Rollout im Photovoltaikunternehmen

Individueller Umstieg auf Windows 10

Rollout mit besonderen Herausforderungen: Das Photovoltaikunternehmen SMA ­Solar Technology hat 1.300 Arbeitsplätze auf Windows 10 umgerüstet. Mit Unterstützung seines IT-Dienstleisters konnten auch spezielle Anforderungen ­umgesetzt werden, ohne den laufenden Betrieb zu behindern.

Individueller Umstieg auf Windows 10

Das Unternehmen aus Kassel gilt als ein weltweit führender Anbieter von Photovoltaiksystemtechnik.

Im Januar 2020 stellt Microsoft den Support und damit die regulären Sicherheits-Updates für Windows 7 ein. Unternehmen sollten also dringend den Umstieg auf Windows 10 vorbereiten. Vor allem wenn viele Arbeitsplätze betroffen sind, kann dies zu einer großen logistischen Herausforderung werden. Schließlich muss der Betrieb parallel weiterlaufen.

Auch für den Photovoltaik- und Systemtechnikspezialisten SMA Solar Technology AG (SMA) aus Kassel kam der Zeitpunkt, ein großes Rollout-Projekt für die Betriebssystemmigration zu initiieren – bei über 3.000 Mitarbeitern in 18 Ländern, von denen 1.300 IT-Arbeitsplätze noch nicht die neue Windows-Version nutzten, eine anspruchsvolle Aufgabe. Zusätzlich hatte SMA einige spezifische Anforderungen an die Migration, die das Projekt noch umfangreicher machten. So sollten alle Arbeitsplätze am Ende wieder die gleiche Software installiert haben, die der jeweilige Anwender vor dem Umzug aktiv genutzt hatte. Damit sollten eine Nachbestellung der Anwender-Software und die damit verbundenen Prozessaufwände vermieden werden. 

Auch durfte die laufende Produktion nicht gestört oder unterbrochen werden. Die Maschinen mussten weiterlaufen, die Mitarbeiter aufgrund von dringenden Terminen arbeitsfähig bleiben. Daher war es für den Photovoltaikspezialisten wichtig, dass die User den Zeitpunkt der Neuinstallation ihres PCs innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens selbst festlegen konnten.

Anders als die Umstellung auf die Cloud, die parallel im Backend ablief, ist der User Impact bei der Windows-10-Migration sehr hoch. Jeder Rechner musste einzeln umgestellt werden. Daher wollte man die Gelegenheit nutzen, an jedem Arbeitsplatz firmenweit auf Microsoft Office 365 umzusteigen, um nicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auf jeden einzelnen PC zugreifen zu müssen. Die eigene IT-Abteilung verfügte jedoch nicht über das Fachwissen und vor allem nicht über die Kapazitäten, um diese spezielle Aufgabe umzusetzen. Das Anwenderunternehmen bat daher seinen langjährigen Partner Mod IT Services GmbH, ein Migrationskonzept für einen firmenweiten Rollout für Windows 10 zu entwickeln. Der IT-Dienstleister aus Einbeck in Niedersachsen hat sich auf individuelle Workplace-Management- und IT-Sicherheitslösungen spezialisiert.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Bestandsaufnahme zeigte, dass der Photovoltaikspezialist im Bereich Hardware sehr gut ausgestattet ist und für dieses Rollout-Projekt zunächst keine PCs ausgetauscht werden mussten. Anstelle eines Upgrades sah das Migrationskonzept eine saubere Neuinstallation auf die stabile Version 1803 der Enterprise-Edition von Windows 10 vor. Damit nicht jedes System einzeln aktualisiert werden musste, wollte der Dienstleister die neue Windows-Version über die Client-Management-Software Empirum von Matrix42 zentral verteilen.

„Das Rollout-Projekt war durchaus komplex und sehr individuell. Unsere IT-Abteilung ist auch so gut ausgelastet, daher war das Migrationskonzept und die effiziente Umsetzung durch unseren externen Partner so wertvoll für uns“, erinnert sich Martin Ritter, Projektleiter bei SMA, an den Kick-off. Im Dezember 2018 wurde das Konzept mit einer kleinen, aber breit gefächerten User-Gruppe erfolgreich geprobt, dokumentiert und anschließend hochskaliert. Bereits im Januar 2019 konnte dann der Rollout für die restlichen mehr als 1.000 Arbeitsplätze starten.

Kein Umstieg auf ein neues Betriebssystem läuft ab, ohne dass die Arbeitsabläufe der Nutzer währenddessen massiv gestört werden. Deshalb enthielt das Migrationskonzept verschiedene Maßnahmen, um den Impact auf die User und den Betriebsablauf so gering wie möglich zu halten und die oben genannten Anforderungen von SMA umzusetzen. So wurde in einem automatisierten Prozess mithilfe von Tabellen für jeden Rechner ein Ist-Soll-Abgleich vorgenommen und die vorher genutzte Software nach dem Aufspielen des neuen Betriebssystems wieder installiert. Um Datenverluste zu verhindern, falls einzelne Nutzer Daten lokal auf ihren Rechnern gespeichert hatten, stellte die IT den Cloudspeicher Onedrive zur Verfügung, auf dem die Nutzer selbstverantwortlich ihre Daten sichern konnten.

Die Migration selbst anstoßen

Damit die Mitarbeiter die Migration zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt durchführen konnten, entwickelte der Dienstleister ein Software-Paket, das über eine API an die Client-Management-Lösung von SMA angeschlossen wurde. Die Mitarbeiter konnten den Migrationszeitpunkt innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens selbst anstoßen, idealerweise zum Feierabend. Gleichzeitig erfolgte die automatisierte Umstellung auf Microsoft Office 365. Am nächsten Morgen war dann der PC wieder einsatzbereit.

Ein wesentlicher Teil des Konzepts umfasste neben den technischen Aspekten das Projektmanagement und die Kommunikation. Der Dienstleister musste sicherstellen, dass auch wirklich jeder PC irgendwann neu installiert wurde. Per Intranet, Newsletter und persönlicher Erinnerung wurden die Mitarbeiter auf das bevorstehende Migrationsprojekt vorbereitet. Während des Rollouts waren Techniker des Dienstleisters, sogenannte „Floorwalker“, vor Ort und für Fragen, Nacharbeiten oder etwaige Problemlösungen für die Mitarbeiter von SMA jederzeit ansprechbar. Auch nach dem Ende des Rollouts werden die IT-Arbeitsplätze weiterhin zen-tral durch den Dienstleister über das Client-Management-System Empirum verwaltet. 

Bildquelle: SMA Solar Technology

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