z-Series 13. Generation

IBM-Mainframe mit Linux und Cloud-Strategie

LinuxOne heißen neue IBM z-Systeme, die mit Linux und bekannten Open-Source-Paketen arbeiten. Damit kommt jetzt die Cloud in den Großrechner.

Auf der einen Seite werden immer kleinere Geräte immer leistungsfähiger. So manche Smartwatch hat mehr Rechenkraft als ein Desktop-PC der Frühzeit. Und auf der anderen Seite? Die Dinosaurier wachsen zwar nicht mehr, aber sie entwickeln sich weiter.

IBM hat kürzlich die neueste, 13. Generation ihrer zOS-Mainframes herausgebracht: Mit den schnellsten Prozessoren der Welt, 10 Terabyte Arbeitsspeicher und doppelt so viel Bandbreite wie der Vorgänger. Diese Rechenleistung ist vor allen Dingen in Backend-Anwendungen gefragt, der Mainframe schafft etwa 30.000 Transaktionen pro Sekunde.

Das sind zum Beispiel Kontobewegungen, denn der Bolide wird traditionell vor allen Dingen als zentrales Kraftpaket bei Banken, Versicherungen und vielen Behörden eingesetzt. Die maximal möglichen 2,5 Milliarden Datenbanktransaktionen pro Tag sollen aber nicht nur dem Finanzmarkt zugutekommen. IBM sieht ein wichtiges Einsatzgebiet als „Numbercruncher” in hybriden Cloud-Strukturen im Rahmen einer Private Cloud von Unternehmen.

Dafür hat IBM seine Z-Klasse in den letzten Jahren konsequent aus der evolutionären Sackgasse „Proprietäres System“ herausentwickelt. Der neue z13 besitzt eigene Analytics-Funktionen, die komplizierte, zeitraubende und unsichere Übertragung auf andere Systeme kann entfallen. Er unterstützt zudem Hadoop, sodass sich auch unstrukturierte Daten untersuchen lassen.

Großrechner mit Linux

Seit gut 15 Jahren lässt sich auch Linux auf den zOS-Großrechnern einsetzen. Inzwischen bietet IBM dafür sogar einige speziell konfigurierte z13-Systeme unter der Bezeichnung LinuxOne an. Auch bei zLinux geht der Trend hin zu beliebten Open-Source-Tools wie Node.js, MongoDB, MariaDB, PostgreSQL, Chef und Docker - sie alle wird IBM auf der z-Serie verfügbar machen.

Darüber hinaus will IBM zusammen mit Canonical eine Ubuntu-Distribution für z-Systeme anbieten, so das Unternehmen nun neben Suse und RedHat eine weitere System-Alternative haben. Außerdem macht Suse den Hypervisor KVM auch auf z-Systemen verfügbar. Dadurch ist einerseits Support für OpenStack möglich und andererseits können auch weitere Linux-Anwendungen relativ problemlos auf den Mainframe übertragen werden.

Dies zeigt deutlich, dass Mainframes unter Linux auf ein hohes Interesse stoßen. „Linux auf dem Mainframe hat mittlerweile eine kritische Masse erreicht“, sagt Jim Zemlin, Executive Director der Linux Foundation, die sich der Förderung von Linux widmet. IBM wird das „Open Mainframe Project“ der Stiftung unterstützen, das die Entwicklung und weitere Verbreitung von Linux auf dem Mainframe unterstützen will.

Als erste Maßnahme stellt IBM einen kostenfreien Mainframe-Zugang für Entwickler bereit, der als offener Zugang unter dem Namen „LinuxONE Developer Cloud“ firmiert. Hier soll es in erster Linie um Entwicklung, Erstellung, Prüfung und Erprobung von neuen Anwendungen für Mobility und Hybrid Cloud gehen.

Kurz und gut: IBM reagiert mit seinen Initiativen rund um den z13 auch im Mainframe-Markt auf den Megatrend „Cloud First, Mobile First“. Die stetige Ausweitung von mobilen Zugriffen auf alle Arten von Enterprise-Systemen sorgt für eine exponentiell wachsende Zahl von Transaktionen. In einem Schneeball-Effekt erzeugen mobile Zugriffe ganze Kaskaden von Folgetransaktionen in den beteiligten Systemen. IBM möchte seine z-Serie als das optimale Backend für diese Situation aufbauen und so die Zukunft der Rechen-Dinos sichern.

Bildquelle: IBM

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