Meinung: Einfallstor für Cyberkriminelle

Industrie 4.0 — Sicherheitsrisiken und hohe Investition

Nach Plänen der Bundesregierung sowie diverser Branchenverbände soll sich Industrie 4.0 hierzulande bis 2020 flächendeckend durchsetzen. Ein hehres Vorhaben — doch wer stemmt die damit verbundenen Investitionen?

Geldscheine, Bildquelle: Thinkstock/iStock

Wer stemmt die hohen Investitionen für Industrie-4.0-Projekte?

Hiesige Automobilhersteller, Fertigungsfirmen oder Maschinenbauer steuern in eine rosige Zukunft. Dies könnte man meinen, denn verbreiten sich Industrie-4.0-Technologien in den nächsten zwei Jahrzehnten so wie allseits erwartet wird, könnten sie von zig Vorteilen profitieren: Die gesamte Produktion soll mittels Industrie 4.0 noch automatisierter und schneller ablaufen als bisher. Zudem ergibt sich daraus eine neue Dimension der Flexibilität: Aufgrund sich selbst steuernder Maschinen und Werkstücke sowie eines Informationsaustauschs „in Echtzeit“ können Dinge dort, wo es gewünscht wird, künftig stark individualisiert hergestellt werden. Somit würde der Weg frei für die Herstellung individualisierter Produkte zu den geringen Kosten eines Massenprodukts.

Soweit so gut. Allerdings werden sich diese ehrgeizigen Ziele nur dann realisieren lassen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. So müssen erst noch allgemeingültige, länderübergreifende Standards rund um Industrie 4.0 auf den Weg gebracht werden. Stand heute bedeutet dies für die Industrieunternehmen sowie die eingebundenen Technologielieferanten noch jede Menge Arbeit. Denn bislang hapert es innerhalb der Industrie vielerorts allein noch an Grundlegendem – etwa einer medienbruchfreien Kommunikation sowie einem reibungslosen elektronischen Datenaustausch. Darüber hinaus dürfen die mit Industrie 4.0 verbundenen Sicherheitsrisiken nicht außer Acht gelassen werden. Denn mit der Vernetzung sämtlicher Industrieprozesse, Anlagen, Maschinen und Werkstücke eröffnen sich zahlreiche neue Einfallstore für Cyberkriminelle und Industriespione.

Und nicht zuletzt wird der Kostenaspekt eine große Rolle spielen. Will insbesondere die Großindustrie sämtliche Produktionsanlagen und -prozesse modernisieren, könnte der Aufwand dafür schnell aus dem Ruder laufen. Denn es fallen nicht nur Kosten für neue Softwaresysteme, sondern auch für adäquate Infrastrukturen an. Weitere Investitionen in hochverfügbare Netze, umfassende Beratung sowie die Schulungen der Mitarbeiter folgen auf dem Fuß. Bleibt die Frage offen, wer dies alles bezahlen soll.

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