Kommissionierungsqualität

Hopp oder top in Lager und Logistik

Interview mit Abbas Jamalian, Software-Chefentwickler bei der Kardex Software GmbH, darüber, warum Software über hopp oder top in der Logistikbranche – sowie speziell auch bei der Kommissionierung – entscheiden kann

Abbas Jamalian, Kardex Software

Abbas Jamalian, Kardex Software

IT-DIRECTOR: Herr Jamalian, Produktivität steigern, Kosten senken und Flexibilität erhöhen: Was kann Software im Lager und bei der Kommissionierung dafür tun?
A. Jamalian:
Wir stoßen in Lagern auf zentrale Themen wie Platzökonomie, Durchsatzerhöhung und Kommissionierungsqualität. Ohne Software wären solchen Aufgaben nicht zu leisten, denn wir möchten sie ja kosteneffizient machen.

IT-DIRECTOR: Können Sie weiter ins Detail gehen?
A. Jamalian:
Nehmen wir beispielsweise dynamische Lager- und Bereitstellungssysteme. Vor der Einlagerung identifiziert bei solchen Maschinen Software den Träger, dessen Höhe am besten zum Einlagerungsteil passt. Oder die Themen Durchsatz und Qualität. Hierbei helfen automatisierte Kontroll- und Warenbereitstellungssysteme. Zusätzlich erhöhen hier software-gestützte Lösungen die Sicherheit und Zuverlässigkeit.

IT-DIRECTOR: Was beschäftigt Unternehmen in Sachen Intralogistik derzeit am meisten?
A. Jamalian:
Alle befinden sich im fortwährenden Optimierungsprozess. Dabei hat Integration für sie große Bedeutung, denn nur mit der Verbindung aller Teilprozesse können sie den gesamten Prozess optimieren. Im Zuge dessen trennen sich Verantwortliche von Insellösungen. So müssen neue Warehouse-Management-Systeme (WMS) funktionierende Schnittstellen zu den Altsystemen aufweisen. WMS-Software steht mit den ERP-Systemen in Verbindung, aber auch mit der Technik der Lager- und Bereitstellungssysteme. Somit verbindet WMS-Software zwei Welten – ERP-Management und traditionelle Lager.

IT-DIRECTOR: Bei Kommissionierern treffen immer mehr Einzel- und Kleinaufträge ein. Um die gleiche Zahl von Artikeln aus den Lagern zu greifen, müssen sie demnach mehr Aufträge bearbeiten. Welche Strategien können an dieser Stelle helfen?
A. Jamalian:
Den Auswirkungen dieses veränderten Bestellverhaltens bei Endkunden und in der Industrie begegnen wir mit einer Vielzahl verschiedener Lagertechniken, Softwaremodulen und Kommissionierungsstrategien. Batch Picking (engl. für Sammelkommissionierung) fasst beispielsweise mehrere Aufträge in einem Batch zusammen, sodass Kommissionierer diese zeiteffizient hintereinander greifen können. Mit Multi User Picking unterstützen wir Strategien, bei denen sich in Spitzenzeiten mehrere Greifer flexibel an der Arbeit in einer Kommissionierungsstation beteiligen. Seit kurzem steht außerdem die Applikation „Fast Parts Delivery“ bereit, die über vordefinierte, multiplizierbare Lösungen speziell für Warehouse und Distribution verfügt.

IT-DIRECTOR: Sie haben selbst das Warehouse-Management-System „Power Pick Global Software“ entwickelt. Was leistet dieses Software-Paket?
A. Jamalian:
Es gehört zur neuen Software-Generation. Wir haben in einem weltweit verteilten Entwicklungsteam gearbeitet, um auch Länderspezifika zu berücksichtigen. Power Pick Global spielt seine Stärken bei der Kommissionierung aus, also alles rund um automatische Lagertechnikgeräte und Kommissionierung. Darüber hinaus umfasst die WMS-Software die gesamte Kette mit typischen Kernfunktionen wie Lagerstruktur, Standardeinlagerung und -umlagerung. Aber das Paket stellt auch Zusatzfunktionen bereit wie Chargen- und Seriennummerverwaltung, Mindesthaltbarkeitsdatum, Mehrlagerfähigkeit, Kit-Handling und andere. Es unterstützt verschiedene Endgeräte und damit auch unterschiedliche User Interfaces.

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