Im Gespräch mit Stefan Gemm, HP

Innovationen rund um 3D-Printing und Toner

Interview mit Stefan Gemm, General Manager Business Group Printing Deutschland und Österreich bei der HP Deutschland GmbH, über Strategie und Ziele des im vergangenen Herbst neuformierten Unternehmens, energieeffiziente Ausgabegeräte sowie Innovationen rund um Toner und 3D-Printing

  • Stefan Gemm, HP

    „Netzwerkbasierte Output-Geräte fungieren nicht selten als Einfallstore für Hacker, die darüber Zugriff auf interne Dokumente erhalten“, so Stefan Gemm von HP.

  • Stefan Gemm, HP

    „Wir bieten eine kostenfreie, cloud-basierte Druckvariante. Hierbei senden die Kunden von einem Client aus den Druckauftrag in die HP-Cloud, wobei sowohl der Datentransfer als auch die Speicherung verschlüsselt werden“, sagt Stefan Gemm von HP.

  • Stefan Gemm, HP

    „Vor allem in der Konsumgüterindustrie und im privaten Umfeld bemerken wir eine steigende Nachfrage nach personalisiertem bzw. individualisiertem Druck“, berichtet Stefan Gemm, HP.

  • Stefan Gemm, HP

    „3D-Printing muss schnell und in rauen (Industrie-)Umgebungen funktionieren sowie eine hohe Qualität garantieren“, betont Stefan Gemm, HP.

Bereits vergangenen Sommer spaltete sich HP in zwei Unternehmen auf. Dabei flossen vier der ursprünglich sechs Geschäftsbereiche in die Hewlett-Packard Enterprise GmbH ein. Die anderen beiden – nämlich die Printing- und Personal-Systems-Sparte – mündeten in der HP Inc. „Mit der Trennung geht für uns die Fokussierung allein auf zwei große Themengebiete einher“, betont Stefan Gemm von HP Inc. Insgesamt werden wir durch die neue Struktur agiler und noch näher an unseren Partnern und Kunden sein. Die Teilung ermöglicht uns, noch gezielter in die Entwicklung neuer Innovationen zu investieren. 

„Von daher sehen wir uns zum einen gut aufgestellt, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen. Zum anderen wollen wir mit der gewonnenen Agilität nicht nur das Direkt-, sondern vor allem auch das für uns sehr wichtige Partnergeschäft stärken“, betont Gemm im Gespräch mit IT-DIRECTOR.

IT-DIRECTOR: Herr Gemm, welche Zielgruppen sprechen Sie mit dem neuen Unternehmen an?
S. Gemm:
Mit unserem Printing-Portfolio bedienen wir sowohl den Heimanwender ebenso wie Kleinbetriebe, Mittelständler oder globale Dax-100-Unternehmen. Dabei stehen momentan für die meisten Kunden neben reinen Kosten- zunehmend auch Sicherheitsaspekte im Vordergrund.

IT-DIRECTOR: Welche Sicherheitslücken weisen Output-Umgebungen auf?
S. Gemm:
Moderne Output-Geräte weisen eine Vielzahl an Sicherheitseinstellungen auf, die unbedingt vollständig und vor allem nachhaltig gesetzt werden müssen. Zudem haben die meisten Kunden ihre Output-Geräte mittlerweile ins Netzwerk eingebettet. Werden diese Aspekte nicht beachtet, können die Geräte als Einfallstore für Hacker und Datendiebe fungieren, die  Zugriff auf gespeicherte Dokumente oder sogar auf das Netzwerk erhalten können.

Ein gutes und aktuelles Beispiel zu diesem Thema ist der Wiederverkauf und das Recycling von Gebrauchtgeräten, ohne dass die auf den Gerätefestplatten gespeicherte Daten zuvor gelöscht wurden. Liegen diese überdies noch unverschlüsselt vor, ist das Auslesen der Daten ein Kinderspiel. In der Vergangenheit wurden mehrere solcher Fälle bekannt. Zuletzt gelangten Kopiergeräte von Steuerberatern und Rechtsanwälten, auf deren Festplatten sensible Klientendaten gespeichert waren, über Online Marktplätze in den Wiederverkauf.

IT-DIRECTOR: Wie lassen sich diese Sicherheitslücken schließen?
S. Gemm:
Man sollte sämtliche Output-Geräte in eine einheitliche unternehmensweite Sicherheitsstrategie einbinden. Oft werden eingesetzte Drucker und Multifunktionsgeräte in vielen Firmen im Rahmen von Sicherheitskonzepten überhaupt nicht berücksichtigt. Die IT Verantwortlichen konzentrieren sich vorzugsweise auf vorhandene Clients und Serverumgebungen, die mit Firewalls und anderen Sicherheitslösungen umfänglich abgeschottet werden. Vielen ist dabei gar nicht bewusst, wie intelligent heutige Ausgabegeräte bereits sind. So handelt es sich bei aktuellen Multifunktionsgeräten im Prinzip um einen klassischen Rechner mit eigenem Betriebssystem und Netzwerkanbindung.

IT-DIRECTOR: Wie kann deren konkrete Absicherung aussehen?
S. Gemm:
Unsere Drucker und Multifunktionsgeräte bieten verschiedene Möglichkeiten zur Absicherung. HP bietet sowohl Lösungen auf Geräteebene als auch unternehmensweit auf Flottenebene an.

Üblicherweise liegt die Herausforderung für Kunden darin, dass bei aktuellen Multifunktionsgeräten über  200 verschiedene Geräteeinstellungen möglich sind. Bei dieser schieren Masse besitzt kaum jemand den Überblick, welche Einstellungen umfängliche Absicherungen garantieren. Nicht selten werden einmal getätigte Konfigurationen auch unabsichtlich wieder zurückgesetzt. Ein Beispiel: Haben die Verantwortlichen die Festplattenverschlüsselung aktiviert, muss sichergestellt sein, dass auch nach Konfigurationsänderungen durch Techniker im Rahmen von Reparaturen oder Wartungen die Einstellungen wieder korrekt gesetzt werden.

IT-DIRECTOR: Welche speziellen Sicherheits-Tools bieten Sie an?
S. Gemm:
Das gerade genannte Beispiel verdeutlicht, dass eine permanente Konfigurationsprüfung äußerst wichtig ist. Eine manuelle Prüfung jedes einzelnen Gerätes ist aber in größeren Druckerflotten nicht oder nur mit extrem hohem Aufwand umsetzbar. Deshalb wurde die Lösung HP Jet Advantage Security Manager enwickelt. Man kann damit für die gesamte Druckumgebung einmalig eine Sicherheitsrichtlinie aufsetzen und vollautomatisch auf alle Geräte ausrollen.

Anschließend prüft die Lösung kontinuierlich, ob die gewünschten Sicherheitseinstellungen jedes einzelnen Gerätes noch mit der Sicherheitsrichtlinie übereinstimmen. Sollten jetzt die Einstellungen von einem Techniker zurückgesetzt worden sein oder wird ein neues HP-Gerät mit Werkseinstellungen in das Netzwerk eingebunden, werden automatisch die festgelegten Konfigurationen auf die Geräte aufgespielt. Damit wird gewährleistet, dass die Druckerflotte rund um die Uhr abgesichert ist.

Neben dieser netzwerkbasierten und flottenübergreifenden Sicherheitslösung hat HP auch auf Geräteebene für die Enterprise-Klasse innovative und neue Sicherheitsfunktionalitäten eingeführt. Dabei vergleicht die integrierte Funktion HP Sure Start den BIOS-Code des Gerätes vor jedem Gerätestart  mit einer schreibgeschützt gespeicherten Originalversion. Bei einer Manipulation stimmen die Codes nicht mehr überein. Das Gerät stellt diese Abweichung fest und stellt automatisch die Orginalversion wieder her. Damit ist sichergestellt, dass nur originärer BIOS-Code ausgeführt wird.

Neben dem BIOS kann die Firmware ein weiterer Angriffspunkt sein – bei modernen Geräten eine umfassende, intelligente Software, wie das Betriebssystem auf einem PC. Um auch an dieser Stelle einen Schutz vor Manipulationen zu gewährleisten, haben wir an dieser Stelle ein sogenanntes „Whitelisting“ eingeführt. Damit wird eine Sollsignatur für die Original-Firmware im Gerät gespeichert und mit der Ist-Signatur der aktuellen Firmware verglichen. Stellt das Gerät in Folge einer Firmware-Manipulation Abweichungen fest, wird die Firmware nicht geladen und der Administrator erhält einen Warnhinweis. Somit ist sichergestellt, dass nur Geräte mit nicht manipulierter Originalfirmware in Betrieb genommen werden können.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 01-02/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Und zu guter letzt haben wir die sogenannte Intrusion-Detection-Funktion integriert: Im Betriebszustand überprüfen sich die Geräte permanent und selbstständig auf verdächtige (Speicher-)Aktivitäten, beispielsweise in Folge eines Einbruchversuchs. Auch hier erfolgt im Verdachtsfall eine sofortige Warnung an den Administrator.

IT-DIRECTOR: Wie kann man sicherstellen, dass allein autorisierte Nutzer mit den Ausgabegeräten arbeiten?
S. Gemm:
Indem sich die User zunächst per Smartcard, Pin-Code, Chip oder biometrischen Merkmalen am Gerät authentifizieren müssen und erst im Anschluss daran der Druckauftrag ausgegeben wird oder gescannte Dokumente digital versendet werden. Bei ersterem spricht man dabei im Fachjargon von „Pull Printing“. Genutzt wird das Verfahren insbesondere bei zentralen Abteilungsgeräten, um einerseits vertrauliche Ausdrucke vor der Mitnahme durch Unbefugte zu schützen. Andererseits spielt hier der Umweltgedanke hinein. Denn aufgrund vorhandener Authentifizierung werden unnötige Ausdrucke vermieden, indem jeder Druckauftrag vor der Ausgabe aktiv bestätigt werden muss. Damit gehören in den Ausgabefächern liegengebliebene Papierstapel und Fehldrucke der Vergangenheit an.

IT-DIRECTOR: Gibt es weitere Methoden zur sicheren Druckausgabe?
S. Gemm:
Das klassische Pull-Print erfolgt innerhalb des Unternehmens über einen speziellen Server. Wegen dem höheren Investitionsaufwand für Aufbau und Pflege dieser Infrastruktur scheuen kleinere und mittelständische Kunden oftmals vor dieser Lösung zurück.  Mit „Jet Advantage Private Print“ bieten wir seit letztem Jahr eine kostenfreie, cloud-basierte Variante für diese Kunden an.

Hierbei senden die Nutzer von einem Client aus (mobil oder stationär) den Druckauftrag in die HP-Cloud. Dabei laufen sowohl der Datentransfer als auch die Speicherung in der Cloud komplett verschlüsselt ab. Im nächsten Schritt kann der Druckauftrag nach der Authentifizierung des Nutzers von nahezu jedem beliebigen HP-Output-Modell ausgeben werden. Zudem lässt sich hinterlegen, ob die Druckaufträge nach ihrer Ausgabe automatisch gelöscht oder gespeichert bleiben sollen. Mit HP Jet Advantage können HP-Kunden somit kostenlos die Vorzüge und Sicherheit von Pull-Printing nutzen, ohne in eine eigene Infrastruktur investieren zu müssen. Zudem gibt es bei den im Jahr 2015 neu eingeführten Lasermodellen der Mid-range Klasse (M400 Serie) die Möglichkeit, PIN Print über einen im Drucker integrierten USB-Speicher zu betreiben - insbesondere für SMB Kunden eine einfache und kostengünstige Pull-Print-Lösung.

IT-DIRECTOR: Wie realisieren Sie das Drucken von mobilen Endgeräten aus?
S. Gemm:
Für mobiles Drucken steht die Lösung HP ePrint zur Verfügung. Über entsprechende Apps für Mobilgeräte werden Druckaufträge direkt per e-Mail an das gewünschte Ausgabegerät gesendet. Beim klassischen und kostenlosen HP ePrint wird die Mail über das Internet und die HP Cloud versendet. Mit der Lösung HP ePrint Enterprise erfolgt der Versand der eMail unternehmensintern im Intranet. Desweiteren kann auch mit dem vorstehend beschriebenen cloudbasierten Pull Print HP JetAdvantage Private Print von mobilen Endgeräten aus gedruckt werden.

IT-DIRECTOR: Inwieweit fragen Kunden mobile Output-Szenarien nach?
S. Gemm:
Für fast alle Geschäftskunden stellt Mobile Printing mittlerweile ein wichtiges Thema dar, wobei verschiedene Branchen unterschiedliche Anforderungen an mobiles Drucken haben. So müssen Außendienstler von Versicherungen unterwegs Verträge ausdrucken; in Produktionsstraßen und Fertigungsstätten hingegen werden Arbeitspläne und Stücklisten benötigt.

IT-DIRECTOR: Seit Jahren wird das Ende von Druckern und Papierdokumenten vorausgesagt. Wie lautet Ihre Einschätzung?
S. Gemm:
Zwar stagniert der Verkauf von Druck- und Kopierpapier seit längerem, allerdings werden „smarte“ Output-Geräte zunehmend dafür genutzt, um analoge auf digitale Prozesse umzustellen. Insbesondere bei der Verbreitung von Multifunktionsgeräten auf Abteilungsebene geht es längst nicht mehr ums Drucken allein, sondern um Dokumenten-Management und Workflows.

Desweiteren bemerken wir vor allem in der Konsumgüterindustrie und im privaten Umfeld eine steigende Nachfrage nach personalisiertem bzw. individualisiertem Druck.

IT-DIRECTOR: Was genau meinen Sie damit?
S. Gemm:
Klassische Beispiele sind personalisierte Direktmailings, Photobücher, oder individualisierte Etiketten wie auf Coca-Cola Flaschen. Auch im Verpackungsbereich sehen wir ein Trend hin zur Personalisierung, wie z. B. bei flexiblen Verpackungen wie Chipstueten oder Faltschachteln für Pralinen.  
Mit unserer Sparte HP Indigo bieten wir hier flexible Digitaldrucklösungen, um den Endkunden personalisierte Produkte zukommen lassen zu können. Im nächsten Schritt wird es dann um 3D-Printing gehen, was mit klassischen Office-Druckern rein gar nichts mehr zu tun hat.

IT-DIRECTOR: Wie stellen Sie sich im 3D-Printing auf?
S. Gemm:
Es stellt für uns ein wichtiges Thema dar. Im Mittelpunkt steht dabei die für unsere Tintengeräte entwickelte Pagewide-Technologie, die sich auch im 3D-Umfeld nutzen lässt. Wir nutzen die Pagewide-Technologie in den 3D-Printing-Modellen Multijet Fusion, die wir Ende 2016 herausbringen werden, und mit denen verschiedene Werkstoffe verarbeitet werden können.

IT-DIRECTOR: Für welche Einsatzgebiete eignet sich 3D-Printing?
S. Gemm:
Beispielsweise für das Prototyping im Rahmen von Produktentwicklungen oder für Hersteller der Automobil- oder Luftfahrtbranche. Letztere können kurzfristig benötigte Einzel- oder Ersatzteile selbst ausrucken und sind nicht mehr auf die Lieferzeiten ihrer Zulieferer angewiesen. Generell gilt dabei: 3D-Printing muss schnell und in rauen (Industrie-)Umgebungen funktionieren sowie eine hohe Qualität garantieren. Zudem müssen sich 3D-Drucker einfach bedienen lassen.

IT-DIRECTOR: Benutzerfreundlichkeit spielt allerdings nicht nur beim 3D-Druck eine große Rolle ...
S. Gemm:
Genau, wobei wir hinsichtlich dessen die Messlatte für alle unsere Laser- und Tintenstrahldrucker sowie Multifunktionsgeräte sehr hoch anlegen. So tragen wir den Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit mit entsprechenden Touchscreen-Displays Rechnung. Auf allen Enterprise-Modellen sind die Benutzeroberflächen völlig identisch, sodass sich Administratoren und Nutzer an jedem Gerät sofort zurechtfinden. Jeder Kunde kann das Menü seinen Anforderungen entsprechend individuell konfigurieren und mit der Lösung HP WebJet Admin automatisch auf die gesamte Flotte aufspielen. Auch auf den einfachen und schnellen Austauch von Verbrauchsmaterial oder Wartungskomponenten legt HP viel Wert. Kunden können mit HP-Geräten sehr produktiv arbeiten, indem sie den Tausch selber vornehmen können und Gerätestillstand durch das Warten auf den IT-Support oder einen Techniker minimiert wird.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Funktionen warteten Sie zuletzt auf?
S. Gemm:
Möchten Kunden größeren Mengen an Papierdokumenten elektronisch archivieren, nutzen sie dafür häufig separate Dokumentenscanner, da die in Multifunktionsgeräten integrierten Scan-Funktionen für ein hohes Papieraufkommen nicht ausgelegt sind. Unsere „Flow MFPs“ hingegen kombinieren ein Büro-Multifunktionsgerät mit einem hochwertigen Dokumentenscanner. Damit können wir diese Anforderung realisieren und große Papiermengen digitalisieren – der separate Dokumentenscanner entfällt. Das Gerät scannt blitzschnell Vorder- und Rückseite gleichzeitig in einem Durchlauf. Zudem wurde eine Ultraschallerkennung für Doppeleinzüge integriert. Damit werden geheftete oder zusammenklebende Seiten erkannt und der Kunde hat die Sicherheit, dass garantiert jede Seite erfasst wird.

Nicht zuletzt sind vielfältige Optimierungsfunktionen vorhanden, welche beispielsweise automatisch die Seitenausrichtung korrigieren, Leerseiten entfernen oder Schrägeinzüge geraderichten. Im darauffolgenden Schritt werden die eingescannten Dokumente automatisiert an weitergehende Workflows bzw. das Dokumenten-Management übergeben.

IT-DIRECTOR: Apropos Multifunktionsgeräte: Welche Rolle spielt deren Energieeffizienz für die Unternehmen?
S. Gemm:
Für die Verantwortlichen ist Energieeffizienz nach wie vor ein wichtiges Thema. Allein beim Betrieb großer Geräteflotten lassen sich jährlich mehrere tausend Euro sparen, wenn man auf neuere, sparsamere Modelle umsteigt.

Mit unseren kürzlich vorgestellten HP LaserJet Modellen mit HP JetIntelligence Technologie konnten wir den Energieverbrauch nochmals signifikant senken. Die Erfolgsformel dafür liegt in einem neuen Toner der nicht nur einen deutlich niedrigeren TEC Wert sicherstellt, sondern gleichzeitig dafür sorgt, daß die sogenannte „First Page out“ wesentlich schneller ausgegeben wird und die Druckergröße um bis zu einem Drittel reduziert werden konnte. Zudem konnten die Tonerreichweiten signifikant erhöht werden. 

IT-DIRECTOR: Inwieweit haben Sie den Toner selbst verändert?
S. Gemm:
Der Toner in den Kartuschen ist generell einer gewissen Reibung ausgesetzt was dazu führt, dass nicht 100% der Tonerpartikel für den tatsächlichen Druckvorgang genutzt werden kann. Deswegen war bisher ein gewisser Tonerpuffer in den Druckkassetten verbaut um die angegebenen Reichweiten zu erfüllen.

Mit der JetIntelligence-Technologie haben wir nun eine neue Tonergeneration entwickelt. Dabei wurden die Partikel in einem Zwei-Schicht-Modell aufgebaut, mit weichem Kern und harter Schale. Letztere sorgt dafür, dass man bis zu 99 Prozent des Toners tatsächlich für Ausdrucke verwenden kann und damit eine höhere Reichweite erzielt. Gleichzeitig lassen sich mit physisch kleineren Druckkassetten kleinere Drucker bauen. Der weiche Wachskern hat einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt, was den TEC Wert verbessert und zudem die schnellere „First Page out“ gewährleistet.

IT-DIRECTOR: Wie ist es um die Emissionen der Geräte bestellt?
S. Gemm:
Das geschlossene Designkonzept von HP LaserJet Druckkassetten reduziert potenzielle Staubemissionen effektiv, da sich Bildtrommel, Entwicklereinheit und andere wichtige bildgebende Komponenten im Innern der Druckkassette befinden. Bereits vor Markteinführung werden neue Produktfamilien entsprechend den Anforderungen maßgeblicher Arbeitsplatzgrenzwerte und Innenraumluftrichtlinien bewertet und die Kriterien international anerkannter Zertifizierungsprogramme berücksichtigt (z.B. US GREENGUARD Programm oder das deutsche Umweltzeichen Blauer Engel).

IT-DIRECTOR: Neben Laserdruckern bieten Sie verschiedene Tintenstrahlmodelle an. Wie ist es um deren Energieeffizienz bestellt?
S. Gemm:
Im Vergleich zu Tintenstrahldruckern werden Lasermodelle immer mehr Energie verbrauchen, da Toner schnell erhitzt werden muss. Demgegenüber wird bei Tintenstrahldruckern die Tinte allein mechanisch aufs Blatt gesprüht.

Bislang waren Tintenstrahldrucker vor allem für den Einsatz am Heimarbeitsplatz prädestiniert. Vor diesem Hintergrund wollten wir neue Wege gehen, um deren Einsatz auch in Büroumgebungen attraktiv zu machen. Von daher besitzen die neuen Modelle „Officejet Pro X“ und „Officejet Enterprise X“ einen feststehenden Druckkopf der jeweils der Seitenbreite entspricht . Dabei wird das Papier unter dem Druckkopf entlanggeführt, was die Druckgeschwindigkeit deutlich erhöht. Mittlerweile erzielen Tintenpatronen eine Reichweite bis zu 10.000 Seiten, damit sind diese Tintendrucker für den Einsatz für Arbeitsgruppen prädestiniert.  Zudem besitzen sie weniger auszutauschende Teile als Laserdrucker, was Vorteile hinsichtlich Service und Wartung mit sich bringt.

IT-DIRECTOR: Wie ist es um die Nachhaltigkeit der Geräte bestellt?
S. Gemm:
Speziell für die Tintenpatronen + Tonerkartuschen bieten wir mit dem „Planet Partner Programm“ ein Recyclingprogramm an, das sich sowohl an Endkunden als auch an Partner richtet. Hierbei nehmen wir verbrauchte Patronen + Kartuschen kostenfrei zurück und führen diese dem Recyclingkreislauf zu. Aus dem Kunststoff werden wieder neue Kartuschen hergestellt, sodass unsere Tintenpatronen + Tonerkartuschen  mittlerweile zu einem hohen Anteil aus recyceltem Plastik bestehen.

IT-DIRECTOR: Neben 3D-Printing und Energieeffizienz treiben Managed Print Services (MPS) die Kunden um. Welche Nachfrage verzeichnen Sie dafür?
S. Gemm:
Die Nachfrage nach MPS nimmt nach wie vor weiter zu.   
Da die Services mittlerweile seit über fünfzehn Jahren angeboten werden, haben viele Kunden bereits verschiedene Evolutionsstufen durchlaufen: In den ersten Projekten ging es vorranging um die Senkung von Betriebs- und Energiekosten, was mit der Reduzierung der Ausgabegeräte erreicht wurde. Mit diesen Maßnahmen konnten die Geräteflotten nicht selten um 30 bis 50 Prozent verkleinert werden.

Inzwischen befinden sich viele Unternehmen bereits in der dritten und vierten Vertragsperiode für Managed Print Services. Dabei geht es den Verantwortlichen darum, neue Themen anzugehen – vor allem die Etablierung von automatisierten und  sicheren digitalen Prozessen wie z. B. Dokumentenmanagement. Die daraus resultierenden Kosten- und Zeiteinsparungen in der IT aber auch in den einzelnen Geschäftsbereichen sind erheblich.

IT-DIRECTOR: Wie aufwendig ist für die Kunden der Umstieg zu einem neuen MPS-Vertragspartner?
S. Gemm:
Ein solcher Wechsel betrifft vorrangig zwei Bereiche: Zum einen das Change Management für die Endanwender, die u.a. mit neuen Geräten konfrontiert werden. Zum anderen das Management der Infrastrukturen, was sich durchaus als sehr komplex erweisen kann. Denn noch immer existieren proprietäre Systeme, sodass Geräteflotten sich allein mit der Management-Software eines bestimmten Anbieters betreiben lassen. HP hingegen treibt die Etablierung herstellerübergreifender Management-Software voran, sodass unsere Kunden mit Web Jet Admin auch Nicht-HP-Modelle verwalten können. Das wiederrum vereinfacht den Umstieg zu einem anderen MPS Anbieter.

Eine Herausforderung ist es hingegen, wenn die Managed Print Services bei den Kunden tief in nachgelagerten Prozessen und das Dokumenten-Management eingebettet sind. Dann kann ein Umstieg mitunter recht  aufwendig und teuer werden, da Anpassungen auf Applikationsebene vorgenommen werden müssen.


Stefan Gemm
Alter: 51 Jahre
Beruflicher Werdegang: Seit 1985 bei HP, tätig in operativen Management Funktionen in unterschiedlichen Bereichen. Von 2007 bis 2013 Marketing- und Vertriebsdirektor für den Inkjet Drucker Bereich in den USA. Stefan Gemm ist seit 2014 verantwortlich für das HP Drucker und Supplies Geschäft in Deutschland und Österreich.
Derzeitige Position: General Manager, Business Group Printing
Hobbys: Familie, Joggen, Skifahren


Bildquelle: Thomas Lambart

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