Umstieg auf EDIFACT

Im Handumdrehen neue Kunden angebunden

Die Pöppelmann Gruppe aus dem niedersächsischen Lohne konnte u.a. durch die Modernisierung der digitalen Lieferkettenkommunikation seine Produktions- und Lieferprozesse optimieren.

  • Im Handumdrehen neue Kunden angebunden

    Als renommierter Automobilzulieferer muss Pöppelmann die hohen EDI-Vorgaben seiner Partner und Kunden erfüllen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Michael Siekmeier, Head of IT bei Pöppelmann

    „Die länderspezifischen Anforderungen unserer internationalen Kunden bzw. Standorte können nun voll abgedeckt werden“, sagt Michael Siekmeier, Head of IT bei Pöppelmann.

Pöppelmann ist einer der führenden Hersteller in der kunststoffverarbeitenden Industrie. An fünf Produktionsstandorten arbeiten weltweit über 2.500 Mitarbeiter an 550 Spritzgussmaschinen, Tiefziehanlagen und Extrudern. Das Unternehmen ist in über 90 Ländern Partner von Unternehmen aus dem Maschinen- und Apparatebau, der Fahrzeug-, Elektro-, Solar-, Lebensmittel-, Chemie-, Pharma-, Kosmetik- und Medizinindustrie, sowie der Oberflächentechnik und der Armaturenindustrie. Pöppelmann trägt durch eine kurzfristig ins Sortiment genommene Atemschutzmaske zudem dazu bei, Lieferengpässe für Mund-Nasen-Bedeckungen im Rahmen der anhaltenden Corona-Pandemie zu überbrücken.

Moderne Standards für den Datenaustausch

Als einer der führenden Hersteller für Kunststoff und renommierter Automobilzulieferer muss Pöppelmann die hohen EDI-Vorgaben seiner Partner und Kunden erfüllen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In der deutschen Automobilindustrie ist VDA der De-facto-Standard für EDI. Dieser Standard stieß bei Pöppelmann aber zunehmend an seine Grenzen. Daher hat sich das Unternehmen für den Umstieg auf EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) entschlossen.

EDIFACT ist ein branchenübergreifender internationaler Standard für das Format elektronischer Daten, der vor allen in B2B-Lieferketten eingesetzt und bei sämtlichen Automobilherstellern Quasi-Standard ist. Umso wichtiger war es, dass Unternehmen wie Pöppelmann die Modernisierung auf diesen besonderen EDI-Standard frühzeitig und mit dem entsprechenden Know-how realisieren.

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Davon profitieren auch die Beziehungen zu den internationalen Kunden, die nun voll abgedeckt werden können, wie Michael Siekmeier – Head of IT bei Pöppelmann –berichtet: „Alle gängigen Anbindungsarten und Formate sind möglich. Durch das Follow-The-Sun-Prinzip ist ein direkter und gleichsprachiger Support möglich. Zudem profitieren wir durch die Erfahrungen des Dienstleisters in den anderen Ländern”, so der Experte. Die neue Technologie sei zudem nicht nur für die Automobilbereich interessant, sondern wird laut Siekmeier mittlerweile auch in anderen Geschäftsbereichen für EDI eingesetzt: „Hier ist der Großhandel in der Befestigungs- und Montagetechnik und im Gartenbau zu nennen. Auch in der Pharmazie- und Lebensmittelbranche setzen wir seit Jahren erfolgreich diese Technologie ein.“

Sichere Umstellung

Wie so viele Unternehmen stand auch Pöppelmann – neben dem Update von VDA auf EDIFACT – vor der Umstellung auf OFTP2 (Odette File Transfer Protocol 2). OFTP2 ist die zweite Generation des IT-Protokolls OFTP zur Datenübertragung und anders als beim FTP, können bereits gestartete File-Transfers bei einer Verbindungsunterbrechung wieder aufgenommen und der vollständige Empfang vom Zielrechner bestätigt werden. Pöppelmann hat in seiner traditionsreichen Unternehmensgeschichte immer wieder nachhaltige Lösungen entwickelt. Daher war es nur konsequent, den gesamten EDIFACT-Prozess und die OFTP2-Umstellung in einer sicheren Cloud zu managen.

Für den Kunststoffexperten gab es drei entscheidende Gründe für die Umstellung. Erstens verzeichnete das Unternehmen weltweit steigende Anfragen von Kunden und Partnern und wollte die hohe Nachfrage adäquat bedienen. Zweitens sollte der in die Jahre gekommene VDA-Standard durch den modernen EDIFACT-Standard modernisiert werden, um die hohen Normkriterien im Bereich Automotive auch zukünftig erfüllen zu können. Drittens sollte die vorgegebene OFTP2-Umstellung idealerweise mit der Migration von einem On-Premise-System in eine Managed Private Cloud erfolgen. Alle drei Herausforderungen wurden schließlich in funktionierende, fehlerfreie und produktive Lösungen umgesetzt.

Um eine reibungslose Umstellung auf die neuen Lösungen zu garantieren, wurden die Änderungen in den betroffenen Systemen (ERP, Integration Manager) ausgiebig vorbereitet und getestet, wie Michael Siekmeier berichtet. Dabei habe sich die enge Zusammenarbeit zwischen der internen IT-Abteilung, den Fachbereichen und Axway ausgezahlt. Durch ein umfassendes Monitoring zum „Go Live“ konnte zudem schnell reagiert werden und den Kunden die Daten sowie der Service in gewohnter Qualität zur Verfügung gestellt werden.

Stabile Lösungen gefragt

Im Rahmen einer B2B-Lieferkette ist es essentiell, dass Partner und IT-Systeme sicher und verlässlich Geschäftsdaten austauschen können. Entweder sind die beteiligten Anwender in der Lage, EDIFACT-Nachrichten zu erzeugen oder zu verarbeiten, oder es wird ein Konverter dazwischengeschaltet, der die Daten entsprechend umwandelt. Mit einem Editor können Mappingtabellen erzeugt werden, die dem Konverter zugeführt werden.

Mit der Axway-Lösung konnte Pöppelmann seine komplexen Produktions- und Lieferprozesse für maximale Flexibilität, Effizienz und Qualität optimieren. Schon eine leicht verspätete EDI-Nachricht kann eine Strafzahlung aus Wolfsburg oder München (Penalty Payment) bedeuten. Umso wichtiger ist eine stabile B2B-Lösung ohne Downtime und mit maximaler Performance. Das betrifft vor allem die Automotivesegmente KAPSTO und K-TECH. Pöppelmann ist nun in der Lage, acht bis zehn neue Partner pro Monat und im laufenden IT-Betrieb direkt in das hauseigene ERP zu mappen – mit bis zu 15.000 Mapping Messages monatlich. Inzwischen ist dies für über 250 Partner, die teilweise ein gigantisches Datenvolumen innehaben, erfolgreich realisiert.

Volle Kontrolle und maximale Sicherheit

Mit der bis dato genutzten On-Premise-Lösung sah sich Pöppelmann nicht mehr ausreichend für zukünftige Anforderungen global operierender Produzenten und Hersteller gerüstet. Viele Kunden konnten sich einfach nicht in dem gewünschten Maß mit dem lokalen IT-System verbinden. Durch das Update von VDA auf EDIFACT, die OFTP2-Umstellung sowie die Migration in eine sichere Managed Private Cloud konnten jedoch alle gewünschten Anforderungen professionell, zeitnah und zur vollsten Zufriedenheit von Pöppelmann realisiert werden. Eine Private-Cloud-Umgebung garantiert bei der Verarbeitung von sensiblen oder geschäftskritischen Daten die volle Kontrolle und maximale Stabilität. Dank der Managed Private Cloud, die durch Echtzeit-Monitoring jederzeit geschützt wird, muss sich das Unternehmen praktisch um nichts mehr selbst kümmern.

Pöppelmann ist jetzt in der Lage, die modernsten Normkriterien branchenübergreifend für den weltweiten elektronischen Datenaustausch spielend einfach zu bedienen und im Handumdrehen neue Kunden anzubinden.

Pöppelmann Gruppe
... hat sich seit 1949 mit fünf Produktionsstandorten sowie 700 Spritzgussmaschinen, Tiefziehanlagen und Extrudern zu einem der führenden Hersteller in der kunststoffverarbeitenden Industrie entwickelt. Mit weltweit 2.5000 Angestellten und Kunden in über 90 Ländern versorgt Pöppelmann u.a. Unternehmen aus der Automobil-, Pharma-, Medizin- und Lebensmittelindustrie.

Bildquelle: Pöppelmann Gruppe

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