Passendes Krisenmanagement

„Integration eines Alarmservers ist Individualprojekt“

Im Interview berichtet Andreas Brosch, Geschäftsleitung Vertrieb bei der Telroth GmbH, dass Alarmserver vor allem in der chemischen Industrie, in Kommunen und Schulen sowie Alten- und Pflegeheimen zum Einsatz kommen, und erklärt, warum dies so ist.

Andreas Brosch, Telroth

„Sicherheit ist immer sehr stark von der Kompetenz der Projektbeteiligten abhängig“, gibt Andreas Brosch, Geschäftsleitung Vertrieb bei Telroth, zu bedenken.

IT-DIRECTOR: Herr Brosch, welche Branchen sind besonders auf eine funktionierende Krisenkommunikation angewiesen?
A. Brosch:
Die chemische Industrie sowie Produktionsstandorte, die mit gefährlichen Stoffen agieren. Darüber hinaus ist das Thema bei Kommunen und Schulen zu finden, die mit Alarmservern das Amok-Thema beherrschen möchten. Der dritte und häufigste Teil betrifft die Alten- und Pflegeheime, die nach neuestem Standard eingerichtet sind.

IT-DIRECTOR: Inwieweit befassen sich Großunternehmen konkret mit dem Thema „Alarmmanagement“ und welche Rolle spielen hierbei Alarmserver?
A. Brosch:
Großunternehmen haben in der Regel einen Krisenkommunikationsplan und es laufen in einem Störfall technische Maßnahmen zur Behebung der Störung ab. Zudem findet auch regionale Krisenkommunikation statt, die mit den Alarmservern abgearbeitet wird. Konkret: Es gibt Unternehmen in der chemischen Industrie aus NRW, die im Störfall automatisiert regionale Medien und Bewohner mittels eines Alarmservers informieren.

IT-DIRECTOR: Was sind typische Gefahrenmeldesysteme, die mit dem Alarmserver gekoppelt werden können, und über welche Kommunikationswege/Empfangsgeräte werden die Betroffenen i.d.R. informiert?
A. Brosch:
Derartige Systeme sind fast immer Brandmeldeanlagen, Einbruchmeldeanlage und allgemeine technische Alarmgeber. Die Information läuft über alle denkbaren Kanäle wie Telefon, Lautsprecher, Website, Pieper, etc.

IT-DIRECTOR: Wie gestaltet sich die Installation eines Alarmservers sowie dessen Integration ins Telekommunikationssystem (TK) eines Großunternehmens – insbesondere wenn verschiedene Kommunikationslösungen von unterschiedlichen Herstellern zum Einsatz kommen?
A. Brosch:
Die Integration eines Alarmservers ist immer ein Individualprojekt. Dabei ist die technische Installation in aller Regel trivial. Die wichtigste und aufwendigste Aufgabe ist es, die Ziele und die Informationswege im Vorfeld sauber mit dem Kunden zu besprechen, zu dokumentieren und anschließend zu realisieren. Dabei gilt es, in wiederkehrenden Abständen die erarbeitete Lösung mit dem Kunden zu überprüfen.

IT-DIRECTOR: Gibt es an dieser Stelle bereits Standards für die Kopplung von Alarmserver und TK-Netz?
A. Brosch:
Es gibt Standards für eine Kopplung, die technisch sehr vielfältig sind; das Alarmmanagement unterliegt bisher jedoch noch keinem Standard und bildet damit die größere Herausforderung.

IT-DIRECTOR: Mit welchem Aufwand ist die Installation und Integration für den Anwender verbunden (zeitlich, kostentechnisch, personell)?
A. Brosch:
Dies kann nicht pauschalisiert werden, denn es gestaltet sehr individuell.

IT-DIRECTOR: Was sind typische Stolpersteine bei der Eingliederung ins Telekommunikationsnetz?
A. Brosch:
Der typische Stolperstein ist, wenn versucht wird, sich nur auf die Technik zu stürzen, ohne vorher das Ziel zu definieren.

IT-DIRECTOR: Wie lässt sich die Sicherheit der über das TK-Netzwerk verteilten (Alarm-)Informationen gewährleisten?
A. Brosch:
Alle beteiligten Komponenten sollten einen angemessenen Qualitätsstandard erfüllen.

IT-DIRECTOR: Wie lässt es sich bewerkstelligen, dass eingehende Meldungen und Alarme auch wirklich nur die jeweils betroffenen Personen erreichen?
A. Brosch:
Wenn bereits beim Design des Konzeptes sauber geplant und gearbeitet worden ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass falsche Personen informiert oder Fehlalarme ausgelöst werden.

IT-DIRECTOR: Inwiefern ist eine direkte Verbindung zu Notfallämtern möglich?
A. Brosch:
Es gibt Lösungen im B2B-Geschäft (private Sicherheitszentralen), aber es gibt keine Notfallämter, an die man sich vertraglich binden kann. Ein Alarmserver zur Abbildung von Amokalarmierungen kann z.B. derzeit noch nicht bei der Polizei aufgeschaltet werden.

IT-DIRECTOR: Was geschieht, wenn der Alarmserver einmal ausfällt oder eine Störung im Telekommunikationsnetz vorliegt? Wie kann dem entgegengewirkt werden? Und wie wird mit Fehlalarmen umgegangen?
A. Brosch:
Der Alarmserver ist in der Regel technisch so ausgestattet, dass er das sicherste Element in der Kette ist, so dass die Ausfallwahrscheinlichkeit die geringste ist. Bei guter Planung prüft der Alarmserver alle möglichen Kommunikationswege, um seine Information abzusetzen (Festnetz, Mobilnetz, Internet, etc.).

IT-DIRECTOR: Welche Abrechnungsmodelle sind beim Einsatz eines Alarmservers in Verbindung mit dem TK-Netz üblich – insbesondere auch, wenn mobile Endgeräte eingebunden werden?
A. Brosch:
Die Integration des Alarmservers verursacht kosten, das absetzten eines Alarmes spielt jedoch beim Kostenfaktor keine große Rolle.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Großunternehmen grundsätzlich achten, wenn es um die Auswahl eines Anbieters mit entsprechender Alarmserverlösung geht?
A. Brosch:
Sicherheit ist auch immer sehr stark von der Kompetenz der Projektbeteiligten abhängig. Der Anbieter sollte bereits über langjährige Erfahrungen bei der Implementierung von Alarmservern verfügen. Die technische Lösung sollte weiterhin und vor allem immer mit den bereits beschriebenen Planungsszenarien vom Dienstleister abgeglichen werden.

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