größe des Rechenzentrums gleich (die Pumpen müssen für die Versorgung von sechs aktivierten Sprinklern ausgelegt sein) und viele Risikobereiche können geschützt werden, z. B. technische Räume, Büros und Notfallräume. Im Gegensatz zu Sprinkler- und Gassystemen erfordert der Hochdruckwassernebel jedoch eine umfassende Prüfung, um seine Wirksamkeit zu gewährleisten. Derzeit gibt es nur eine international anerkannte Norm, die im FM Global 5560 (2016) Anhang M und N veröffentlicht wurde. Ein Vorteil dieses Testprotokolls besteht darin, dass es die Zwangsbelüftung berücksichtigt, die die realen Lebensbedingungen in einem Rechenzentrum widerspiegelt.

In letzter Zeit findet in den Städten eine Verschiebung statt, da mehr und mehr gebäudeintegrierte Lösungen zur Verwaltung aller Brand- und Sicherheitslösungen verbaut werden. Das bedeutet, dass ein integriertes System Überwachungs-, Feuerlöschsysteme und Alarme beinhalten kann, die alle darauf ausgerichtet sind, die Reaktionszeit zu optimieren und die Infrastruktur zu schützen. Die RZ-Mitarbeiter können die aktuelle Brandsituation einsehen, sodass der gesamte Prozess der Identifizierung bis zum Löschen zehn Sekunden dauert. Herkömmliche Brandmeldetechnik benötigen nicht selten bis zu 15 Minuten.

Wichtige Überlegungen bei der Systemauswahl sind Sicherheit, Kosten für die Implementierung, beste Nutzung des verfügbaren Raums, Auswirkungen auf die Umwelt sowie der Betrieb der Systeme, die als Teil der Infrastruktur betrieben werden – aber am wichtigsten ist die Geschäftskontinuität. 

Bildquelle: Fotolia

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